Kurztrip zur Gemäldegalerie "Alte Meister" in Dresden, Foto/Collage (c) Cordula Kerlikowski

Kurztrip zur Gemäldegalerie „Alte Meister“ in Dresden, Foto/Collage (c) Cordula Kerlikowski

Gestern bin ich nach Dresden gefahren. Schon lange hatte ich mir vorgenommen,  unser „Elbflorenz“ zu besuchen. Beruflich bin ich ja mindestens zweimal im Jahr dort – jedoch fehlte bisher nach einem 10-Stunden-Arbeitstag die nötige Energie, in Dresden zu übernachten und am Folgetag ins Stadtzentrum zu fahren. Dann heißt es meist „schnell nach Hause!!“.

Ziel war die Gemäldegalerie „Alte Meister“, die mich schon als Kind und Jugendliche begeistert hatte. Hier sind die große Meisterwerke zu sehen, die uns allen meist gut aus der Schule, aber auch aus Werbung oder Dokumentationen bekant sind. Hier seien nur einige aufgezählt:

Rafael – Sixtinische Madonna
Rubens – Der Raub des Ganymed, Bathseba im Bade u.v.a.
Rembrandt – Portrait der Saskia va Uylenburgh,  u.v.a.
Liotard – Das Schokoladenmädchen
Vermeer – Brieflesendes Mädchen, Bei derKupplerin
Canaletto – Dresden, vom rechten Elbufer gesehen
Pintuicchio – Bildnis eines Knaben
Dürer – Dresdner Altar, Bildnis Bernhard von Reesen
Cranach, van Eyck, Holbein, Hals, Poussin, Claude Lorrain, Murillo, Canaletto, Tiepolo, Raeburn, Graff,….

Das reinste Who-is-who der Kunstgeschichte. Hervorragend präsentoert und auch mit einem Audio-Guide entspannt zu erkunden.

Als Kind hatte mich von allem am meisten ein kleines Bild von Rubens angesprochen – „Die Alte mit dem Kohlebecken“. Ein wunderschönes Bild, das Liebe und Wärme ausstrahlt, ein Spiel mit Licht und Schatten in vollendeter Form.  Auch gestern hatte es für mich noch die gleiche Wirkung.

Viele andere Arbeiten kannte ich noch vom Kunstunterricht in der Schule.

Auch künstlerisch ist so ein Museumsbesuch für mich immer wieder ein Erlebnis: den Großen auf die Finger zu schauen, nachzuspüren, wie sie gearbeitet haben und sich die Tricks, Kniffe und Effekte abzuschauen, mit denen sie gearbeitet haben. Was für eine Entdeckungsreise!

Abschließend lohnt sich der Besuch des Museumsshops. Die Vielfalt der angebotenen Bücher, Karten und Kunstdrucke ist überwältigend. Ich hätte sicher gnadenlos meine Budgets überzogen, wenn ich nicht gaaanz streng mit mir gewesen wäre. Aber eine Postkarte von der „Alten..“ und zwei Magnete für meinen Kühlschrank mussten doch mit. Und ein Buch über den Feuersturm in Dresden:

„Als Dresden im Feuersturm versank“
Matthias Gretzschel
ISBN 978-3831901753

Wer selbst mal schauen will – ein Trip nach Dresden lohnt sich immer. Man sollte sich Zeit nehmen. U.U. haben viele Leute die gleiche Idee, die Gemäldegalerie zu besuchen. Also gedulig sein oder ein Online-Ticket kaufen.

Weitere Infos:
http://www.skd.museum/de/startseite/index.html

Als ich die Galerie verließ, war es schon dunkel und recht spät – jedoch noch zeitig genug, um einen kleinen Rundgang durch die Altstadt zu machen. Hier einige Impressionen:

Dresden, 4.1.2014, Foto: (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, 4.1.2014, Foto: (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail "Fürstenzug", Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail „Fürstenzug“, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail "Fürstenzug", Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail „Fürstenzug“, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail "Fürstenzug", Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail „Fürstenzug“, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail "Fürstenzug", Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Detail „Fürstenzug“, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Augustusbrücke, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Augustusbrücke, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Weihnachtsmarkt, Dresden, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Weihnachtsmarkt, Dresden, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden 4.1.2014, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden 4.1.2014, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Frauenkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Dresden, Frauenkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Pianist auf dem Neumarkt, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Pianist auf dem Neumarkt, Foto (c) Cordula Kerlikowski

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Vor genau zwei Wochen habe ich das Königliche Museum der Schönen Künste in Brüssel besucht und war sehr beeindruckt von der Größe und der Qualität der Sammlung.  Mann kann in die Ferne schweifen, aber das Gute liegt auch vor der eigenen Haustür: besser gesagt – in der Gemäldegalerie des Kulturforums in Berlin.

Die Sammlung hat Weltruf und beherbergt eine Vielzahl hochkarätiger Exemplare der europäischen Malerei, u.a. von Rubens, Rembrandt, van Dyck, Breughel, Bosch, Tizian, Cranach, Dürer, Boticelli.

Heute konzentrierte ich mich besonders auf die niederländische und flämische Malerei, die ich ganz besonders mag. Die Lebendigkeit eines Rembrandts, die Fantasie von Hieronymus Bosch, der Humor Pieter Breughel d.Ä. oder die fantastischen Stilleben von Snyders oder Fyt sind unübertroffen und ich könnte mich stundenlang davor aufhalten.

Beeindruckend war die Anzahl von Bildern der einzelnen Künstler aus verschiedenen Schaffensperioden. Gut war zu erkennen, wie sich deren Entwicklung vollzog – keiner war zu Beginn seiner Laufzeit das Genie der späten Jahre. Deutlich sieht man Unstimmigkeiten, kleine Irritationen oder „Fehler“, die in den späteren Werken nicht mehr vorkommen. Das läßt uns Maler doch entspannter auf unsere eigenen Werke blicken: der Weg ist das Ziel!

Neu waren mir die flämischen Maler Daniel Seghers und  Jan Fyt. Sie zeichnen sich durch brillante Stilleben aus, die ich bisher noch nicht aktiv wahrgenommen hatte. Während Seghers Blumenstilleben mit Grisaille-Malerei kombinierte, ist Fyt vor allem für Jagdstilleben bekannt…

Besonders liebe ich jedoch Hieronymus Bosch, der es mir schon seit Schultagen angetan hat: seine surrealen Figuren sind weltbekannt (in Brüssel kann man im Museums-Shop sogar kleine Plastiken davon kaufen) und mich bewegt nach wie vor die Frage, was den Künstler bei der Ausarbeitung bewegt hat: wollte er schockieren, Angst machen, eine Botschaft übermitteln oder einfach nur seiner überbordenden Fantasie freien Lauf lassen? Wir werden es nie erfahren, aber es macht Spaß, seine Bilder sowohl im Kontext der damaligen Zeit als auch im Bezug auf die heutige Sichtweise zu betrachten.

Beim Anschauen des Films „Constantine“ kamen mir die „Höllen-Szenen“ ziemlich bekannt vor im Sinne der Bilder von Bosch.

Nun muss ich das Gesehene erst einmal für mich verarbeiten. In meinem Kopf flattern die verrückten Bosch-Vögel herum, ich sehe wundervolle Blumensträuße vor meinem geistigen Auge und erinnere mich immer noch an das subtile Lächeln der Cranachschen Frauen…

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