Cranach, Bosch und Rembrandt – oder: ein Besuch in der Gemäldegalerie…

27. Mai 2012

Vor genau zwei Wochen habe ich das Königliche Museum der Schönen Künste in Brüssel besucht und war sehr beeindruckt von der Größe und der Qualität der Sammlung.  Mann kann in die Ferne schweifen, aber das Gute liegt auch vor der eigenen Haustür: besser gesagt – in der Gemäldegalerie des Kulturforums in Berlin.

Die Sammlung hat Weltruf und beherbergt eine Vielzahl hochkarätiger Exemplare der europäischen Malerei, u.a. von Rubens, Rembrandt, van Dyck, Breughel, Bosch, Tizian, Cranach, Dürer, Boticelli.

Heute konzentrierte ich mich besonders auf die niederländische und flämische Malerei, die ich ganz besonders mag. Die Lebendigkeit eines Rembrandts, die Fantasie von Hieronymus Bosch, der Humor Pieter Breughel d.Ä. oder die fantastischen Stilleben von Snyders oder Fyt sind unübertroffen und ich könnte mich stundenlang davor aufhalten.

Beeindruckend war die Anzahl von Bildern der einzelnen Künstler aus verschiedenen Schaffensperioden. Gut war zu erkennen, wie sich deren Entwicklung vollzog – keiner war zu Beginn seiner Laufzeit das Genie der späten Jahre. Deutlich sieht man Unstimmigkeiten, kleine Irritationen oder „Fehler“, die in den späteren Werken nicht mehr vorkommen. Das läßt uns Maler doch entspannter auf unsere eigenen Werke blicken: der Weg ist das Ziel!

Neu waren mir die flämischen Maler Daniel Seghers und  Jan Fyt. Sie zeichnen sich durch brillante Stilleben aus, die ich bisher noch nicht aktiv wahrgenommen hatte. Während Seghers Blumenstilleben mit Grisaille-Malerei kombinierte, ist Fyt vor allem für Jagdstilleben bekannt…

Besonders liebe ich jedoch Hieronymus Bosch, der es mir schon seit Schultagen angetan hat: seine surrealen Figuren sind weltbekannt (in Brüssel kann man im Museums-Shop sogar kleine Plastiken davon kaufen) und mich bewegt nach wie vor die Frage, was den Künstler bei der Ausarbeitung bewegt hat: wollte er schockieren, Angst machen, eine Botschaft übermitteln oder einfach nur seiner überbordenden Fantasie freien Lauf lassen? Wir werden es nie erfahren, aber es macht Spaß, seine Bilder sowohl im Kontext der damaligen Zeit als auch im Bezug auf die heutige Sichtweise zu betrachten.

Beim Anschauen des Films „Constantine“ kamen mir die „Höllen-Szenen“ ziemlich bekannt vor im Sinne der Bilder von Bosch.

Nun muss ich das Gesehene erst einmal für mich verarbeiten. In meinem Kopf flattern die verrückten Bosch-Vögel herum, ich sehe wundervolle Blumensträuße vor meinem geistigen Auge und erinnere mich immer noch an das subtile Lächeln der Cranachschen Frauen…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: