Die Zeit rast dahin und in den letzten Wochen ist schon wieder soviel an interessanten Dingen gelaufen, dass ich wirklich einen Riesen-Blogstau angehäuft habe. Das werde ich nach und nach abarbeiten und bitte dafür um etwas Geduld.

Heute berichte ich über die Malwoche in Goslar, die jetzt schon zum 10. Mal stattgefunden hat. Einige der Teilnehmerinnen sind tatsächlich schon so lange mit dabei und die Gruppe hat sich mit den Jahren gefunden. So entsteht auch eine ganz besondere, familiäre Atmosphäre, die alle offensichtlich sehr genießen.

Es ist schön mit zu erleben, wie sich die TeilnehmerInnen entwickeln und nach und nach ihren eigenen Stil finden. Weg von Mal-Zeitschriften und dem Kopieren anderer Vorlagen (auf die Copyright-Situation weise ich aus gutem Grund immer wieder hin) – hin zu dem Arbeiten nach eigenen Entwürfen, Fotos, Ideen. Einige Teilnehmerinnen sammeln übers Jahr eigene Fotomotive, die sie dann in dieser Arbeitswoche schrittweise und ganz entspannt zu richtig guten Bildern entwickeln.

Hier einige Beispiele, was in diesem Jahr entstanden ist. Auch wenn der Kurs unter dem Motto „Freie Acrylmalerei“ steht, können die verschiedensten Techniken angewendet werden. Wei weit das u.U. gehen kann, seht ihr gleich:

Christa A., Goslar, April  2014

Christa A., Goslar, April 2014

Karin S., Goslar April 2014

Karin S., Goslar April 2014

Antje S., Goslar April 2014

Antje S., Goslar April 2014

Christa A., Goslar April 2014

Christa A., Goslar April 2014

 

 

Heike S., Goslar April 2014

Heike S., Goslar April 2014

Sibylle G., Goslar April 2014

Sibylle G., Goslar April 2014

Steffi B., Goslar April 2014

Steffi B.

Antje S., Goslar April 2014

Antje S., Goslar April 2014

Monika K., Goslat April 2014

Monika K., Goslat April 2014

Cathrin B., Goslat April 2014

Cathrin B., Goslat April 2014

Karin P., Goslar April 2014

Karin P., Goslar April 2014

 

Stadtarchiv Gosar, April 2014

Stadtarchiv Gosar, April 2014

Sicherlich machbar, aber doch etwas langweilig wäre es, würden wir uns die ganze Woche nur mit unserer Kunst beschäftigen. So versuche ich jedes Jahr, ein kleines Highlight zu finden, das uns auch außerhalb des Ateliers begeistern kann: Bergwerk, Museum, Nordische Stabkirche und in diesem Jahr das Goslarer Stadtarchiv. es ist, im Gegensatz zu vielen anderen Archiven, der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich – und es ist unglaublich spannend, wenn der Leiter, Herr Albers, leidenschaftlich über alte Schriften spricht.

Hier einige Impressionen. Die 2 Stunden waren so spannend und informativ, dass ich dazu noch einen gesonderten Beitrag schreiben werde.

Herr Albers mit einer <urkunde aus dem 13. Jahrhundert, mit freundl.Genehmigung des Stadtarchivs

Herr Albers mit einer

 

 

 

 

 

 

In diesem Sinne – frohes Schaffen…!

 

 

 

 

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In der vergangenen Woche war ich mit meiner Malgruppe in Goslar. Einmal im Jahr reisen wir in die schöne Stadt im Harz, um ungestört und intensiv zu malen und zu zeichnen.

Dabei sind alle Techniken erlaubt – meist konzentrieren sich meine KursteilnehmerInnen auf Acrylmalerei, Aquarell und Zeichnung. Die Übergänge können durchaus fließend sein. Besondere Herausforderung ist es oft, dem realen Objekt in der Darstellung so nah wie möglich zu kommen.

Um die Herangehensweise in einem Aquarell zu demonstrieren, arbeitete ich in der vergangenen Woche zwei Motive nach, wobei meine MalschülerInnen mir über die Schulter schauen konnten:

Motiv 1: Französische Tulpen

Französische Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Französische Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Diese Blüten sind riesig und wunderschön strukturiert. Die Farbvielfalt zu erfassen, ist eine Herausforderung, aber durch geduldiges Lasieren durchaus machbar. Das braucht Zeit – und die muss man sich halt nehmen:

"Französische Tulpen", Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300 g/m² (rau), 34 x 34cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Französische Tulpen“, Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300 g/m² (rau), 34 x 34cm, (c) Cordula Kerlikowski

Motiv 2: Kinderschuhe

Ein weiteres Thema im Kurs war frauentypisch: Schuhe! So brachten die TeilnehmerInnen Schuhe mit – alte und neue, zertretene Sportschuhe und elegante Tanzschuhe, Sandalen, Pumps usw. Unter den Mitbringseln befand sich auch ein Paar Kinderschuhe aus dem Jahr 1967!

Kinderschuhe aus dem Jahr 1967, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kinderschuhe aus dem Jahr 1967, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Da konnte ich nicht widerstehen, in den Kurspausen eine Studie zu versuchen. Neben der realistischen Darstellung stellt die Einhaltung der Größe bei BEIDEN Schuhen eine besondere Schwierigkeit dar. Bei der Blumenmalerei fällt es nicht auf, wenn eine Blüte ein wenig größer oder kleiner als das Original ist. Bei Schuhen ist es sofort zu merken, wenn die Objekte im Bild unterschiedlich groß sind!

Um Form und Farbigkeit des Schuhs schnell und korrekt festzuhalten, beschränkte ich mich darauf, nur einen Schuh auszuarbeiten.

"Kinderschuh" I , Aquarell auf Hahnemühle Anniversary  Edition, 425 g/m², 15 x 17 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Kinderschuh“ I , Aquarell auf Hahnemühle Anniversary Edition, 425 g/m², 15 x 17 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Während des Malens wurde mir bewußt, dass ein Schuh allein wenig Sinn macht. Den zweiten dann einen Tag  später passend hinzuzufügen war nicht so einfach. Das hat jeder bestimmt schon selbst erlebt. Einfacher ist es, an beiden Teilen gleichzeitig zu arbeiten.Aber manchmal geht es halt nicht anders.

Hier das Ergebnis:

"Kinderschuh" II, Aquarell, 24 x 32cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Kinderschuh“ II, Aquarell, 24 x 32cm, (c) Cordula Kerlikowski

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Ich durfte die Schuhe für eine Weile ausborgen und freue mich darauf, an diesem Motiv noch eine Weile in verschiedenen Sichten und Techniken weiter zu arbeiten…

(über die Ergebnisse der Malwoche berichte ich in Kürze in einem weiteren Beitrag.)

Nachdem ich gestern berichtet habe, wie vielfältig sich Hauseingänge präsentieren, möchte ich heute zeigen, was sich für morbide Strukturen finden lassen, wenn man nur aufmerksam genug durch die Straßen einer Stadt geht:

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Aus diesen Aufnahmen ist viel zu lernen: verwitterte Holzmaserungen, die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Rost darstellt, Oberflächen von Putz und Mauersteinen sowie Details, die in sich selbst schon beinahe ein Kunstwerk sind, können wir hier studieren, in ihrer farblichen und strukturellen Eigenart erfassen und als Fundus für künftige Arbeiten verwenden.

Da digitale Fotos inzwischen sehr hohe Auflösungen haben, ist es möglich auch kleinste Besonderheiten zu erkennen und damit das Objekt in seiner Gesamtheit klar zu erkennen und umzusetzen. Die gewählte Technik ist dabei zweitrangig – es ist in jeder Malweise möglich. Hier zwei Beispiele:

Fliederbusch - Kloster Lehnin - Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

Fliederbusch – Kloster Lehnin – Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

„Tür-Detail“ – Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

es lohnt sich also, hier einiges auszuprobieren …

Man kennt mich als passionierte Zeichnerin und als Malerin, die gerne auch in Aquarellen und Acrylgemälden mit Tusche und Feder Akzente setzt.

Die Schreib- oder Zeichenfeder ist für mich ein Verbrauchsmaterial, da sie mit der Zeit stumpf wird und die Tinte am Ende unregelmäßig abgibt, zu klecksen beginnt oder verklebt. Dann wird sie ersetzt. Ich pflege sie nicht so akribisch wie meine Pinsel oder Malspachtel, aber  zwei Federn behandle ich beinahe liebevoll und passe gut auf sie auf:

Die eine ist die, an anderer Stelle bereits erwähnte, Glasfeder, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sehr viel Tinte aufnehmen kann und eine sehr gleichmäßige Linie zieht. Diese Feder hat mir eine Malschülerin geschenkt und ich war sofort von ihr begeistert.

Die andere ist eine Schreibfeder:

"Brief und Feder", Foto (c) by Cordula Kerlikowski

„Brief und Feder“, Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Sieht sie nicht schön aus? Neben der aufwändig gearbeiteten Fassung verfügt sie über einen wunderschön gemaserten und gelackten Stiel – eine Augenweide! Diese Feder kaufte ich vor ein paar Jahren in der Toskana und ich benutze sie hauptsächlich zum Schreiben, weniger zum Zeichnen. Dabei arbeite ich nicht streng kalligrafisch, sondern schreibe in meinem eigenen Stil Texte, Notizen oder Briefe.

ich verfüge über einen großen Fundus von Briefen, Rezeptbüchern, Notizen und über ein Poesiealbum meiner Großtante. Es ist interessant darin zu blättern und sich durch die altdeutsche Schrift (Sütterlin) zu kämpfen. Das ist nicht einfach, denn diese zackige, teilweise eng geschriebene Schrift ist unserer modernen Schreibweise so fern:

"Aus dem Poesie-Album..." , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

„Aus dem Poesie-Album…“ , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

"Aus dem Poesie-Album..." , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

„Aus dem Poesie-Album…“ , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Die altdeutschen, gutbürgerlichen Kochrezepte aus der Sammlung meiner Großtante zu entziffern, aufzubereiten und evtl. nachzukochen und zu illustrieren wird wohl eine Lebensaufgabe…

Bei meinem Spaziergang durch Jandia kam ich u.a. an einem Restaurant vorbei, das einem alten Schiff nachempfunden war: Bullaugen, Holzwände und eine alte Tür mit einem verdrehten Türklopfer-Ring. Solche Motive reizen mich – es finden sich daran interessante Details, die für Skizzen, Gedankenstützen oder kleine Objektstudien geeignet sind. Hier also eine Aquarellskizze, die ich mit Pitt-Stift-Linien konkretisiert habe:

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

Eine genauere Ausarbeitung bzw. ein detailliertes Aquarell werde ich sicherlich vornehmen, wenn ich wieder zu Hause bin. Jetzt ist erst einmal das Wichtigste festgehalten…

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