Als Susanne Haun in der letzten Woche bei mir im Atelier war und das Thema Skizzenbücher angesprochen wurde, fiel mir auch meins wieder ein. Ich bin in diesem Bereich nicht sehr konsequent und nutze dieses Medium der Gedankenstütze viel zu wenig.

So habe ich mehrere, teils selbst angefertigte Skizzenbücher. Jedoch sind sie nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. Rückblickend gesehen, ist das etwas schade.

Es ist allerdings schön, hin und wieder hineinzublicken. So werden Erinnerungen hervorgekramt, Assoziationen hergestellt und die eigenen Fertigkeiten und deren Entwicklung widergespiegelt:

Erinnerung an einen  Sommerurlaub in Dänemark:

"Muscheln" 1995 - Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

"Muscheln" 1995 - Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

oder ein paar Wochen später:

"Muschel" 1995 - Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

"Muschel" 1995 - Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Aber auch die Lilie aus meinem Geburtstagsstrauß:

"Lilie" - Bleistiftzeichnung 1996, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lilie" - Bleistiftzeichnung 1996, (c) by Cordula Kerlikowski

Offensichtlich war damals der Bleistift mein favorisiertes Zeichengerät. Später fand ich Gefallen an der Verwendung von Farbstiften:

"Anemone"_Bleistiftstudie mit Farbstift, 2001, (c) by Cordula Kerlikowski

"Anemone"_Bleistiftstudie mit Farbstift, 2001, (c) by Cordula Kerlikowski

Und noch etwas später folgten dann Farbstiftzeichnungen, die mir bis heute besonderen Spaß machen:

"Paprika" - Farbstiftzeichnung auf Zeichenkarton (c) von Cordula Kerlikowski

"Paprika" - Farbstiftzeichnung auf Zeichenkarton (c) von Cordula Kerlikowski

"Maronen" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Maronen" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

Danach habe ich kaum noch mit Farbstiften im Skizzenbuch gearbeitet, sondern auf einzelnen Blättern größeren Formates.

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Es ist Winter, ich habe keine richtige Lust auf große Arbeiten und halte deshalb  noch ein bißchen Abstand zu meinem derzeitigen „Großvorhaben“ in Acryl.

Beim Durchforsten meiner Dateien fand ich viele kleinere Arbeiten, die ich heute vorstellen möchte – Fundstücke aus dem Alltag bzw. aus dem Urlaub: Paprika, Quitten, Maronen (Eßkastanien), Pilze….

Also, wer meint, keine Zeit zum Zeichnen zu haben, schummelt ein bißchen. Es muss ja nicht immer eine durchgezeichnete Farbstiftzeichnung sein, aber regelmäßiges Üben schult tatsächlich den Blick und die Hand.

Hier einige Beispiele:

Toskana:

Im Urlaub genieße ich es Farben, Formen und neue Eindrücke auf mich wirken zu lassen und  auch  einen Nachmittag mit Stiften oder Aquarellfarben zu verbringen – von der Terrasse des Ferienhauses z.B. auf die toskanische Landschaft zu blicken und dabei gerade gefundene Maronen zu zeichnen oder ein luftiges abstraktes Aquarell zu malen:

"Maronen" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Maronen" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Sommer abstrakt" - Aquarell und Farbstifte, (c) von Cordula Kerlikowski

"Sommer abstrakt" - Aquarell und Farbstifte, (c) von Cordula Kerlikowski

Wunderbarerweise bieten auch der heimische Garten und der Einkaufskorb unzählige Möglichkeiten zum Zeichnen:

"Quitte" - Bleistiftzeichnung auf Zeichenkarton (c) von Cordula Kerlikowski

"Quitte" - Bleistiftzeichnung auf Zeichenkarton (c) von Cordula Kerlikowski

"Paprika" - Farbstiftzeichnung auf Zeichenkarton (c) von Cordula Kerlikowski

"Paprika" - Farbstiftzeichnung auf Zeichenkarton (c) von Cordula Kerlikowski

Herbst:

Von September bis November  liefern bunte Blätter oder Pilze Inspirationen ohne Ende:

"Herbstlaub" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Herbstlaub" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Herbstlaub" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Herbstlaub" - Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

Farbenfrohe Laubfärbung, selbst vertrocknete Blätter machen Spaß! Hier kann man viel über Strukturen, Schattierungen und Farbmischungen lernen, wobei es nicht unbedingt notwendig ist, viele Farbstifte zu verwenden – die Farbvielfalt ergibt sich durch Mischungen einiger Farbtöne in immer wieder neuer Zusammensetzung.

Und ab und zu  sollte man sich auch einmal fallen lassen in eine bunte Spielerei:

"Pilze" - Aquarell auf Japanpaier (c) von Cordula Kerlikowski

"Pilze" - Aquarell auf Japanpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Frisch geerntet!" - Bleistift und Farbstift auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

"Frisch geerntet!" - Bleistift und Farbstift auf Pastellpapier (c) von Cordula Kerlikowski

Es geht aber auch akademisch:

Sicherlich genügen diese Beispiele um auch Lust zu machen auf einige winterliche Zeichnungen –  zu dieser Jahreszeit finden sich ebenfalls viele Motive: vertrocknete Zweige oder Früchte (Hagebutten, Beeren,…), eine vereiste Fläche, ein Vogelhaus mit seinen gefiederten Besuchern oder nur die eigene Kaffeetasse, ein paar Stückchen Würfelzucker oder Mitbringsel aus dem letzten Urlaub…

Also: ab heute Schluss mit den Ausreden, für das Zeichnen wären keine Zeit oder kein Motiv vorhanden!

In diesem Sinne gutes Gelingen und viel Spaß!

P.S.: Auch Mißerfolge bringen uns weiter, wir lernen hinzu und machen es beim nächsten  Mal besser…

Da ich gestern lieber über „Adam und Eva“ parliert habe als über die Probedrucke meiner überarbeiteten Kaltnadelradierung, hole ich die heute nach.

Nach dem Fertigstellen der Druckplatte sind Probedrucke notwendig, um das Bild der Linien und die Tonwerte zu überprüfen und ggf. Korrekturen vorzunehmen. Dazu brauche ich neben dem Platz im Atelier Terpentinersatz zum Säubern der Druckplatte, diverse Papiere, Kupferdruckfarben, feuchtes Kupferdruckpapier und nicht zuletzt – meine Druckpresse:

Druckpresse im Atelier Kerlikowski

Meine Druckpresse - klein, aber fein, mit antikem Touch

Sie ist vor -zig Jahren aus einer alten Wäschemangel umgebaut worden und ich habe sie bei eBay günstig ersteigert. Sie reicht für meine Formate völlig aus, wenn ich größere drucken will, kann ich in eine Litho-Werkstatt gehen.

Zunächst versuchte ich einen monochromen Druck in Paynesgrau, der mir bei der Aqua Tinta “ Schneckenhaus“ so gut gefallen hatte. Diese Farbe habe ich für die „Eva“ sofort wieder verworfen – kalte Farben eignen sich kaum für dieses blumige Motiv.

So benutzte ich danach Siena gebrannt auf der nicht vollständig vom Paynesgrau gereinigten Platte )links), eine Mischung aus zwei (Paynesgrau und Siena gebrannt – Mitte) bzw. drei Farben (Paynesgrau, Kadmiumgelb, Rot – rechts) für weitere Versuche:

Druckvarianten "Eva"

Drei Farbvarianten der "Eva" - Kaltnadelradierung von Cordula Kerlikowski

Diese Mischungen gefallen mir gut – durch die Wärme von Siena gebrannt bzw. Gelb und Rot wirken sowohl das Gesicht der Eva als auch die floralen Elemente der Umgebung leuchtend, warm und sinnlich.

Hier ein Probedruck:

Eva-Probedruck

Probedruck "Eva" in Paynesgrau und Siena - von Cordula Kerlikowski

Das Blatt passt  farblich schon gut zu den bereits vorhandenen Motiven („Der Ruf des Faun“, „Versuchung“, „Paradiesvogel“) und das Druckbild erscheint im Großen und Ganzen stimmig. Ich werde die Drucke nun ein paar tage ruhen lassen, danach noch einmal anschauen, überprüfen und dann „ins Reine“ drucken, wobei ich Unikatdrucke mit verschiedenen Farbkompositionen bevorzuge…

Wieder habe ich einige Bilder gefunden: diese Serie „Adam und Eva“ stand, in einem Dreier-Passepartout und einem Rahmen im Langformat, einer Ecke meines Ateliers, die schon mit anderen, größeren Arbeiten zugestellt war. So „rutschte“ es beim Umräumen und Bilder sortieren immer mehr nach hinten – und heute kamen sie mir wieder in die Hand.

Acryl und Tusche auf Aquarellpapier - von Cordula Kerlikowski

"Eva" - Mischtechnik auf Papier, 10 x 15cm - von Cordula Kerlikowski

Adam - Mischtechnik auf Papier - von Cordula Kerlikowski

"Adam" - Mischtechnik auf Papier, 10 x 15cm - von Cordula Kerlikowski

"Apfel" - Mischtechnik auf Papier - von Cordula Kerlikowski

"Der Apfel" - Mischtechnik auf Papier, 10 x 15cm - von Cordula Kerlikowski

Die Bilder entstanden 2001 während eines Nachmittags mit meiner Freundin – und wie zu sehen ist, hatten wir viel Spaß dabei. Es stellt sich hier die Frage, wer wem den Apfel gibt, … es scheint Eva zu sein, die Adam das Früchtchen anbietet und sich dann klammheimlich aus dem Staub macht… oder anders herum? Ist Adam der triumphierende Sieger?

Je nachdem, wie der Betrachter die Reihenfolge der 3 Bilder wählt, entstehen neue Interpretationsmöglichkeiten.

Besonders interessant ist, dass wir hier einem Wortspiel seinen Lauf lassen können: Apfel oder Apple ??? 2001 gab es weder iPhone, iPad und andere mobile i’s…. Wie würde das Treffen ausgehen, wenn es nicht ein Apfel, sondern ein Apple wäre, der von Hand zu Hand geht ???

Die weitere Auslegung überlasse ich dem geneigten Leser/der schmunzelnden Leserin.

Viel Spaß dabei!

Wie bereits im vorangegangenen Blog beschrieben, habe ich zum Jahresausklang mehr Zeit und Muße, mich mit kleineren  freien Arbeiten zu beschäftigen, und der Fantasie freien Lauf zu lassen, Materialien auszuprobieren und mit deren Möglichkeiten zu spielen. Was am Freitag als Aquarell begann, ist nun Mischtechnik geworden: Aquarellfarbe, Acrylfarbe, Pigment, Aquarellstift…

Aus den abstrakten Formen entwickelte ich in Andeutung zwei Bäume, knorrig, verwachsen – aber immer noch mit einigen Blättern und Ranken –  streben sie dem Licht entgegen wie sie es schon ewig tun.:

"Zauberwald" - Mischtechnik auf Aquarellpapier, 30 x 30 cm - von Cordula Kerlikowski

Geheimnisvoller Sagenwald? Versteckte Märchen? Es bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen, wozu er sich beim Anschauen inspirieren lässt.

In dem Maße, wie die Menschen ihre  Weihnachtsvorbereitungen beschleunigen, wird es bei mir im Atelier ruhiger: die meisten meiner Malschülerinnen haben sich für den Rest des Jahres bereits in den Urlaub verabschiedet, die Aufträge sind erledigt und in dem Gebäude, in dem ich mein Atelier habe, ist auch weniger Betrieb.

Und so ist Zeit – zum Aufräumen und Sortieren, aber auch für entspannte kleinere Arbeiten, so ohne Zeitdruck, Termine oder Störungen von außen. Ich mag diese stillen Tage. Meist entstehen in dieser Zeit ganz besondere Werke, z.B. 2005:

"Fräulein Henriette" - Mischtechnik auf Künstlerpapier, 20 x 28 cm - von Cordula Kerlikowski

"Sir Winston mit Zylinder" - Mischtechnik auf Künstlerpapier, 20 x 28 cm - von Cordula Kerlikowski

Genauer waren das zunächst entspannte, ziellose Spachtelspuren auf zwei Blättern, danach kam die verträumte Suche nach Strukturen, Formen oder Zeichen – und so schälte sich zunächst der würdige alte Herr, danach das junge Mädchen aus der Fläche. Ich arbeitete dabei, wie so oft, mit Tusche und Feder und bemühte mich, mit möglichst wenig Linien auszukommen. Die Figuren sollten unvollständig bleiben.

Heute nun war wieder so ein Tag. Meine Malschülerinnen vom Vormittagskurs waren gegangen und ich begann aufzuräumen. Erstaunlicherweise finden sich dann immer einmal Dinge an, von denen ich schon gar nicht mehr wußte, dass es sie gibt – so z.B. eine fast fertige Druckplatte zur Serie „Paradiesgarten“, die ich vor einigen Jahren als Kaltnadelradierung gestaltet habe, und einen großer quadratischer Aquarellblock, auf dem ich spontan ein paar Flächen anlegte:

Druckplatte zur Serie "Paradiesgarten" - 10 x 15 cm, Kaltnadelradierung

Aquarellblock und Druckplatte - Fundstücke im Dezember 2011

Bei der Druckplatte sind nur noch wenige Flächen auszuarbeiten und so beschloss ich, diese Platte, ebenso wie das begonnene Aquarell, samt „Werkzeugen“ mit nach Hause zu nehmen, um sie am Wochenende zu beenden. Ein kleines Stück wollte ich gleich in Angriff nehmen. Dabei kam sofort in Erinnerung, wie kraftaufwändig das ist…

Es bleibt abzuwarten, ob ich alles schaffe, ansonsten geht es nächste Woche im Atelier damit weiter. Ich werde berichten…

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