Grün und Rot – oder: wer fliegt mit?

16. Februar 2012

In der Acrylmalerei arbeite ich sehr gern großformatig und mit starken Kontrasten. Natürlich ist auch meine „persönliche Handschrift“ – die Zeichnung wieder mit dabei. Man nennt das Mischtechnik, obwohl ich diesen Begriff nicht sehr passend finde. Dann kann sich die Wirkung meiner Arbeit besonders gut aufbauen – und aus verschiedenen Blickwinkeln, Perspektiven oder Abständen findet der Betrachter immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten.

In diesem Bild, auf einer Leinwand der Größe 80 x 100 cm, habe ich bewußt Komplementärfarben eingesetzt:

"Vögel" - Acrylmalerei/Mischtechnik 80 x 100cm (c) by Cordula Kerlikowski

"Vögel" - Acrylmalerei/Mischtechnik 80 x 100cm (c) by Cordula Kerlikowski

Es entstand im Sommer vor einigen Jahren,  während einer sehr inspirierenden, arbeitsintensiven Zeit voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Gespräche. Diese neuen Impulse für meine malerische Tätigkeit und für meine persönliche Entwicklung spiegeln sich in den „Vögeln“. Ein leuchtendes, anregendes, warmes Grün beherrscht das Bild. Es strahlt Optimismus, Wärme, Energie und Kraft aus, zieht den Betrachter in seinen Kreis und spendet zugleich Ruhe und Geborgenheit. Vor diesem Hintergrund bewegen sich rote Gebilde – für mich Vögel. Sie schweben, ziehen ihre Kreise, scheinen zu zögern, den Augenblick zu genießen, bevor sie ins Grün eintauchen, um es zu erkunden. In der unteren rechten Bildhälfte steht ein Vogel am Rand. Beobachtet er die anderen, ist er aus der Gruppe ausgeschlossen oder hält ihn die Angst vor dem Ungewissen am Boden? Unten links tastet sich ein anderer vorsichtig ins Bild oder ist er auf der Flucht? Ich hoffe, nicht….

Dieses Thema habe ich mehrfach variiert:

"Vogelflug" - Acrylmalerei/Mischtechnik 100 x 120cm (c) by Cordula Kerlikowski

"Vogelflug" - Acrylmalerei/Mischtechnik 100 x 120cm (c) by Cordula Kerlikowski

Vögel sind frei sich in die Lüfte zu erheben, sie sehen die Welt aus einer Distanz, die wir Menschen nicht wahrnehmen können. Doch sie sind zart und verletzlich. Wenn man ihre Federn stutzt, ihre Flügel bricht, nimmt man ihnen diese Freiheit, die für sie lebenswichtig ist. Auch für uns ist es wichtig, ungebrochen durchs Leben zu gehen. Wir tragen Verantwortung, unseren Kindern die Flügel zu bewahren auf ihrem Weg in ein eigenes Leben. Und oft sind wir es selbst, die uns die Flügel kürzen und Ketten anlegen. Niemand kann uns die Entscheidung abnehmen, dies hinzunehmen oder abzuwehren. Schauen wir also auf unserem Weg durch den Alltag gelegentlich hinauf ins Blaue, beobachten die fliegenden Gesellen und nehmen ein wenig von ihrer Unbeschwertheit mit in unser Leben ……..

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2 Antworten to “Grün und Rot – oder: wer fliegt mit?”


  1. Es fällt mir schwer, mich für einen Favoriten zu entscheiden; beim ersten gefallen mir die intensiven Farben sehr, beim zweiten ist das Gelb als Zusatzfarbe klasse 🙂


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