Es ist wieder Tulpenzeit und deshalb hatte ich alle Hände und Malblöcke voll zu tun. In diesem Jahr fuhr ich zum ersten Mal nach Holland, genauer zum Keukenhof. Das Land der Tulpen zu besuchen war schon lange mein Wunsch – und es hat sich gelohnt!

Tulpenfeld in der Nähe von Lisse, Foto (c) C.Kerlikowski

Tulpenfeld in der Nähe von Lisse, Foto (c) C.Kerlikowski

Auf dem Weg zum Keukenhof

Tulpengeschichte

Die Züchtung von Zwiebelblumen hat in den Niederlanden eine lange Tradition. Die ersten Tulpenzwiebeln kamen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Mitteleuropa und wurden wie Schätze gehandelt und in sogenannten Kuriositätenkabinetten ausgestellt. Alles in allem eine Sache der gehobenen Mittelschicht und des Adels.

Nachdem einem Gelehrten aus seinem Tulpengarten Zwiebeln gestohlen wurden, begann der „Massenwahn“ um den Tulpenhandel, denn auch die kleinen Leute wollten ihren Anteil am großen Geschäft. Der Preisverfall begann und innerhalb kürzester Zeit fiel der Preis für Zwiebeln auf einen Bruchteil des früheren Wertes – der erste Börsencrash der Geschichte!

Tulpe

Tulpe „Sorbet“ Foto (c) C.Kerlikowski

Tulpe

Tulpe „Angelique“ Foto (c) C.Kerlikowski

 Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

 Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

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Wie ich hier  bereits in einem Beitrag  berichtete, habe ich vor einigen Jahren eine kleine Serie von Fantasy-Figuren auf Papier gebracht. Das Format eher klein (ca.  36 x 48 cm), die Farbigkeit auf drei Töne beschränkt. Hier ein Beispiel:

"Nachtschleicher" - 36 x 48 cm, Mischtechnik auf Acrylmalpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Nachtschleicher“ – 36 x 48 cm, Mischtechnik auf Acrylmalpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Eine kleine Serie, die Geschichten erzählt und den Betrachter herausfordert, selbst eigene Märchen zum Bild zu erfinden.

Nun ergab sich die Schwierigkeit, für eine Kundin eine dieser Arbeiten großformatig auf eine Leinwand zu bringen. Schwierig… Zum einen entstanden die Werke auf Papier im Jahr 2006 – eine lange Zeit und mein Malstil hat sich inzwischen verändert. Zum anderen ist es immer schwierig sich selbst zu kopieren, was ja im Grunde auch wenig Sinn macht und selten gut gelingt. Trotzdem ging ich dieses Risiko ein – einen Versuch war es wert:

Zwischenergebnis "Nachtschleicher II, Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 80 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Zwischenergebnis „Nachtschleicher II, Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 80 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Die Fabtöne sind hier etwas verfälscht, sie ähneln in der Realität schon mehr denen der „Nachtschleicher“, aber insgesamt hat mich das Ergebnis trotzdem nicht zufrieden gestellt und ich habe das halbfertige Bild erst einmal zur Seite gelegt. Die Kundin hatte sich inzwischen für die gesamte Serie („Nachtmusikanten“, „Nachtschleicher“ und „Don Quichote“) entschieden, so dass wir beide am Ende zufrieden waren. Das Leinwandbild wollte ich später überarbeiten. Das ist nun endlich geschehen:

"Rendezvous in Venedig", Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 80 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Rendezvous in Venedig“, Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 80 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Die linke Figur mit der Flöte habe ich durch eine weibliche Figur in  einem Boot ersetzt, die sich dem Musikanten rechts zuwendet. Eine venezianische Maske verdeckt ihr Gesicht, Die Figur rechts und einen Teil des Hintergrundes habe ich belassen wie sie waren. Nun ist auch wieder eine besondere Stimmung im Bild und es entspannt sich eine Geschichte, die in der ersten Variante einfach nicht vorhanden war.

Nun kann der Betrachter/die Betrachterin ein eigenes Märchen zum Bild erfinden. So ist es besser, denke ich…

Diese Arbeit war eine besondere Erfahrung, Kunst ist eben nicht einfach so wiederholbar…


In den letzten Wochen war ich durch viele verschiedene Aufgaben beansprucht. Zum einen liefen die ersten Kurse zum „Botanischen Malen und Zeichnen“ an, es gab verschiedene Anfragen für Auftragsarbeiten, Terminabsprachen, die Malreise 22.-28.4.2013 nach Goslar war vorzubereiten uvm.

Da blieb und bleibt  wenig Zeit für die eigene künstlerische Arbeit nur für mich, obwohl sie natürlich nie ganz unterbleibt.

So nutzte ich die Ostertage, um eine großformatige Arbeit wieder aufzunehmen, die ich vor Ostern schon begonnen hatte. Die Fahrt durch das Schneetreiben zum Arbeitsort war schon besonders – einfach zu winterlich für die Osterzeit.

Sicher hat die Sehnsucht nach Sonne die Hand geführt, so dass sich die Farbigkeit meiner Arbeit von Blau-Türkis nach Grün und Gelb bewegte:

noch ohne Titel - 1. Arbeitsphase, (c) Cordula Kerlikowski

noch ohne Titel – 1. Arbeitsphase, (c) Cordula Kerlikowski

Die Abmessungen von zusammen 4 x 100 x 240 cm waren für meine Verhältnisse schon ziemlich groß, und das Hantieren mit diesen sperrigen Formaten eine Herausforderung für sich.

eine Woche später... (c) Cordula Kerlikowski

eine Woche später… (c) Cordula Kerlikowski

Es entwickelte sich, entgegen einem ersten spontanen Themenansatz, eine ganz andere Sicht auf die Dinge und nun fanden sich fliegende, schwebende Elemente auf der Untermalung, viel Bewegung und Farbspiel.

Hier das Ergebnis:

"Don't catch my birds of paradise..." Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 4 x 100 x 240 cm (2teilig) (c) Cordula Kerlikowski

„Don’t catch my birds of paradise…“ Acryl/Mischtechnik auf Leinwand,  4 x 100 x 240 cm (2teilig) (c) Cordula Kerlikowski

… und einige Details:

Detail 1 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 1 – (c) Cordula Kerlikowski

Detail 2 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 3 – (c) Cordula Kerlikowski

Detail 5 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 2 – (c) Cordula Kerlikowski

Detail 3 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 4 – (c) Cordula Kerlikowski

Spannend, wie sich die Bildideen mit dem Arbeitsfortschritt verändern können. Und natürlich gehört es für mich dazu, die Strukturen zeichnerisch zu vertiefen, zu verändern und zusammenzufassen…

Am Mittwoch werde ich das Doppel aus dem Atelier meiner Kollegin abholen. Ich bin gespannt, wie ich das Bild dann wahrnehme…

„The Secret of Aquarius“ – or: 50 Years Old – a Little Bit Wiser?

Heute ist mein 50. Geburtstag und zu diesem Anlass gibt es ein besonderes Bild, ein besonderes Blog und eine englische Übersetzung.

The 8th of February 2013 – this is my 50th anniversary. Occasionally there is a special painting, a special blog and its English version.

50 ist nur eine Zahl wie jede andere und doch ein guter Anlass für ein Resümee. In den letzten Jahren hat sich für mich viel verändert – privat und beruflich. Ich bin neue Wege gegangen, habe Risiken in Kauf genommen, mich ausprobiert, viel gesehen, neue Freunde gefunden, mich von anderen verabschiedet und viele neue Impulse bekommen. Es bewegt sich viel in meinem Leben und das ist gut so!

50 are just like any other number. Yet it means a mile stone. So let’s take a look upon what has happened so far. Both my private life and my profession have been seeing many changes during the recently passed years. I left my well-known paths in favour of unknown ones. And I took several risks. I got acquainted with unknown features of myself and consequently with new friends. And I said Farewell to some friends and features that had become dated. I love the way my whole life has been taking!

"Vogelflug" - Acrylmalerei/Mischtechnik 100 x 120cm (c) by Cordula Kerlikowski

2003 – „Vogelflug“ – „Covey of the Birds“ – Acrylmalerei/Mischtechnik 100 x 120cm (c) by Cordula Kerlikowski

Ganz bewusst habe ich mich in den letzten 3 Wochen an eine besondere Arbeit gemacht: seit langem stand bei mir eine große Leinwand (120 x 150cm) mit einer begonnenen Arbeit, die mir inzwischen nicht mehr entsprach. Also ausnahmsweise übermalen und neu beginnen! Nach einem Jahr Abstinenz von großen Formaten endlich wieder ein Anlass, die Hände mit Acrylfarbe zu tönen…

During the last three weeks I had been working on a very special project. Owning a large canvas (120x150cm) with a painting from my former times I recently had recognized that this painting no longer represented neither any of my styles nor any of my personal  features – so I took the canvas and OVERPAINTED the picture having become dated! What a warmly appreciated occasion to coulour my hands in acryl material after a one-year-lasting period of keeping away from large format!

er meiner Lieblingspinsel: "Grigio" von Da Vinci

Meine Hände in Farbe – my hand with paint

Blau- und Grüntöne sollten es sein – Wasserfarben, so wie der Wassermann bzw. die Wasserfrau es liebt. Die Strukturen entstanden im emotionalen Fluss – ich denke in dieser Phase nie darüber nach, was entstehen soll. Das ergibt sich…

Tints and shades of blue and green should dominate the painting according to the coulours of water strongly loved by Aquarius – male and female, whereas there was no plan concerning its structures. There is never a plan concerning structures in this phase of painting – structures are always flowing from my emotions.

"Secret of Aquarius" - Zwischenergebnis, 1,20 x 1,50m, (c) Cordula Kerlikowski

„Secret of Aquarius“ – Zwischenergebnis, 1,20 x 1,50m, (c) Cordula Kerlikowski

Auch die darauf folgenden Strukturen kommen aus dem Unterbewussten – nur sind sie in dieser Arbeit weicher, fließender, femininer – im Gegensatz zu früheren Arbeiten. Vielleicht liegt es daran, dass ich neben dem Spachtel auch die Finger als Werkzeug eingesetzt habe. Auf den Einsatz von Komplementärkontrasten verzichtete ich völlig. Das ist mir jedoch erst später bewusst geworden.

The subsequent structures also arise from my subconscious mind and as I recognized later they tend to be softer, more fluent and more feminine than the structures in my former paintings. Maybe this results from using my fingers as instruments in addition to a spatula.  And as I recognized only later, too, I had done my painting without using any complimentary contrasts.

Arbeiten mit Spachtel und Finger - working with palette knife and finger, (c) Cordula Kerlikowski

Arbeiten mit Spachtel und Finger – working with palette knife and finger, (c) Cordula Kerlikowski

weiche Strukturen - smooth structures, (c) Cordula Kerlikowski

weiche Strukturen – smooth structures, (c) Cordula Kerlikowski

Tuschelinien, wie sie  für mich typisch sind, ordnen sich nun unter – geben den Strukturen nur sanfte Bewegungsimpulse, grenzen den Betrachter weniger aus als in früheren Arbeiten. Insofern fasst dieses Bild meine Entwicklung der letzten 2-3 Jahre gut zusammen. Ich habe Lust bekommen hier weiter zu arbeiten, großformatig und farbintensiv…

Having always been typical for my art my lines of Indian ink are now submitting transmitting only smooth impulses to the structures’ movements and are less excluding the viewer. This painting summarizes quite well my personal development during the last 2-3 years. I discovered the pleasure of painting upon large canvas with intense coulours.

Detail - detail, (c) Cordula Kerlikowski

Detail – detail, (c) Cordula Kerlikowski

Detail - detail, (c) Cordula Kerlikowski

Detail – detail, (c) Cordula Kerlikowski



"Secret of Aquarius" 120 x 150cm, Das Ergebnis - the result, (c) Cordula Kerlikowski"Secret of Aquarius" 120 x 150cm, Das Ergebnis - the result, (c) Cordula Kerlikowski

„Secret of Aquarius“ 120 x 150cm, Das Ergebnis – the result, (c) Cordula Kerlikowski

So gibt es also keinen Grund auszuruhen oder meine Neugier auf neues einzuschränken. Genug Impulse für die nächsten 50 Jahre!

So there is no reason to take a rest or to restrict myself in being curious for anything new. Impulses enough for the 50 years to come!

(Ein großes Dankeschön an Gabi Blache für die Übersetzung – Thank you so much, Gabi Blache, for translating!!!)

Nach der großen Räumerei und dem Möbelbauen geht es nun weitestgehend mit dem „normalen“ Alltag weiter. Zum künstlerischen Arbeiten bin ich in der letzten Woche nicht gekommen, aber ich denke, ein Bild aus dem Fundus hat auch seinen Reiz:

"Nachtmusikanten" - 30 x 40cm, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Nachtmusikanten“ – 36 x 48 cm, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Die vorherrschenden Blautöne versetzen die Szenerie in die Nachtstunden – die beiden Wesen sind durch ihre Instrumente als Musiker zu erkennen: der linke, ganz verträumt, schleicht mehr als dass er geht, er will anscheinend niemanden stören, der rechte singt und tanzt in sich versunken, die Laute schwingt im Takt seines Gesangs.

Woher kommen – wohi  gehen die beiden? Offensichtlich hatten sie viel Spaß in einer lauen Sommernacht… Möglicherweise waren sie auf einer Orchesterprobe oder haben vor Freunden gespielt, vielleicht saßen sie auch nur auf einer Bank im Park und haben für sich selbst musiziert…

Oder sie waren mit den „Nachtschleichern“ unterwegs:

"Nachtschleicher" - 36 x 48 cm, Mischtechnik auf Acrylmalpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Nachtschleicher“ – 36 x 48 cm, Mischtechnik auf Acrylmalpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Auf alle Fälle ist SOMMER !

In diesem Sinne ein schönes Wochenende und ebensoviel Spaß, wie die beiden hier ihn hatten!

Es ist spannend, nicht nur mit Farben, Formen und Strukturen zu spielen, sondern auch die Anordnung mehrerer Miniaturen auf einem Blatt zu versuchen. Dabei können interessante Effekte entstehen:

"Omega und Alpha", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Omega und Alpha“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier stehen zwei Quadrate nebeneinander und bilden durch die Farben und die grafischen Elemente im Vordergrund eine inhaltliche Einheit.

Im Folgenden sind vier kleine Landschaften zu einem größeren Quadrat zusammengefügt:

"Landschaft im Quadrat", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft im Quadrat“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Alle vier Quadrate weisen die gleiche Farbigkeit auf, die Gestaltung zur Gegenständlichkeit erreichte ich durch einige wenige Tuschelinien, locker gezeichnet und den Farbflächen der Grundstruktur folgend. Mehr braucht es hier nicht, um einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Quadraten herzustellen.

So ist es möglich, immer wieder neue Anordnungen auszuprobieren…

Mit einem breiten Passepartout versehen, das großzügigen Abstand zum Rahmen schafft, sind interessante Bildhängungen auch auf kleinen Wandflächen zu erreichen.

Heute stelle ich eine Arbeit vor, die ich nicht betitelt habe – eher selten bei mir, aber hier möchte ich den Betrachter auf seine eigene Gedankenreise schicken:

o.T., 70 x 100 cm, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

o.T., 70 x 100 cm, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich arbeitete auf einem sehr großen Papierformat – 70 x 100 cm ist schon ungewöhnlich, da bei solcher Größe eher eine Leinwand verwendet wird. Der Papierbogen muss fixiert werden. Entweder nutzt man eine große Hartfaserplatte o.ä., wenn an der Staffelei gearbeitet werden soll, oder man klebt den Bogen auf dem Arbeitstisch fest. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, erleichtert jedoch die Arbeit. Ich begann meine Arbeit auf dem Arbeitstisch. Für die Festlegung der schwarzen Linien positionierte ich das Blatt auf der Staffelei.

Schwungvolle Bewegungen und graphische Strenge wechseln sich nun ab: ganz offensichtlich ist die Dominanz von Rot und Türkis, die schwarzen Linien wirken formgebend und halten sich im Hintergrund bzw. unterstützen nur die Bewegung der beiden Hauptfarben.

Was ist zu sehen? Suchen Sie selbst…

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