Meine Lieblingsfeder – oder: die Ästhetik von Arbeitsmitteln…

4. Juni 2012

Man kennt mich als passionierte Zeichnerin und als Malerin, die gerne auch in Aquarellen und Acrylgemälden mit Tusche und Feder Akzente setzt.

Die Schreib- oder Zeichenfeder ist für mich ein Verbrauchsmaterial, da sie mit der Zeit stumpf wird und die Tinte am Ende unregelmäßig abgibt, zu klecksen beginnt oder verklebt. Dann wird sie ersetzt. Ich pflege sie nicht so akribisch wie meine Pinsel oder Malspachtel, aber  zwei Federn behandle ich beinahe liebevoll und passe gut auf sie auf:

Die eine ist die, an anderer Stelle bereits erwähnte, Glasfeder, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sehr viel Tinte aufnehmen kann und eine sehr gleichmäßige Linie zieht. Diese Feder hat mir eine Malschülerin geschenkt und ich war sofort von ihr begeistert.

Die andere ist eine Schreibfeder:

"Brief und Feder", Foto (c) by Cordula Kerlikowski

„Brief und Feder“, Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Sieht sie nicht schön aus? Neben der aufwändig gearbeiteten Fassung verfügt sie über einen wunderschön gemaserten und gelackten Stiel – eine Augenweide! Diese Feder kaufte ich vor ein paar Jahren in der Toskana und ich benutze sie hauptsächlich zum Schreiben, weniger zum Zeichnen. Dabei arbeite ich nicht streng kalligrafisch, sondern schreibe in meinem eigenen Stil Texte, Notizen oder Briefe.

ich verfüge über einen großen Fundus von Briefen, Rezeptbüchern, Notizen und über ein Poesiealbum meiner Großtante. Es ist interessant darin zu blättern und sich durch die altdeutsche Schrift (Sütterlin) zu kämpfen. Das ist nicht einfach, denn diese zackige, teilweise eng geschriebene Schrift ist unserer modernen Schreibweise so fern:

"Aus dem Poesie-Album..." , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

„Aus dem Poesie-Album…“ , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

"Aus dem Poesie-Album..." , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

„Aus dem Poesie-Album…“ , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Die altdeutschen, gutbürgerlichen Kochrezepte aus der Sammlung meiner Großtante zu entziffern, aufzubereiten und evtl. nachzukochen und zu illustrieren wird wohl eine Lebensaufgabe…

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3 Antworten to “Meine Lieblingsfeder – oder: die Ästhetik von Arbeitsmitteln…”

  1. Eva Says:

    ich bin durch das Bild von deiner Schreibfeder [das ich übrigens sehr schön finde] auf den Post gestoßen weil ich grad gestern einen Text mit einem sehr ähnlichen Bild veröffentlicht habe.
    schau ihn dir doch mal an, wenn du Lust hast. (:
    http://faszinationsprache.wordpress.com/2012/06/04/stille/


  2. Das ist ein sehr schönes Makro eines sehr schönen Federhalters 🙂
    Zur Feder selber kann ich nicht so viel sagen; ich hatte früher immer die von Lamy (die hiergegen wohl eher plump wirkt), aber ich kann mir vorstellen, daß es interessant ist, damit zu schreiben.
    Die Sütterlinschrift ist tatsächlich manchmal schwierig zu entziffern, aber mit ein bißchen Übung klappt das immer ganz gut bei mir 🙂


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