„Iris/Schwertlilie“ – oder: die Symbolik in der Malerei, Teil 1…

16. Juni 2012

Gestern sprach ich kurz die Symbolik der Akelei an, die ich in einer Bleistiftzeichnung dargestellt hatte. Im Nachgang dieses Artikels fand ich es interessant, einige weitere Blumen und Blüten mit ihrer Symbolik zu zeigen, die uns heute zumeist verloren gegangen ist. In früheren Jahrhunderten konnten die Menschen die Bilder lesen wie ein Buch und erkannten neben den dargestellten Figuren auch die ganze Geschichte zu ihnen. Wichtig, da viele Menschen damals weder lesen und schreiben konnten.


Als erstes stelle ich die Iris, auch Schwertlilie genannt, vor.

"Blaue Schwertlilie" - Aquarell, (c) by Cordula Kerlikowski

„Blaue Schwertlilie“ – Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300 g, rau (c) von Cordula Kerlikowski

Die Schwertlilie erinnert weitläufig an den Griff eines Schwertes, damals ein Alltagsgegenstand. Sie symbolisiert den durch die Waffe hervorgerufenen Schmerz, das Leid, auch die seelische Verletzung.

Darstellungen in der Kunst zu religiösen Themen, insbesondere mit Maria und dem Jesus-Knaben, verweisen hier bereits auf das Schicksal des Kindes.

Andere Quellen nennen den griechischen Namen Iris (Regenbogen) als Symbol für die Überbringung göttlicher Botschaften sowie für die Versöhnung. Auch in diesem Sinne sind die Gemälde lesbar…

In den niederländischen und flämischen Stilleben findet man die Schwertlilie oft. Hier kommt die Lesart auf den Kontext an: Wunsch des Auftraggebers im Sinne des religiösen Bezugs, Inhalt der Bildtitel oder rein dekorativer Charakter… Vor allem bei den Kartuschen- und Nischenbildern sind religiöse Verweise erkennbar…

Sollten Sie also wieder in einer Gemäldegalerie unterwegs sein – suchen Sie nach dieser Blüte!

Beispiele in der Kunst:

Goossen van der Weyden: „Madonna mit Kind“

Hugo van der Goos: „Anbetung des Kindes durch die Hirten“

Leonardo da Vinci: „Madonna in der Felsengrotte“

Literaturquellen:

Udo Becker: „Lexikon der Symbole“,
Herder spektrum, ISBN 3-451-04870-1

Rolf Toman (Hrsg.): „Die Kunst der italienischen Renaissance“,
Könemann, ISBN 3-8331-1040-6

Jochen Sander (Hrsg.) „Die Magie der Dinge – Stillebenmalerei 1500-1800“,
Städel Museum, Katalog zur Ausstellung 2008/2009

Wikipedia

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2 Antworten to “„Iris/Schwertlilie“ – oder: die Symbolik in der Malerei, Teil 1…”


  1. Alleine die Farben sind ein Traum 🙂


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