„Walnusszweig“ – oder: der Spaß am Detail…

20. September 2012

Gestern und heute habe ich an einer weiteren botanischen Studie gearbeitet. Nach Birnen, Äpfeln, Kastanien und Kürbissen folgt nun ein Walnusszweig. Hier in Berlin gibt es Walnussbäume in vielen Gärten – sie sind auch geschützt und so ist solch ein Baum oft Segen und Fluch für die Besitzer. Mit den Massen an Nüssen arrangieren sie sich noch gern, aber das viele Laub und besonders die Fruchtschalen machen sehr viel Arbeit.

So entgeht den Menschen oft die Schönheit der Walnussbäume. Einen Zweig, an dem die Nüsse noch in ihrer Schale stecken, kennt kaum noch jemand.

Hier nun also Schritt für Schritt mein Walnusszweig:

"Walnüsse" - Schritt1, Aquarell auf Bütten-Papier, (c) Cordula Kerlikowski

„Walnüsse“ – Schritt 1, Aquarell auf Bütten-Papier, (c) Cordula Kerlikowski

Nach der Vorzeichnung male ich mich zunächst am Holz des Zweiges locker und lege dann erste Lasuren über die Fruchtschalen.

Danach lasiere ich das Laub in ein bis zwei ersten Schichten. Wichtig: nicht den Überblick verlieren bei den vielen verschiedenen, teilweise verdrehten Blättern!

"Walnüsse" - Schritt 2, Aquarell auf Bütten-Papier, (c) Cordula Kerlikowski

„Walnüsse“ – Schritt 2, Aquarell auf Bütten-Papier, (c) Cordula Kerlikowski

Um nicht „betriebsblind“ zu werden, arbeite ich abwechselnd auch an den Details der Früchte. Ständige Kontrolle ist wichtig, um alle Feinheiten korrekt zu erfassen. Das braucht Zeit – und die sollte man sich auch nehmen.

Weiter geht es dann mit der Überarbeitung der Blätter – Lasur auf Lasur:

"Walnüsse" - Schritt 3, Aquarell auf Bütten-Papier, (c) Cordula Kerlikowski

„Walnüsse“ – Schritt 3, Aquarell auf Bütten-Papier, (c) Cordula Kerlikowski

Immer wieder vergleiche ich das Zwischenergebnis mit dem vor mir liegenden Zweig, um nichts zu übersehen. Das geht am konkreten Objekt viel besser als von einem Foto! Sowohl die Blätter als auch die Fruchtschalen altern während der Stunden, in denen ich an ihnen arbeite. Deshalb habe ich nicht jeden braunen Punkt oder jede trockene Stelle berücksichtigt.

Knifflig ist die Oberfläche der Fruchtschalen. es gibt sowohl weiße Punkte als auch dunkle. Das muss von Anfang an berücksichtigt werden. Nachträgliches Aufbringen weißer Punkte mit Deckfarbe ist nicht empfehlenswert.

Die Früchte im Detail:

"Walnüsse" - Detail, Aquarell auf Bütten, (c) Cordula Kerlikowski

„Walnüsse“ – Detail, Aquarell auf Bütten, (c) Cordula Kerlikowski

Hier ist auch gut der kurze Stiel zu sehen, davor sitzt eine Blattknopse…

Und nun das fertige Aquarell:

"Walnüsse" - 24,5 x 24,5cm, Aquarell auf Bütten, (c) Cordula Kerlikowski

„Walnüsse“ – 24,5 x 24,5cm, Aquarell auf Bütten, (c) Cordula Kerlikowski

In einer weiteren Studie werde ich mich genauer mit den Früchten beschäftigen: Nuss in der Fruchtschale, aufgeplatzte Schale, aufgeschnittene Schale mit Nuss, die Nuss ohne Schale (geschlossen und geöffnet)….

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3 Antworten to “„Walnusszweig“ – oder: der Spaß am Detail…”

  1. Reinhard Says:

    Hi, Cordula,
    das sind die schönsten, resp. schönstgemalten, Walnüsse die ich bisher geshen habe. Hast du für die weissen Flecken Rubbelkrepp verwendet?


    • Ganz lieben Dank, Reinhard…
      Da hat der Kenner was entdeckt auf dem ersten Bild, stimmts? Ja, das ist Rubbelkrepp. Ich verwende ihn eigentlich sehr ungern, denn es entstehen sehr scharfkantige Ränder, die in den meisten Fällen später stören. Hier aber war es passend.
      Nuss-Fortsetzung folgt demnächst – ich bin gerade bei der Vorzeichnung 🙂

      Viele Grüße
      Cordula


  2. […] einiger Zeit beschäftigen mich botanische Studien, deren Ausarbeitung mich immer mehr fasziniert. Im letzten Blog habe ich eine erste Studie zu Walnüssen vorgestellt, jetzt folgt der Zweig aus einer anderen Sicht […]


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