Seit fast 20 Jahren bin ich mit der alten Kaiserstadt Goslar verbunden und kenne so manche verborgenen Schätze, de dieser traditionsreiche Ort zu bieten hat.

Vor mehr als 1000 Jahren das erste Mal urkundlich erwähnt, hat die Stadt vor allem durch die großen Vorkommen an Silbererz schnell an Bedeutung gewonnen und weckte viele Begehrlichkeiten bei Kaisern, Königen und der Kirche. So entstanden hier die Kaiserpfalz, über 40 Kirchen und Kapellen und Klosteranlagen, von denen noch heute einige zu besichtigen sind.

Dementsprechend groß ist die Menge an Akten und Urkunden, die die Stadtentwicklung  seit ihren Anfängen dokumentieren. Zunächst waren die Urkundenrollen im Turm der Marktkirche aufbewahrt. Dieser galt als einer der wenigen Steinbauten in der Stadt als feuersicher und tatsächlich ist das Goslarer Stadtarchiv eines der wenigen Archive mit durchgängigen Beständen seit dem 10. Jahrhundert.

Der gewaltige Turm der Marktkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Der gewaltige Turm der Marktkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Nachdem die Zahl der Urkunden mit der wachsenden Bedeutung der Stadt immer mehr zugenommen hatte, zogen die Kisten mit den wertvollen Dokumenten um 1500 in den Huldigungssaal des Rathauses um, doch auch hier wurde der Platz schnell zu klein. Nach weiteren Standortwechseln und einer zeitweiligen Auslagerung in die Bergwerkstollen des Rammelsberges während des 2. Weltkrieges, bezog das Archiv, seit 1921 mit einem hauptamtlichen Archivar, die Räume in der Zehntstraße 24.

Hier ist es noch heute zu finden und bewahrt einen wahren Schatz an zeitgeschichtlichen Dokumenten. Ich habe das Archiv bereits mehrfach besucht und es begeistert mich immer wieder, 1000jährige Pergamente und andere alte Handschriften ganz aus der Nähe betrachten zu können. Der Leiter des Archivs, Herr Albers, präsentiert diese Akten unterhaltsam und anschaulich, egal, zu welchem Thema eine Archivführung angefragt wird.

Der Leiter des Stadtarchivs Goslar, Herr Albers, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Der Leiter des Stadtarchivs Goslar, Herr Albers, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Das Stadtarchiv beherbergt Unterlagen zu allen Belangen, die mit der Stadt zu tun haben und haben: Gründungsurkunden, Schenkungen, Pläne, Landkarten, Zeitungen, Fotos, Briefe uvm.

Hier ein kleiner Einblick in das, was den besonderen Wert dieses Archives ausmacht:

Diplom Friedrich Barbarossas, Jahr 1188, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Diplom Friedrich Barbarossas, Jahr 1188, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Mit dieser Urkunde des Kaisers Barbarossa beginnt die Dokumentation der Stadt. Das an der Schnur angebrachte Siegel des Kaisers ist verloren.

Die Pfalz Goslar war für den Reise-Kaiser ohne festen „Wohnsitz“ ein besonderer Platz. Hier hielt er sich oft und gerne auf, viele Reichstage und Heerschauen fanden hier statt.

Das große Silbererzvorkommen im Rammelsberg machte die Stadt reich und verschaffte ihr viele Privilegien, zog Händler, Bergleute und Handwerker an. Viele Kirchen zeugen noch heute von der reichen Geschichte von Klerus, Kaiser und Bürgertum.

Der Reichtum der Stadt zeigte sich auch in prächtigen Bauten für Bürger (z.B.“Brusttuch„), Handwerkergilden (Bäckergildehaus, Kaiserworth – früher Gildehaus der Tuchhändler) und ein Rathaus, das mit dem Huldigungssaal einen der schönsten spätgotischen Ratssäle besitzt.

Bemerkenswert ist auch das Goslarer Stadtrecht, das Vorbild für die Stadtrechte etlicher anderer mittelalterlicher Städte wurde. Es stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Man nimmt an, dass es sich am „Sachsenspiegel“ orientiert. Dieser ist ein Rechtshandbuch des Eike von Repgow, der sich nachweislich auch in der Nähe von Goslar aufgehalten hat.

Goslarer Stadtrecht, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Goslarer Stadtrecht, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Goslarer Stadtrecht, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Goslarer Stadtrecht, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Das Stadtrecht fasste die bisher in mündlicher Überlieferung praktizierten Rechtsprechungen in 5 Büchern zusammen. Auch die Rechte von Frauen und Menschen mit Handicap wurden bereits berücksichtigt. In manchen Bereichen ist es heute noch aktuell.

In diesem großen Archiv wurde es immer wichtiger den Überblick zu behalten. Dafür schuf man sog. Archivbücher, die die wichtigsten Urkunden und Dokumente in Abschriften enthielten und eine Menge Suchereien ersparte. Zudem schonte es die empfindlichen Akten:

Archivbuch, 2. Hälfte 16.Jh., Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Archivbuch, 2. Hälfte 16.Jh., Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Auch die Handwerkergilden führten Bücher, in denen sie ihre Mitglieder verzeichneten. Dieses Buch wurde 1281 bis 1541 geführt:

Buch der Kramergilde, 13./14.Jh., Foto mit Genehm. des Stadtarchivs

Buch der Kramergilde, 13./14.Jh., Foto mit Genehm. des Stadtarchivs

Buch der Kramergild aus dem Jahr 1281, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Buch der Kramergilde aus dem Jahr 1281 (Vorderseite), Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Buch der Kramergild aus dem Jahr 1281, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Buch der Kramergilde aus dem Jahr 1281 (Rückseite), Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

 

Ebenfalls beeindruckend ist eine Urkunde des Feldherren Wallenstein – dieses Dokument  wurde mit  einem Papiersiegel versehen: viel praktischer und leichter als die massiven Siegel aus Wachs oder Siegellack, obwohl diese, ebenso wie riesige Prunksiegel, noch lange Anwendung fanden:

Wallenstein-Urkunde, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Wallenstein-Urkunde, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Vor Steuern und Abgaben war man auch im Mittelalter nicht sicher. Schon früh erkannten die Oberen die Chance, für städtische Belange einen Obolus abzufordern. Zunächst gab jeder, was er konnte und die Namen wurden in Steuerverzeichnisse eingetragen. Aber es war doch zu verlockend, feste Sätze zu erheben und immer weiter anzuziehen. Hier ein frühes Beispiel:

Steuerliste von 1575, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Steuerliste von 1575, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

2014-GS-3+Steuerliste-1575

Steuerliste von 1575, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Bemerkenswert ist die Sammlung an Gerichtsakten, die einen Einblick in Einzelschicksale der Goslarer Menschen geben. So finden sich akribische Auflistungen der Henker über Aufwendungen für Hinrichtungen und Hexenverbrennungen ebenso wie Unterlagen eines Gerichtsverfahrens gegen eine Magd, die in einem nicht standesgemäßen (gelben) Kleid bei einer Hochzeit erschien. Da ihr als Angehörige eines geringen Standes nur grau, braun oder schwarz zustand, musste sie eine Strafe in Höhe mehrerer Monatsgehälter zahlen – bitter für eine junge Frau, die sicher kaum etwas verdiente. Der Akte wurde ein Streifen des Stoffs als Beweisstück beigefügt:

Gerichtsakte, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Gerichtsakte, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Und auch Bademütter hatten ihre Probleme mit Ämtern und Neidern. Hier ein Blatt aus der Akte der Bademutter Lüdt:

Akte der Bademutter Lüdt, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Akte der Bademutter Lüdt, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Familienkorrespondenz von 1532, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

Familienkorrespondenz von 1532, Foto mit Genehm.des Stadtarchivs

 

Korrespondenzen zwischen Müttern und Söhnen, die auch aus der heutigen Zeit stammen könnten, gab es auch schon im Mittelalter (rechtes Foto): Klagen über den Meister und über schlechtes Essen in der Ausbildung, die Bitte um Zusendung von Futterpaketen und die Mahnung der Mutter, sich anständig zu benehmen und doch öfter zu schreiben. In einem Goslarer Haus fanden sich unter den Dielen über 30 solcher Briefe.

Aktenschrank, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Aktenschrank, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Sage doch einer nochmal, Archive seien langweilig, oder ?????

Weiterführende Links:

http://www.goslar.de/

http://www.prostadtarchiv.de/news.php

http://www.goslar.de/stadt-und-buerger/stadt-stadtteile/stadtarchiv

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem Susanne Haun und ich heute in der Galerie Art Juchin in Wolgast unsere Dinge erledigt hatten (Susanne stellt hier ab morgen ihre Zeichnungen aus), war noch ausreichend Zeit durch meine Geburtsstadt zu spazieren. Dabei fielen mir die vielen interessanten Türen auf, die den Lauf der Zeit dokumentieren:

Wunderbare alte und neue Türen, schöne und verwitterte, gepflegte und vergessene – alle sind sie hier zu finden. In der Stadt hat sich schon viel getan und etliches wird und muss sich noch verändern – und es sieht so aus, als ob es langsam, aber doch stetig vorangeht. Das freut mich sehr…

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

In den vergangenen beiden Tagen erhielten Susanne Haun und  ich die  seltene Möglichkeit, die Produktionsräume und Herstellungsprozesse in der Hahnemühle FineArt GmbH in Einbeck und in Dassel/ Relliehausen zu besichtigen.

Die Hahnemühle ist ein Traditionsbetrieb, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1584 zurückreichen und somit eine Firma, die sich ihren Manufakturcharakter bis in unsere Zeit in großen Bereichen bewahrt hat.

Kaum jemand von uns KünstlerInnen, die wir täglich mit diesem Material umgehen, weiß viel über die Herstellung von Papier – deshalb möchte ich heute ein etwas anderes Blog schreiben: theoretischer, mehr Fotos, längere Textpassagen (Susanne hat das ganze aus der emotionalen Sicht aufbereitet). Aber ich denke, es wird für meine Leser trotzdem interessant sein.

Alle Fotos stammen von Susanne Haun, mit freundlicher Genehmigung der Hahnemühle FineArt GmbH, vertreten durch Frau  Bettina Scheerbarth.

1. Die Herstellung des „Papierbreies“

Ausgangsstoffe für die Papierherstellung sind Zellulose, Wasser, Kreide, Stärke und einige wenige weitere Zusatzstoffe (z.B. Pigmente). Früher verwendete man ausschließlich Lumpen, d.h. alte Leinenstoffe. Heute wird importierte Baumwolle in Form von Zellstoff verarbeitet, für die Herstellung des „Bamboo“-Papiers auch Bambusfasern:

Zellstoff als Grundlage der Papierproduktion, Foto von Susanne Haun

Zellstoff als Grundlage der Papierproduktion, Foto von Susanne Haun

Blick in den Pölper, Foto von Susanne Haun

Blick in den Pulper, Foto von Susanne Haun

Zellulosebrei im Pölper: hier wird der Zellstoff zerkleinert und mit Quellwasser versetzt, so dass eine breiartige Masse entsteht. An den Türen des Pulpers sieht man die kleinen Flöckchen – es fühlt sich an wie ein nasses Papiertaschentuch…

Papierflocken aus dem Pölper, Foto von Susanne Haun

Papierflocken aus dem Pulper, Foto von Susanne Haun

Der "Hollaender", Foto von Susanne Haun

Der "Holländer", Foto von Susanne Haun

Historisches Zeugnis der Papierproduktion – der „Holländer“  – so genannt, weil ihn holländische Papierhersteller erfunden haben.

Im folgenden Schritt fließt der Brei in große Behälter, wo durch kräftiges maschinelles Rühren eine homogene Masse entsteht. Durch Hinzufügen von Stärke, Kreide und ggf. Pigmenten wird der individuelle Charakter des Papiers bestimmt und ganz auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten.

Behälter mit Papierbrei, Foto von Susanne Haun

Behälter mit Papierbrei, Foto von Susanne Haun

Der Zellstoff auf den Weg in den Pölper, Foto von Susanne Haun

Der Zellstoff auf den Weg in den Pölper, Foto von Susanne Haun

Rohrleitungssysteme befördern den Zellstoffbrei direkt zu den Papiermaschinen. Auf der Langsiebmaschine entstehen die meisten Papiere (z.B. Aquarellkartons etc.), auf der Rundsiebmaschine das hochwertige Büttenpapier.

2. Die Langsiebmaschine

Hier wird der Papierbrei gleichmäßig auf lange Siebe aufgespritzt, so das sich die Zellulosefasern in einer bevorzugten Richtung ablegen. Dadurch hat das Fließverhalten von nasser Farbe auf diesen Papieren eine leichte Tendenz in diese Richtung, was jedoch kaum sichtlich auffällt. Die Langsiebmaschinen arbeiten schneller – dementsprechend sind Langsiebpapiere später im Fachhandel günstiger.

Langsam läuft das Band vorwärts, so dass das überschüssige Wasser abfließen kann (dieses Wasser wird gereinigt und dem Produktionsprozess wieder zugeführt):

Langsiebmaschine, Foto von Susanne Haun

Langsiebmaschine, Foto von Susanne Haun

Filzbahnen übernehmen das nasse Papier vom Sieb, so dass sich die Papiermasse zwischen diesen befindet. Die Struktur des Filzes und die Andruckstärke der Walzen bestimmen dann die Oberfläche das Papiers.

In weiteren Schritten schneiden scharfe Wasserstrahlen die Ränder glatt und die  Papierbahn passiert mehrere heiße Walzen. Sie wird dabei von Düsen befeuchtet, um Risse zu vermeiden und die Bahn gleichmäßig zu trocknen.

Die abgeschnittenen Ränder, Foto von Susanne Haun

Die abgeschnittenen Ränder, Foto von Susanne Haun

Walzen an der Langsiebmaschine, Foto von Susanne Haun

Walzen an der Langsiebmaschine, Foto von Susanne Haun

Abschließend entsteht eine riesige Papierrolle, die so genannte „Mutterrolle“ – aus der später Einzelbögen geschnitten und Blöcke gefertigt werden. Ein Mitarbeiter prüft die Restfeuchte des Papiers, bevor die Rolle zur weiteren Verarbeitung abtransportiert wird.

Messung der Restfeuchte, Foto von Susanne Haun

Messung der Restfeuchte, Foto von Susanne Haun

3. Die Rundsiebmaschine

Das Herstellungsverfahren auf der Rundsiebmaschine ähnelt dem auf dem Langsieb – nur dass hier eine Rolle mit einem Kupfersieb in einer Wanne rotiert und dabei die Zellulosefasern aufnimmt. Diese legen sich völlig ungeordnet auf das Sieb und entwickeln keine bevorzugte Ausrichtung. Dadurch ist das Fließverhalten der Büttenpapiere (Bütte=Bottich) gleichmäßiger. Dieser Herstellungsprozess ist der traditionelle, er dauert länger, macht das Papier teurer, aber auch hochwertiger. Der charakteristische Büttenrand entsteht durch das über die Seitenränder ablaufende Wasser. Hier einige Bildimpressionen:

Die Rundsiebmaschine, Foto von Susanne Haun

Die Rundsiebmaschine, Foto von Susanne Haun

Die "Bütte" - das Rundsieb ist als dunkle Rolle zu sehen

Die "Bütte" - das Rundsieb ist als dunkle Rolle zu sehen

Scheinbar endlos ist die Bahn an Büttenpapier, die die Maschine verlässt. Hier wird das Papier für die spätere Verarbeitung zu Blöcken auf eine große Rolle gewickelt. Für Bogenware befindet sich auf dem Rundsieb ein Kupferstreifen, auf dem sich, wie beim Wasserzeichen, weniger Papierbrei ablagert – hier kann das Papier in der gewünschten Länge reißen.

4. Die Weiterverarbeitung

Anschließend kommen die Papierrollen bzw. Bögen in eine große Halle zum Schneiden in handelsübliche Größen (für Bogenware) und werden dann nochmals auf Qualität überprüft und danach verpackt.

Schneidmaschine, Foto von Susanne Haun

Schneidmaschine, Foto von Susanne Haun

Das Wasserzeichen in einem Büttenbogen, Foto von Susanne Haun

Das Wasserzeichen in einem Büttenbogen, Foto von Susanne Haun

Hahnemuehle-Wasserzeichen auf einem Rundsieb, Foto von Susanne Haun

Hahnemuehle-Wasserzeichen auf einem Rundsieb, Foto von Susanne Haun

Blockware wird dann in Einbeck hergestellt. Dazu lagern dort Unmengen von Pappen, Papieren und Blockdecken – ein faszinierender Anblick…

5. Die Blockproduktion in Einbeck

Hier werden die bekannten Blöcke der Firma hergestellt und finden danach ihren Weg in die Künstlerwelt:

Viel Platz für die Herstellung, Foto von Susanne Haun

Viel Platz für die Herstellung, Foto von Susanne Haun

Hier wird geklebt! Foto von Susanne Haun

Hier wird geklebt! Foto von Susanne Haun

Zuschneiden auf Maß, Ausrichten der Pappen und Papiere, Kleben und das Aufbringen der Blockdecken – hier geschieht es!!! Trotz Maschinen sehr viel Handarbeit zu Gunsten von Qualität und Abfallminimierung.

6. Hahnemühle FineArt GmbH und die Umwelt

Die Firma engagiert sich für die Umwelt, denn Papierproduktion ist energieintensiv und benötigt viel Wasser: Das verwendete Wasser wird aufbereitet und der Produktion wieder zugeführt. Ständige Qualitätskontrollen stellen sicher, dass die Umwelt sauber bleibt.

Papierreste und aussortierte Bögen mit kleinen Qualitätsmängeln wandern zurück in den Pölper und der Kreislauf beginnt von Neuem. Auf Grund des hohen Anteils an manueller Nachkontrolle halten sich diese Rückführungen jedoch sehr in Grenzen. Wir haben wenig Verschnitt und Fehlpapiere gesehen.

Neben der traditionellen Verwendung von Baumwolle nutzt die Hahnemühle auch schnell nachwachsende Rohstoffe: seit einigen Jahren sind zwei Papiere aus Bambusfasern im Handel: der Mixed Media Block und ein Skizzenblock mit dem schönen Namen „Bamboo“ – durch die grünne Blockdecken schnell wahrzunehmen. Ich habe beide Qualitäten oft verwendet und bin damit sehr zufrieden.

Mit der Umweltinitiative „Green Rooster“ engagiert sich die Firma auch für größere Projekte. Ein Teil der Einnahmen aus den „Bamboo“-Verkäufen geht in diese Vorhaben.

Ich hoffe, hier einen kleinen Einblick gegeben zu haben in den Produktionsprozeß von Künstlerpapieren. Um den Blog nicht zu umfangreich zu gestalten, erwähne ich hier nur am Rande, dass die Hahnemühle neben Künstlerpapieren auch Marktführer im Digital Print Bereich ist und Filtrationspapiere herstellt. Aber das ist dann vielleicht Inhalt eines anderen Blogs…

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