Wer mich kennt, weiß, dass ich so ziemlich alles an Musik höre, was möglich ist – von Klassik bis Thrash Metal… Und so kann es schon vorkommen, dass in meinem CD-Player und iPod alles mögliche durcheinander läuft…

Heute hatte ich, als ich eine Übung für meine Malschüler vorbereitete, ein kleines Blatt mit Aquarellfarben grundiert. Die entstandene Struktur erinnerte mich stark an den Körper eines Schwans: geschwungener Hals, Flügelform, die Blautöne sowieso… Während des Maltreffens unterhielten wir uns natürlich über die gestalterischen Möglichkeiten dieser Vorgabe und irgendwie schwirrte mir „Schwanensee“ von Peter Tschaikowsky dazu durch den Kopf.

Zu Hause angekommen, ging ich an die Ausarbeitung des Themas. Dass ich im Rahmen meiner Serie von Illustrationen mit Tusche arbeiten wollte, war schnell klar und ich bereitete meinen Arbeitsplatz entsprechend vor. Beinahe automatisch drückte ich die Play-Taste meines CD-Players – völlig vergessen, dass dort noch „Amplified“ von Apocalyptica lag. Das ist nun so ziemlich das Gegenteil von „Schwanensee“ – ausgenommen die Celli, die in beiden Werken zum Einsatz kommen…

Das hat mich dann doch etwas aus der Klassik herausgerissen, jedoch zu einem anderen interessanten „Schwanenwerk“ gebracht, das dem einen oder anderen bekannt sein dürfte, hören Sie selbst:

Karat – „Schwanenkönig“

(leider habe ich keine Aufnahme mit dem inzwischen verstorbenen Sänger Herbert Dreilich gefunden. Hier singt sein Sohn…)

Und genau dieser Schwanenkönig glitt dann wie von selbst aus meiner Zeichenfeder:

"Schwanenkönig" - 25 x 25cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

„Schwanenkönig“ – 25 x 25 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

So kann Musik inspirieren – und der „Schwanenlieder“ gibt es mehrere, interessanterweise sind es Cello-Stücke.  Neben Tschaikovsky – Sterbender Schwan (Ballett Schwanensee) zum Beispiel Saint-Saens – Der Schwan (Karneval der Tiere)…

Wer kennt weitere???

Ja, ich weiß, ich bin spät dran und bis ich die Inspirationen aus meinem Kurzurlaub an der Küste umgesetzt habe, wird es noch etwas dauern. Ich habe tatsächlich nur fotografiert und meine Farben und Stifte nicht angerührt. Aber das war gut so, manchmal brauche ich Abstand…

Deshalb habe ich heute zum „Warmmalen“ ein Blatt verwendet, das durch ein umgeworfenes Tintenfass ziemlich ruiniert war. Ich konnte den Schaden zwar begrenzen, indem ich es beherzt unter den laufenden Wasserstrahl hielt, aber für die geplante Zeichnung war es nicht mehr zu verwenden:

Zeichnung und Foto (c) Cordula Kerlikowski

Zeichnung und Foto (c) Cordula Kerlikowski

Deutlich ist zu sehen, wie die Tinte links verlaufen ist. Durch das Abspülen wirkt die Fläche jedoch pastellartig und es ist möglich, diesen Bereich in eine neue Zeichnung einzubeziehen.

Ich verwendete den gleichen blau-türkisen Farbton für die Überzeichnung und setzte nur am Schluss einige grüne Akzente. Hier zeigte sich auch, dass die vorangegangenen Bleistiftstudien zum Ginkgo nützlich waren. Aus der Erinnerung dieser Übung war es möglich, aus den Verlaufspuren passende Zweige zu entwickeln und kleine Blattansätze korrekt anzusetzen.

Hier nun das Ergebnis:

"Ginkgo-Zweige" - Zeichnung/Mischtechnik, 11 x 24 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Ginkgo-Zweige“ – Zeichnung/Mischtechnik, 11 x 24 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Jetzt passt sich der kleine „Unfall“ so in die Arbeit ein, dass er nur noch dem Eingeweihten auffällt.

Erkenntnis: auch Arbeiten, die verunglückt erscheinen, können meist noch gerettet werden. Oft sind dazu nur zeitlicher Abstand, Umdenken, ggf. Drehen des Motivs usw. nötig. Es wäre schade um die eingesetzte Zeit und das verwendete Material, wenn das Papier im Abfall landen würde… Das kann jeder und – in diesem Prozeß von Verwerfen, Umarbeiten und Neuanfang gibt es viel zu lernen!

Ich habe die Blätter des Ginkgo schon auf verschiedene Weise dargestellt: als Radierung, als Tuschezeichnung oder in Mischtechnik. Immer faszinierten mich dabei die schlichten Formen der Blätter.

Ginkgo-Blätter, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ginkgo-Blätter, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Da der Baum aber im Herbst seine Blätter abwerfen wird, macht es Sinn, die wichtigsten Details von Blättern und Astansätzen in einer genauen Bleistiftzeichnung zu sichern. Mit so einem Fundus ist es dann möglich, auch ohne das direkte Vorbild neue Arbeiten zu entwickeln. Man zeichnet also nicht von einem Foto oder der Zeichnung ab, sondern baut sich aus der erinnerten Wahrnehmung und den Erfahrungen eigene Zweige und Blattformationen auf.

In einer ersten Zeichnung habe ich mir die Blätter vorgenommen. Zunächst betrachte ich die Formen, Stielansätze und Besonderheiten einzelner Blätter sehr genau und versuche dann Regeln zu erkennen, die mir bei der Ausarbeitung helfen können. Schnell ist z.B. festzustellen, dass die Blätter unterschiedlich tief geschlitzt sind, die Stiele sehr dünn erscheinen und sich auf Grund dessen immer leicht biegen, was dem Ganzen eine gewisse Eleganz verleiht.

In der unten stehenden Zeichnung kam es mir vor allem auf die Form an, die Drehungen und den Schwung der Blätter hebe ich mir für eine spätere größere Zeichnung auf:

"Ginkgo-Blätter", Bleistiftzeichnung auf Skizzenpapier, (c) Cordula Kerlikowski

„Ginkgo-Blätter“, Bleistiftzeichnung auf Skizzenpapier, (c) Cordula Kerlikowski

Die Blätter erscheinen in Büscheln, die aus dicken verholzten Ansätzen herauswachsen. Wichtig war mir ebenfalls, wie die Stiele am Holz des  Zweiges sitzen, auch das habe ich sehr genau aufgenommen. Markant sind die Schlitze in den Blättern und der Übergang vom Stiel zum Blatt. Die Maserung der Blätter ist schlicht und geradlinig.

Zudem habe ich das Holz etwas genauer dargestellt. Die Rinde an den dünnen Zweigen ist relativ glatt, weist ringförmige Strukturen auf und hat gelegentlich kleine Verwachsungen und Knospenansätze.

In einer zweiten Zeichnung konzentrierte ich mich ausschließlich auf einen verholzten Zweig und ließ die Blätter fast völlig außen vor – sie sind nur als dünn angedeutete Linien wahrzunehmen:

"Ginkgo - Zweig", Bleistiftstudie auf Skizzenpapier, (c) Cordula Kerlikowski

„Ginkgo – Zweig“, Bleistiftstudie auf Skizzenpapier, (c) Cordula Kerlikowski

Hier sind die Wuchsform, Verwachsungen und Unebenheiten, aber auch die Ansatzstellen für die Laubblätter gut zu erkennen. Licht und Schatten bewirken Tonwertunterschiede – auch diese habe ich aufgenommen.

Schon aus diesen beiden Studien ist es nun möglich, einen eigenen Zweig zu konstruieren, vielleicht kann ein Foto noch einige Klarheit zu der Anzahl der Blätter in einem Büschel oder über Größenverhältnisse geben, aber abzeichnen muss man es nun nicht mehr.

Probieren Sie es aus! (Es geht auch mit jeder anderen Pflanze, nur ist der Ginkgo in seinen Formen wesentlich schlichter als eine Rose oder ein Ahornzweig…)

Für die Ausstellung bei Eveline Armenat (ich berichtete am letzten Donnerstag) arbeite ich weiter an einigen Miniaturen. Heute verwendete ich ein außergewöhnliches Format, das mir durch früher einmal gekaufte Bütten-Passepartouts vorgegeben war. Bambus bietet sich aufgrund seiner Längsausrichtung natürlich besonders an – und so sollte es dann auch sein:

Allen drei Variationen ist die Ausführung auf Aquarellpapier gemeinsam – jedoch habe ich in allen drei Fällen nach dem Auflegen des Bütten-Passepartouts über dieses weiter gezeichnet. Im Foto ist das vielleicht nur bedingt zu erkennen, im Original ist die Wirkung stärker…

Variante 1 – klassisches Grün:

"Bambus I" - 6 x 17cm/20 x 30cm Aquarell/Mischtechnik

„Bambus I“ – 6 x 17 cm/20 x 30 cm Aquarell/Mischtechnik

Dieses Blatt wirkt harmonisch –  so wie die meisten von uns Bambus kennen und erwarten. Die Vielfalt dieser Pflanze ist jedoch viel größer und wenn ich auch farblich vielleicht etwas stärkere Kontraste eingesetzt habe, so stimmt die Farbigkeit der folgenden Arbeiten doch in etwa:

Variante 2 – Blautöne:

"Bambus II" - 6 x 17cm/20 x 30cm Aquarell/Mischtechnik (c) Cordula Kerlikowski

„Bambus II“ – 6 x 17cm/20 x 30cm Aquarell/Mischtechnik

Ja, es gibt „blauen“ Bambus – grau-türkisfarben in etwa: Bambusa Chungii zum Beispiel…

Und hier ein Bambus, in dem Grün und Violett vorkommen – Neosino Calamus als ein Vertreter dieses Farbspiels…:

Variante 3 – Grün-Violett:

"Bambus III" - 6 x 17 cm/ 20 x 30 cm Aquarell/Mischtechnik, (c) Cordula Kerlikowski

„Bambus III“ – 6 x 17 cm/ 20 x 30 cm Aquarell/Mischtechnik

Obwohl Zeichen- und Malstil identisch sind und auch das Motiv das Gleiche bleibt, wirken die drei Arbeiten ziemlich unterschiedlich.

Die Rahmung wird eine Herausforderung. Zum einen möchte ich den schönen Büttenrand des Passepartouts erhalten, zum anderen gibt es für dieses Format mit Sicherheit keinen Standardrahmen….

Meine Freunde und Malschülerinnen wissen inzwischen, dass ich so ziemlich alles Male oder zeichne, was die Natur hergibt. So brachte mir Bärbel zwei üppige Zweige mit Hagebutten vorbei. Auch bei meinem Einkauf bei Boesner am Samstag hatte ich schon dicke Exemplare gesehen, mich aber nicht getraut, einen kleinen zweig zu stibitzen. Es waren auch zu viele Dornen dran…

Nun hatte ich also doch, ganz spezielle, Hagebutten, die ich heute gezeichnet habe:

"Hagebutten" - Zweig und Konturzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Hagebutten“ – Zweig und Konturzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Die Blätter sind unterschiedlich groß und oft nur im Bereich der Spitze gezackt, die Stiele haben einen roten Schimmer und die Früchte sind rund statt oval. Das alles galt es bei der zeich nung zu bedenken.

Aufgrund der Detailvielfalt habe ich ein größeres Format gewählt: 27 x 40 cm.

Gelegentlich passieren mir auch kleine Panne  wie der grüne farbklecks oben rechts. Damit muss ich erst einmal leben, aber man wird sehen, dass er in der fertigen Zeichnung verschwunden ist. Mit etwas Routine sind durchaus auch bei Tuschezeichnungen Korrekturen möglich.

Hier das Ergebnis:

"Hagebutten" - 27 x 40cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Hagebutten“ – 27 x 40cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Oben links glitzen noch einige feuchte Farbspritzer… Aber während ich hier schreibe, sind sie schon getrocknet.

Noch ein kleines Detail in größerer Ansicht:

"Hagebutten" - Detail, (c) by Cordula Kerlikowski

„Hagebutten“ – Detail, (c) by Cordula Kerlikowski

Heute ist Dienstag und somit Malgruppentag im Garten meiner Malschülerin Karin. Endlich wunderbares Sommerwetter und der Gang zu den Blumenbeeten, um nach Malmotiven zu suchen, hat uns entspannt und zugleich neugierig gemacht. In einer Woche verändert sich viel!

Mich fesselten heute die Duftwicken, ganz unromantisch auch Platterbse genannt, die sich an einem Bambusgestell emporrankten und herrlich dufteten…

Hier meine heutige Zeichnung:

"Duftwicke" - 23 x 23cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Duftwicke“ – 23 x 23cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Es ist interessant die Blüten in einer Nahaufnahme zu zeichnen – die Details werden deutlicher, zugleich kommen auch die zarten Rankenansätze viel mehr zur Geltung.

Auch Karin und Sibylle haben sich die Wicke vorgenommen und wie immer gab es bei drei Zeichnerinnen drei unterschiedliche Ergebnisse – jedes einzelne schön und charakteristisch für die jeweilige Ausführende.

Heute fiel es uns aufgrund der gelösten Stimmung schwerer als sonst, die Runde zu beenden und so ist es spät geworden auf der Terrasse…

Ich denke es ist an der Zeit euch meinen kleinen persönlichen Saurier vorzustellen:

"Mein Saurier" - Aquarell/Mischtechnik, ca. 25 x 25cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Mein Saurier“ – Aquarell/Mischtechnik, ca. 25 x 25cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier habe ich mich mal richtig ausgetobt und hatte sehr viel Spaß am Zeichnen. der kleine Kerl hat einen Kopf wie ein Triceratops, Ohren wie eine Fledermaus, einen Backenbart, einen Rückenkamm wie ein Stegosaurier, Vorderfüße wie ein Affe  und Echsenbeine hinten. Fusselige Fellgirlanden an den Seiten und ein Stummelschwanz vervollständigen dieses kuriose Wesen. Er scheint sich in seiner Gestalt wohl zu fühlen, denn ich habe darauf geachtet, dass es schon so passt, dass er nicht über seine eigenen Körperteile fällt.

Ich glaube, er ist ein friedlicher Pflanzenfresser… wie groß? Ich weiß nicht…

Zu diesem Bild gab es eine Geschichte und eigentlich wollte ich mit einer Autorin zusammen eine Geschichtensammlung mit diesem und ähnlichen Illustrationen machen. Das hat sich zerschlagen und so wartet mein grüner Saurier noch auf seine Neuentdeckung…

Heute war ich im Atelier und auf dem Rückweg zum Parkplatz sah ich eine kleine Kolonie Ackerwinden – winzig klein, fast zu übersehen und wirklich unscheinbar. Die Blüten hatten einen Durchmesser von ca. 2 cm und die Blätter waren mit 3-4 cm auch nicht gerade riesig.

Es war gar nicht so einfach, eine etwas davon zu pflücken, denn die Ranken wickeln sich förmlich um alles, was ihnen Halt bietet: Grashalme, Zaunstreben, Baumstämme. Letztlich habe ich es doch geschafft etwas mitzunehmen und hier ist nun der große Auftritt der kleinen Blume:

"Ackerwinde" - Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

„Ackerwinde“ – Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

"Ackerwinde" - Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

„Ackerwinde“ – Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

Die Ranke mit ihren Schwingungen ist eine Herausforderung. Sie dreht sich wie ein gesponnener Bindfaden und dieses Charakteristikum sollte auch im Bild zu sehen sein. Dazu genügen ein paar angedeutete Schatten und wenige Tuschelinien.

Hier nun der Gesamteindruck:

"Ackerwinde" - 23 x 23cm, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

„Ackerwinde“ – 23 x 23cm, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

Da an den Spitzen der Ranken nur Knospen oder Blätter zu finden sind, habe ich mich eines kleinen kompositorischen Tricks bedient und die Ranke kurz aus dem Bild laufen lassen. Oben rechts kommt die Spitze wieder zurück. So ist wenigstens eine Blüte in ihrer vollen Pracht zu sehen. Zugleich kommt so noch etwas Bewegung ins Bild…

Wie ich schon an anderer Stelle berichtet habe, ziehe ich aus meinem Atelier aus und packe also seit zwei Wochen Kisten und Kartons. Dabei findet sich einiges wieder an, was ich beinahe schon vergessen hätte:

"Vogelfänger" 9 x 10cm auf 20 x 30cm, Bleistiftzeichnung von (c) Cordula Kerlikowski

„Vogelfänger“ 9 x 10cm auf 20 x 30cm, Bleistiftzeichnung von (c) Cordula Kerlikowski

"Hund und Hase" - 9 x 10cm auf 20 x 30cm, Bleistiftzeichnung von (c) Cordula Kerlikowski

„Hund und Hase“ – 9 x 10cm auf 20 x 30cm, Bleistiftzeichnung von (c) Cordula Kerlikowski

Hier habe ich einige Linien gesetzt und dann durch verschieden starke Schraffuren Räumlichkeit erzeugt. Wer genau hinschaut, findet den Vogelfänger und den Vogel, den Hasen und den Hund… Oder?

Das geht auch mit Aquarellflächen oder mit Acrylfarben, letztere dann jedoch im größeren Format, sonst wird es zu fummelig.

Diese Übung eignet sich gut für Bus- oder Zugfahrten, Wartezeiten auf dem Flughafen, im Café oder auf einer Parkbank-Pause. Auf Reisen kann so eine ganze Serie kleinformatiger Arbeiten entstehen!

Tagelang regnet und gewittert es schon und dieses düstere, nasse Wetter scheint auch mir langsam aufs Gemüt zu schlagen.

So richtig fand ich heute kein Motiv, das mich auf Anhieb begeistert hat und auch sonst war der Tag schon nicht wirklich optimal verlaufen… In meiner Vase standen noch einige Blumen, die hier jeder im Garten hat, aber kaum jemand ihren Namen kennt.

Zwei davon zu zeichnen war nun heute die einzige Chance meinen Blogbeitrag für heute zu sichern:

"Gelbe Blüten" - Vorzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Gelbe Blüten“ – Vorzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich entschied mich für die Farben Grün und Gelb – so wie es auch die Blüten vorgeben, doch verkalkulierte ich mich diesmal doch um einiges bei den Verläufen zwischen den beiden Farbtönen: zu dunkel, zu grünlastig…

"Gelbe Blüten" - Zwischenschritt, (c) by Cordula Kerlikowski

„Gelbe Blüten“ – Zwischenschritt, (c) by Cordula Kerlikowski

Bis hierher war noch alles im „grünen Bereich“. Aber die Blütenblätter  wurden heute die Herausforderung für mich.

Zudem streikte meine Zeichenfeder und nahm nicht mehr wie gewohnt Tinte auf. Ich wechsle ungern mitten in der Zeichnung das Werkzeug, aber auch das blieb mit heute nicht erspart. Und wenn mir dann auch noch das fast fertige, feuchte Bild aus der Hand rutscht und beinahe auf die Bildseite fällt, der Fön ausfällt, mit dem ich „mal schnell“ einen Tropfen trocknen wollte, dann ist auch bei mir der Tag gelaufen…

Ich könnte das ja nun alle verschweigen und so tun, als wäre alles sooo super gelaufen wie immer. Aber ich denke, der Leser, die Leserin hat Anspruch auf Ehrlichkeit.

Letzen Endes durfte ich mir auf die Fahnen schreiben, was ich meinen Malschülern so gern auf den Weg mit gebe:

„Wegwerfen kann jeder – durchhalten ist die Kunst!“

Also hier das, nun am Ende doch ganz annehmbare, Ergebnis.

"Gelbe Blüten" - ca. 23 x 23cm, Tuschezeichnung von Cordula Kerlikowski

„Gelbe Blüten“ – ca. 23 x 23cm, Tuschezeichnung von Cordula Kerlikowski

Aber ich denke, das mache ich beim nächsten Mal doch noch ein bißchen anders und besser!

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