„Der Blütentraum des Sommerpoeten“ – oder: mit dem „Nichts“ spielen…

29. Mai 2012

Oft bleiben bei Malvorführungen, Workshops oder in Kursen Blätter übrig, auf denen ich zu Demonstrationszwecken Skizzen, Farbstriche, Tuschelinien oder flächige Farbaufträge aufgebracht habe. Da es stets darum geht, eine Pinselhaltung, einen Verlauf oder einen besonderen Effekt darzustellen, kommt es hier nicht darauf an ein Bild zu malen sondern die Handhabung zu veranschaulichen.

So finden sich auf diesen Papieren oder Leinwänden oft willkürliche Anordnungen, Farben oder Strukturen. Nach dem Workshop sind sie übrig und normalerweise würde man sie entsorgen. Ich mag das nicht, dann das Papier ist wertvoll, ebenso die aufgetragenen Farben. Also hebe ich es auf und verwende es bei Gelegenheit für fantasievolle eigene Arbeiten.

In der letzten Woche habe ich bei der Hahnemühle FineArt GmbH eine Malvorführung durchgeführt – und wieder blieben „Strich- und Klecksblätter“ übrig. Auf einem Aquarell-Blatt (leider habe ich es vergessen zu fotografieren) fanden sich ein Blatt, locker mit grüner Tusche gezeichnet, zwei gelb-orange Linien und eine kleine Fläche Purpur mit Aquarellfarbe.

Und hier das Ergebnis meiner Überarbeitung:

"Der Blütenraum des Sommerpoeten", 24 x 32 cm, Mischtechnik auf 425g/m² Aquarellkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Der Blütentraum des Sommerpoeten“, 24 x 32 cm, Mischtechnik auf 425g/m² Aquarellkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Nun sehen wir eine, teils abstrakte, Landschaft, Sonne und Himmel, kleine Blüten und eine große Knospe im Vordergrund. Dazu federartige Blattstrukturen und viele leuchtende Farben im komplementären Zusammenspiel.

Aus dem grünen Tuscheblatt ist die Hülle einer Blütenknospe geworden, die gelbe Linie (Mitte) ist in der Landschaft aufgegangen und die Purpur-Fläche unter der Sonne verschwunden, wodurch sie dieser einen kräftigen Orange-Schimmer gibt.

Die verwendeten Farbtöne habe ich bei der näheren Ausarbeitung auch für weitere Flächen genutzt, so dass sie wiederkehren und den Betrachter durch das Bild führen.

So kann man also auch „Nichts“ noch etwas machen… Das nächste Mal dokumentiere ich die Zwischenschritte – versprochen!

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Eine Antwort to “„Der Blütentraum des Sommerpoeten“ – oder: mit dem „Nichts“ spielen…”

  1. artcarmen Says:

    sehr sehr schön!


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