„Japan I“ – oder: was siehst DU?…

8. März 2012

Dieses in sich sehr klare, streng strukturierte Bild entstand 2003 in Vorbereitung einer Ausstellung und hat ein Pendant („Japan II“).

"Japan I" Mischtechnik auf leinwand, 80 x 100 cm (c) von Cordula Kerlikowski

"Japan I" Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 100 cm (c) von Cordula Kerlikowski

Nach einem spontanen, intuitiven weißen Farbauftrag erinnerten mich beide Flächen an Kalligrafie, japanische Schriftzeichen, das hier nicht gezeigte „Japan II“ an einen im Kampf herumwirbelnden Samurai. Deshalb entschied ich mich, die weitere Ausarbeitung des Bildes in diese Richtung weiterzutreiben. Ich kann weder Japanisch noch kenne ich mich mit japanischen Traditionen oder Gegebenheiten aus, ich war auch noch nie dort. Deshalb habe ich mich bewußt weiter im abstrakten Raum bewegt, versucht, die Stimmung fernöstlich zu gestalten (kalligrafische Linien, rote Punkte) und einen Moment des Traums von Ferne und Exotik, aber auch die typisch japanische Selbstkontrolle und Disziplin, einzufangen.
Für mich strahlt das Bild Ruhe aus, fordert auf zur inneren Sammlung, zu Meditation, zum Innehalten nach einem Tag voller Spannungen, Begegnungen, Kämpfe, Diskussionen, Unsicherheiten oder Emotionen. Zurück zum Wesentlichen, fernab von Besitzansprüchen, angehäuftem tatsächlichen oder ersehnten Wohlstand, von Heuchelei, Verstellung oder Selbstaufgabe. Wie klein und unwichtig erscheint unsere tägliche Jagd nach Besitz, Ruhm oder gesellschaftlicher Anerkennung angesichts des Kampfes um die nackte Existenz, der Überlebenden der Flutkatastrophe ……

Es hätte für dieses Bild auch einen anderen möglichen Ansatz gegeben: Vielleicht sehen Sie eher eine sitzende weibliche Figur, im Schneidersitz, mit verschränkten Armen (vgl. blaue Scherenschnittfiguren von Matisse) ? Versuchen Sie das Bild auf diese Weise gedanklich weiterzumalen! Welche Gestalt wird es annehmen?

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3 Antworten to “„Japan I“ – oder: was siehst DU?…”

  1. xandimusic Says:

    Für mich eher eine Blume. Seh schön!
    LG
    xandi


  2. Die Dynamik in dem Bild ist unverkennbar. Den im Kampf herumwirbelnden Samurai sehe ich auch. Die Verbindung zu Japan ist ebenso zutreffend. Ein gut gelungenes Bild.


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