Heute habe ich mit Kaffee auf Aquarellpapier experimentiert:

"Schneckenhaus", 20 x 30cm, Kaffee auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Schneckenhaus“, 20 x 30cm, Kaffee auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Es zeigte sich, dass sich sehr schöne, warme Brauntöne entwickeln und eine nuancierte Tonwertabstufung möglich ist.  Je stärker (dicker) der Kaffee, desto dunkler der Farbton. Hinzu kommt ein fast lackartiger Oberflächeneindruck an den Stellen, wo der Kaffee sehr kräftig aufgetragen wurde.

Für die Arbeit mit dem Pinsel auf dem Aquarellpapier ergeben sich kaum Schwierigkeiten, das Fließverhalten geht in Ordnung. Grafische Elemente aufzubringen ist schwieriger. Je dicker der Kaffee, desto zähflüssiger… Aus einer Metallfeder fließt die Farbe somit schlecht heraus und lässt sie nach einiger Zeit verkleben. Ich verwendete eine Glasfeder, die sich schnell und unproblematisch zwischendurch reinigen ließ. Auch mit einer Rohrfeder gibt es gute Ergebnisse.

Über die Lichtechtheit des Farbauftrags kann ich noch nichts sagen, dazu sind weitere Experimente notwendig…

Übrigens: verschiedene Kaffeesorten ergeben unterschiedliche Farbtöne!

Ab und zu brauche ich es Dinge auszuprobieren, die ich noch nie gemacht habe oder so gar nicht kann. Das gibt mir eine Auszeit von meiner täglichen Arbeit, macht Spaß, wirft aber auch zurück in eine ungewohnte Situation, in der sich sonst meine MalschülerInnen befinden.

Dreidimensionales Arbeiten fällt mir schwer, deshalb versuche ich das nur ab und zu. Hier ein Beispiel:

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Mein „Funny Girl“ entstand nach einem Aufenthalt in Hannover. Die dort im Stadtgebiet aufgestellten farbenfrohen und zugleich skurrilen „Nanas“ der französischen Künstlerin Niki Saint Phalle faszinierten mich so, dass ich selbst einmal versuchen wollte, eine Figur zu schaffen, die weiblich und zugleich abstrakt, verspielt und zugleich klar erscheint. Weiterhin wollte ich ausprobieren, ob es möglich ist, auch mit der Reduktion auf Schwarz und Weiss Akzente zu setzen: fröhlich, selbstbewußt, offensiv, neugierig, kommunikativ, frech, offen – das ist sie – meine Sommerimpression….

Und hier ein neue Kaltnadelradierung – passend zum Frühling:

Über die Kaltnadelradierung, insbesondere auf CD, habe ich bereits einige Artikel geschrieben:

https://cordulakerlikowski.wordpress.com/2012/01/28/ein-wiesenstuck-oder-platz-schaffen-im-cd-regal/

https://cordulakerlikowski.wordpress.com/2012/03/10/wiesenstuck-ii-oder-in-serie-arbeiten/

Heute geht des darum, die Druckfarbe zielgerichtet einzusetzen, um besondere Akzente zu schaffen:

"Drei Tulpen", 2012, Unikatdruck  - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen", 2012, Unikatdruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

Der sogenannte Irisdruck ist kaum ein Problem – hier werden die Druckfarben, gut voneinander entfernt, aufgetragen und sanfte Übergänge geschaffen.

Dagegen macht es schon größere Schwierigkeiten, einzelne Partien der Druckplatte gezielt farblich zu gestalten. Zum einen ist die Kunststoffplatte nach 10-15 Drucken erschöpft, die Linien werden dann unscharf. Also sind nur wenige Versuche möglich. Zum anderen ist das Auswischen der Druckfarbe aufwändiger und dauert länger. Außerdem kann die Platte durch das intensivere Auswischen der Farben schneller verkratzt werden.

Hier zwei Probedrucke:

"Drei Tulpen", 2012, Probedruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen", 2012, Probedruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen", 2012, Probedruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen", 2012, Probedruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

Während der Irisdruck kraftvoller und abstrahiert wirkt, sind die gezielten Tönungen realistischer. Man kann viel experimentieren – jeder Druck ist ein Unikat.

Es ist wichtig, hier sehr sauber zu arbeiten und die Platte nach jedem Druck vorsichtig mit einem Lappen und Terpentin zu säubern. Die Druckfarbe ist extrem pigmentiert – kleinste Rückstände verfärben den nächsten Druck auf unerwünschte Weise. Trotzdem ist es interessant, die CD auch einmal nicht zu reinigen und eine neue Farbe aufzutragen. Das Ergebnis kann interessant sein:

"Drei Tulpen", 2012, Probedruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen", 2012, Probedruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

Während Rot und Gelb sich dem Rötelton fast vollständig ergeben haben, weil der Kontrast zwischen ihnen nicht sehr groß ist, wirkt das Blau hier kräftig nach. So entstehen in diesem Fall Schattierungen, die die Schraffur der Radierung noch weiter unterstützen…

In meinem ersten Artikel zum Thema „Bamboo“ habe ich beschrieben, wie ich Kaltnadelradierung, Aquarell und Zeichnung thematisch miteinander verbunden habe.

Heute versuchte ich, was plastisch geht. Ich zerpflückte eine alte Aquarellmatte aus Bambus und benutzte die Stäbe für einen Reliefdruck auf meiner Druckpresse. In den Mittelteil legte ich eine Radierplatte, um hier eine glatte Fläche zum Zeichnen und Schreiben zu bekommen.

Das Ergebnis war sehr interessant. Die Hoch-Tief-Strukturen haben sich auf dem Bamboo-Papier sehr gut eingeprägt, ohne das Papier zu beschädigen. Zunächst nutze ich die Mittelfläche für die Kombination von Schrift  und Zeichnung mit der Bambusfeder, danach habe ich die Prägungen mit einem der Stäbchen aus der Matte andeutungsweise gezeichnet:

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Prägedruck/Mischtechnik, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Prägedruck/Mischtechnik, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich verwendete Sepia-Tinte und Laubgrün als Aquarellfarbe, um sowohl den frischen, als auch den trocknenden Bambus darzustellen. Hier noch einige Details:

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Prägedruck/Mischtechnik, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Prägedruck/Mischtechnik, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Prägedruck/Mischtechnik, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Prägedruck/Mischtechnik, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Insgesamt bin ich noch nicht ganz zufrieden – das Ganze wirkt zu unruhig, ich werde also weitere Prägeblätter vorbereiten und die Zeichnung ruhiger gestalten…

Nachdem ich in einem meiner vorangegangenen Artikel gezeigt habe, dass es sich auch mit einfachen Materialien gut radieren lässt und nach weiteren Motiven gefragt wurde, habe ich heute ein weiteres „Wiesenstück“ begonnen.

Wieder handelt es sich um eine Kaltnadelradierung auf einer alten  CD. Da der Druck ein Paßstück zum vorigen Motiv werden sollte, habe ich bewußt ähnliche florale Ansatzpunkte und Ausdrucksmittel verwendet.

Hier zunächst die CD:

"Wiesenstueck II" - CD, (c) by Cordula Kerlikowski

"Wiesenstueck II" - CD, (c) by Cordula Kerlikowski

An den Spiegelungen ist zu erkennen, dass das Gravieren der CD die Augen anstrengt – es sind Pausen vonnöten, um Fehler zu vermeiden…

Ein erster Probedruck zeigt, dass ich diesmal die Kontraste kräftig herausgearbeitet habe und die Schraffuren gleichmäßiger erscheinen:

"Wiesenstueck II" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Wiesenstueck II" - Probedruck auf Hahnemühle-Kupferdruck-Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

Für die folgenden Drucke gilt es nun, kleine Unregelmäßigkeiten auf der Druckplatte auszugleichen, die passenden Farben auszuwählen und sowohl mit dem Plattenton als auch mit dem Auswischen überschüssiger Druckfarbe zu experimentieren. So wird es möglich, zu harte Kontraste abzumildern, einen anderen Farbeindruck zu gewinnen oder durch Nachkolorierung mittels Aquarellfarben eine stärkere Bunttönung auszuprobieren.

Doch damit geht es am Montag weiter…

Heute habe ich das Kraftpapier der Firma Hahnemühle ausprobiert. Schon die Haptik ist etwas besonderes: das Papier fühlt sich sehr glatt an und wirkt robust. Hinzu kommt die außergewöhnliche Farbe – ein warmer Ocker-Ton, der sich sehr gut für Bleistift- oder Farbstiftzeichnungen eignen sollte.

Zunächst wollte ich mit meiner Chinatusche draufloszeichnen – das ging aber daneben: die Linien sind ausgefranst. Danach zeichnete ich mit einem Pitt-Stift weiter, doch da ich nun mal die Tinte und die unregelmäßige Linie der Zeichenfeder liebe, gefiel mir die Sache überhaupt nicht. Also versuchte ich es mit dunkelgrüner Schreibtinte und deckte die bisherige Zeichnung mittels Aquarellpinsel vollständig ab.Diese Tinte franste nicht aus.

1. Erkenntnis: Tusche geht, man muss nur testen, welche sich eignet.

Es entstand ein tiefdunkler Untergrund, der sich sehr gut vom Papierton abgrenzte und durch den Ockerton des Kraftpapiers insgesamt wärmer wirkt.

2. Erkenntnis: den warmen Papierton bewußt ausnutzen für Farbexperimente.

Danach kam nur noch eine Farbstiftzeichnung in Frage – hier erschien mir Weiß sehr gut als Kontrast geeignet:

Studie auf Kraftpapier - Farbstiftzeichnung (c) von Cordula Kerlikowski

Studie auf Kraftpapier - Farbstiftzeichnung (c) von Cordula Kerlikowski

Durch unterschiedlichen Andruck des Farbstiftes auf dem Papier sind sehr schöne Tonwertabstufungen möglich – das Weiß bekommt einen Grünschimmer…

3. Erkenntnis: Das Papier hält was aus!

An diesem Test ist gut nachzuvollziehen, dass nicht jeder Versuch, nicht jede Idee sofort funktioniert. Jedoch ist es immer möglich, den Ansatz zu verändern und dadurch doch noch ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Ich werfe ungern gute Papiere weg, weil ich mich vertan habe oder mir der bisherige Stand der Dinge nicht gefällt. Lieber experimentiere ich – um dann vielleicht neue Ideen zu finden…

Es ist immer wieder erstaunlich, was so für Ideen herausstolpern, wenn es neue Anregungen und Inspirationen gibt. So haben wir während unseres Besuchs bei der Hahnemühle auch über bewährte und vielseitige Papiere gesprochen – unter anderem über die „Bamboo“– Blöcke, die es als Zeichenblock und als Mixed Media Papier zu kaufen gibt.

Dabei kam mir der Gedanke, es doch einmal mit einer Serie zu versuchen, bei der das Thema „Bambus“ weiter auf die Spitze getrieben wird:

„Bamboo with Bamboo on Bamboo“

Also: Bambus als Motiv – gezeichnet mit einer Bambusfeder auf Bamboo-Papier!

Begonnen habe ich heute mit einer Ätzradierung, da ich ohnehin austesten wollte, ob sich das Mixed Media Papier auch nass verarbeiten lässt.

Hier erste Ergebnisse:

"Bamboo_with_bamboo_on_bamboo" - Material, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Material, (c) by Cordula Kerlikowski

Dabei ging es mir heute noch nicht um perfekte Arbeiten. Ich wollte zunächst probieren, ob das überhaupt funktioniert. Und das tut es! Sowohl der Druck mit eingeweichtem Papier, das Trocknen auf der Heizung und das anschließende Zeichnen mit Tusche und Feder sowie das nachkolorieren mit Aquarellfarbe waren problemlos möglich. Meine Bambusfeder hatte ich an einem Ende etwas spitzer geschnitzt, um für dieses Motiv dünnere Linien zu erhalten:

"Bamboo_with_bamboo_on_bamboo" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Bamboo with Bamboo on Bamboo" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

Das sind erste Versuche, die noch nicht botanisch korrekt, technisch korrekt und handwerklich optimal sind, aber sie zeigen in die richtige Richtung. Die Feinarbeit folgt in weiteren Schritten und wird nicht nur auf die Radierung beschränkt bleiben.

Sicher gehört es auch dazu, den Botanischen Garten zu besuchen, vor Ort zu skizzieren und Fotos herauszusuchen…

Über die Fortschritte berichte ich …

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