In meinem Kurs Goslar stelle ich in der Regel eine Aufgabe, die meine TeilnehmerInnen lösen sollen. Das geschieht natürlich auf freiwilliger Basis, aber nach anfänglichem gelegentlichen „Murren“ oder fragenden Blicken ist es doch erstaunlich, was dann letzten Endes entstanden ist. Im vergangenen Jahr war es das Thema „Schuhe“.

In diesem Jahr ließ ich die KursteilbnehmerInnen drei verdeckte Kärtchen ziehen, auf denen jeweils eine Farbe notiert war. Die Aufgabe bestand darin, aus dieser Auswahl ein kleines Bild zu gestalten und auszuprobieren, wie sich die gezogenen Farben in der Mischung verhalten und wie man selbst aus schwierigen Kombinationen etwas machen kann. Die Auswahl erfolgte völlig zufällig und brachte selbst mich teilweise ins Grübeln, ob man daraus etwas machen kann. Technik, Malgrund und Thema waren frei wählbar.

Hier einige  der Ergebnisse:

3-Farben-Experiment: Ergebnisse

3-Farben-Experiment: Ergebnisse

(1)  orange – umbra gebrannt – schwarz (Karin P.)

(2) schwarz – umbra gebrannt – magenta (Achim)

(3) preußischblau – violett – kadmiumrot (Karin S.)

(4) umbra gebrannt – maigrün – violett (Sibylle)

(5)  indischgelb – orange – kadmiumrot (Renate)

(6) schwarz – ultramarin – maigrün (Ilka)

(7) kadmiumrot – ultramarin – kadmiumgelb (Christa)

(8) schwarz – rot – phthalogrün (Cathrin)

(9) violett – ultramarin – weiß (Monika)

(10) violett – orange – siena gebrannt (Antje)

Die meisten TeilnehmerInnen zogen recht ungewöhnliche Zusammenstellungen.

Einige Kombinationen erschienen zunächst recht einfach zu bewältigen, hatten aber dann doch ihre Tücken: indischgelb – kadmiumrot – orange klingt einfach, jedoch ist es schwierig, einen Kontrast zu schaffen und Spannung ins Bild zu bringen. Selbst eine Frucht wird schwierig, da kein grün für ein kontrastierendes Blatt zur Verfügung stand (braun für einen Stiel wäre dann kein Problem mehr gewesen, da: rot + grün = braun). Renate hat das Problem auf originelle Weise gelöst.

Auf Anhieb problematisch wirkten schwarz – ultramarin – maigrün bzw. schwarz – rot – phthalogrün, aber es ist doch erstaunlich, welch spannende Mischtöne möglich waren.

Violett – orange – siena gebrannt fand ich zunächst als Auswahl gar nicht so dramatisch. Jedoch stellte sich heraus, dass es überhaupt nicht so einfach war, daraus ein stimmiges Ganzes zu machen. Antje hat das super gelöst und dabei einen passenden Hintergrund aus Naturleinen gewählt.

 

 

 

 

 


Wie ihr sicher schon bemerkt habt, war ich für einen pünktlichen Blogbeitrag mal wieder zu beschäftigt.

Die Vorbereitung, Durchführung sowie die Publikation der Termine für meine Botanik-Kurse in verschiedenen Medien erforderte sehr viel Zeit, mal abgesehen von den regulären Kursterminen und diversen Kundenanfragen… Und da ich mich definitiv nicht mehr stressen werde, um pünktlich, aber halbherzig, einen Blogbeitrag zu liefern, möge man mir dieses Versäumnis nachsehen.

Da blieb nur wenig Zeit für eigene künstlerische Beschäftigung – und manchmal endet dieses Chaos durchaus in einer handfesten „Malblockade“.

Eigentlich wollte ich, einfach nur so für mich, eine Rosenblüte aquarellieren – kein großes Ding, aber diesmal ging gar nichts. Ich war ziemlich ärgerlich über mich selbst, denn normalerweise bin ich schon gewohnt, dass alles gelingt. Ich werfe ungern etwas weg – Aquarellpapier und die eingesetzten Farben sind es wert zu einem guten Ergebnis zu gelangen.

Also: weglegen und das missratene Werk ein paar Tage lang nicht anschauen. Das hilft mir am besten Abstand zu gewinnen und vieles klarer zu sehen.

Ein paar Tage später holte ich es wieder hervor und begann auf den Formen mit schwarzen Linien zu spielen, Flächen zu entwickeln und einige Formen genauer auszuarbeiten. Völlig frei – denn zu verderben war ja ohnehin nichts mehr. Leider habe ich versäumt, das Ausgangsbild festzuhalten…

Im Ergebnis entstand dann diese grafische Spielerei:

"Rose" - Aquarell/Mischtechnik, 14 x 14cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Rose“ – Aquarell/Mischtechnik, 14 x 14cm, (c) Cordula Kerlikowski

Das ist am Ende dann doch ein kleiner Farbtupfer im grauen Winter-Frühling!

Heute Vormittag war es dann auch wieder vorbei mit der Muße – schnell zum Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow fahren, um die druckfrischen  Hefte mit dem neuen Veranstaltungsprogramm der Berliner Parks und Gärten abzuholen und im Gegenzug Flyer zu meinen Kursen abzuliefern:

Das aktuelle Programmheft von GRÜNBerlin

Das aktuelle Programmheft von GRÜNBerlin

Ich habe die Zeit genutzt, um gleich ein paar Winterimpressionen zum Frühjahrsanfang mit der Kamera aufzunehmen – es ist einfach zu verrückt, um diese Zeit IN BERLIN noch Schnee in diesen Mengen vorzufinden.

Hier einige Bilder. In einem späteren Blog werde ich mehr über den Volkspark schreiben:

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Winterlich-verscheit lädt der Park zum Spazierengehen ein – und am Wochenende kommen viele Familien mit Kindern. Heute war es dagegen sehr ruhig.

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Das Gewächshaus wirkt von außen wie der Palast der Schneekönigin – im Inneren grünt und blüht es jedoch. Fotos muss ich schuldig bleiben. Das Objektiv beschlug sofort…

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Auch wenn es so recht schön aussieht, ist es doch ein graues Grau. Ich hatte, ehrlich gesagt, schon mit blühenden Krokussen, Schneeglöckchen und Narzissen gerechnet, zumal ich am kommenden Montag mit meinen Kursteilnehmerinnen im Botanischen Garten der Freien Universität Frühblüher malen und zeichnen wollte. Zum Glück gibt es Gewächshäuser!!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Start in den Frühling, irgendwann muss er ja kommen …

Heute habe ich mit Kaffee auf Aquarellpapier experimentiert:

"Schneckenhaus", 20 x 30cm, Kaffee auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Schneckenhaus“, 20 x 30cm, Kaffee auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Es zeigte sich, dass sich sehr schöne, warme Brauntöne entwickeln und eine nuancierte Tonwertabstufung möglich ist.  Je stärker (dicker) der Kaffee, desto dunkler der Farbton. Hinzu kommt ein fast lackartiger Oberflächeneindruck an den Stellen, wo der Kaffee sehr kräftig aufgetragen wurde.

Für die Arbeit mit dem Pinsel auf dem Aquarellpapier ergeben sich kaum Schwierigkeiten, das Fließverhalten geht in Ordnung. Grafische Elemente aufzubringen ist schwieriger. Je dicker der Kaffee, desto zähflüssiger… Aus einer Metallfeder fließt die Farbe somit schlecht heraus und lässt sie nach einiger Zeit verkleben. Ich verwendete eine Glasfeder, die sich schnell und unproblematisch zwischendurch reinigen ließ. Auch mit einer Rohrfeder gibt es gute Ergebnisse.

Über die Lichtechtheit des Farbauftrags kann ich noch nichts sagen, dazu sind weitere Experimente notwendig…

Übrigens: verschiedene Kaffeesorten ergeben unterschiedliche Farbtöne!

Ich bin eigentlich kein großer Fan des Linoldrucks. Mir sind die Linien nicht filigran genug und irgendwie wirken die meisten dieser Arbeiten grob und wenig detailreich, wobei es natürlich meisterhafte Ausnahmen gibt…

Im Zuge einer Testreihe für eine neue Linoldruckfarbe, an der ich teilnehmen durfte, versuchte ich mich nach längerer Zeit wieder einmal mit dieser Art von künstlerischem Hochdruckverfahren  und kombinierte dabei Materialien und Techniken, die auf den ersten Blick  nicht  füreinander geschaffen sind:

"Abstrakte Blüten" - Linoldruck und Aquarell auf Ingres-Papier, (c) von Cordula Kerlikowski

„Abstrakte Blüten“ – Linoldruck und Aquarell auf Ingres-Papier, (c) von Cordula Kerlikowski

Auf naturweißem Ingres-Papier, das vorwiegend für Pastelle und Farb- bzw. Bleistiftzeichnungen verwendet wird, habe ich Aquarellfarben nass in nass satt aufgetragen. Das Papier hat das recht gut verkraftet.

Darauf  vermittelte ich den Linoldruck so, dass die schönsten Verläufe an den Rändern sichtbar bleiben. So wirkt das Blatt frisch und wesentlich lockerer als ein Druck auf reinweißem Papier. Zwischen zwei Glasplatten gerahmt entsteht so eine Präsentation, die außergewöhnlich ist.

Im Sommer werde ich meine Experimente fortsetzen und weitere Materialien einbinden, die man zunächst nicht erwartet.

Also: geht nicht gibts nicht !!!

Ab und zu brauche ich es Dinge auszuprobieren, die ich noch nie gemacht habe oder so gar nicht kann. Das gibt mir eine Auszeit von meiner täglichen Arbeit, macht Spaß, wirft aber auch zurück in eine ungewohnte Situation, in der sich sonst meine MalschülerInnen befinden.

Dreidimensionales Arbeiten fällt mir schwer, deshalb versuche ich das nur ab und zu. Hier ein Beispiel:

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Funny Girl" - Lufttrocknender Ton und Tusche, ca. 25 c 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Mein „Funny Girl“ entstand nach einem Aufenthalt in Hannover. Die dort im Stadtgebiet aufgestellten farbenfrohen und zugleich skurrilen „Nanas“ der französischen Künstlerin Niki Saint Phalle faszinierten mich so, dass ich selbst einmal versuchen wollte, eine Figur zu schaffen, die weiblich und zugleich abstrakt, verspielt und zugleich klar erscheint. Weiterhin wollte ich ausprobieren, ob es möglich ist, auch mit der Reduktion auf Schwarz und Weiss Akzente zu setzen: fröhlich, selbstbewußt, offensiv, neugierig, kommunikativ, frech, offen – das ist sie – meine Sommerimpression….

Es ist immer wieder interessant, wie sich aus einer Bildidee neue Ansätze entwickeln können:

"Lollipop" - Acrylmalerei auf Karton, 7,5 x 8,5 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lollipop" - Acrylmalerei auf Karton, 7,5 x 8,5 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier wurden Acrylfarben weich ineinander vermalt und danach auf dem getrockneten Untergrund wenige akzentuierende Linien und Kreise aufgebracht. Dabei gehen Preußischblau und Weiß eine kontrastreiche Allianz ein… Was sehen wir? Eine abstrahierte Blume, ein Schild, gar nichts…? Mir kam spontan ein Lollipop in den Sinn – und so nannte ich diese Miniatur dann auch.

Nachfolgend griff ich dieses Motiv für eine Aquatinta, kombiniert mit einer Strichätzung, wieder auf. Ich experimentierte mit verschiedenen Ätzstufen und Papieren, so dass jeder Druck seinen eigenen Charakter bekam. So wirkt das Motiv auf Kupferdruckbütten detailreicher und strukturierter:

"Lollipop" - Aquatinta auf Kupferdruckkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lollipop" - Aquatinta auf Kupferdruckkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Der Druck auf einem strukturierten Aquarellpapier hingegen erscheint glatter, reduzierter, auf Tonwerte und Linien beschränkt:

"Lollipop" - Aquatinta auf Aquarellkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lollipop" - Aquatinta auf Aquarellkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Zudem lassen die Farben Preußischblau und Rötel weitere Spielräume in der Wirkung deutlich werden. Im Irisdruck wird das Ganze noch plastischer und wirkt dann beinahe wie ein altes Kirchenfenster… Zu dieser Form des Tiefdrucks aber an anderer Stelle mehr…

Nachdem ich in einem meiner vorangegangenen Artikel gezeigt habe, dass es sich auch mit einfachen Materialien gut radieren lässt und nach weiteren Motiven gefragt wurde, habe ich heute ein weiteres „Wiesenstück“ begonnen.

Wieder handelt es sich um eine Kaltnadelradierung auf einer alten  CD. Da der Druck ein Paßstück zum vorigen Motiv werden sollte, habe ich bewußt ähnliche florale Ansatzpunkte und Ausdrucksmittel verwendet.

Hier zunächst die CD:

"Wiesenstueck II" - CD, (c) by Cordula Kerlikowski

"Wiesenstueck II" - CD, (c) by Cordula Kerlikowski

An den Spiegelungen ist zu erkennen, dass das Gravieren der CD die Augen anstrengt – es sind Pausen vonnöten, um Fehler zu vermeiden…

Ein erster Probedruck zeigt, dass ich diesmal die Kontraste kräftig herausgearbeitet habe und die Schraffuren gleichmäßiger erscheinen:

"Wiesenstueck II" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Wiesenstueck II" - Probedruck auf Hahnemühle-Kupferdruck-Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

Für die folgenden Drucke gilt es nun, kleine Unregelmäßigkeiten auf der Druckplatte auszugleichen, die passenden Farben auszuwählen und sowohl mit dem Plattenton als auch mit dem Auswischen überschüssiger Druckfarbe zu experimentieren. So wird es möglich, zu harte Kontraste abzumildern, einen anderen Farbeindruck zu gewinnen oder durch Nachkolorierung mittels Aquarellfarben eine stärkere Bunttönung auszuprobieren.

Doch damit geht es am Montag weiter…

Auf der Fahrt nach Hause hörte ich heute im Radio zufällig den 2. Satz der 5. Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die „Reformationssinfonie“ deren Fröhlichkeit und Leichtigkeit mich schon seit langem begeistern. Gleichzeitig versetzte  mich die Musik an diesem trüben Tag in eine Stimmung des Resümees und Rückbesinnung. .

So begann ich in meinem Bilderachiv zu stöbern und stieß dabei auf ein Bild, das ich schon beinahe vergessen hatte:

"Fantasia Ministeriale" - Mischtechnik auf Leinwand (c) by Cordula Kerlikowski

"Fantasia Ministeriale" - Mischtechnik auf Leinwand (c) by Cordula Kerlikowski

Vor einigen Jahren hatte ich eine Ausstellung im Kultusministerium in Hannover. Das Ministerium verfügt über gute Ausstellungsräume und gibt Künstlerinnen und Künstlern regelmäßig die Möglichkeit ihre Arbeiten zu präsentieren.

Dieses Bild ist eine Gemeinschaftsarbeit. MitarbeiterInnen des Niedersächsischen Kultusministeriums haben es gewagt, unvorbereitet und ungeübt die Leinwand zu erobern. – grafische Formen, eine Schnecke, Schlangenlinien, Symbole – und meine Aufgabe war es, diese Strukturen und Arbeitsspuren zusammenzubringen, zu gestalten und zu einem Ganzen zusammenzufügen, sie dabei aber so unberührt wie möglich zu lassen.

Entstanden ist ein frisches, fröhliches Bild, das natürlich einige Hinweise auf die Arbeit des Kultusministeriums (§2 – Bildungsparagraph) enthält. Was aber hinter jedem einzelnen Symbol stehen kann, möchte ich den UrheberInnen und dem Betrachter selbst überlassen.

Ich fand es toll, dass sich die MitarbeiterInnen des Ministeriums darauf eingelassen haben! Es gehört Mut dazu, unbekanntes Gelände zu betreten und letzten Endes ist jede Linie, jede Form ein Stück Emotion des Einzelnen – großartig, sich so zu öffnen! Danke für dieses Experiment!

Und hier:

Felix Mendelssohn-Bartholdy
Sinfonie No.5, Op.107 (Reformationssinfonie), 2. Satz

Experimente…

29. Dezember 2011

Gestern habe ich mit Vernis Mou experimentiert. Hier drückt man in den aufgetragenen, weichen Ätzgrund strukturierte Materialien ein: das können Blätter, Stoffe, Jutebänder, Gräser uvm. sein. Ich verwendete für meine ersten Versuche alte Spitzenreste.

Die Druckplatte wird mit dem Stoff darauf durch die Presse gezogen – nach dem Abheben des Materials haben sich die Strukturen in den Ätzgrund gedrückt und beim Abziehen geben sie Bereiche der Druckplatte wieder frei, so dass die Säure hier Angriffsfläche hat. Auf diese Weise können sehr filigrane Druckbilder entstehen.

Auch hier sind Geduld und Experimentierfreude gefragt, um ein interessantes Ergebnis zu bekommen. In der Regel sind etliche Probedrucke notwendig, um die Zwischenschritte zu überprüfen und die Druckplatte weiter zu bearbeiten. Diese Probedrucke werden meistens verworfen. Kupferdruckpapier ist teures, sehr hochwertiges Papier. Deshalb versuche ich meist daraus, soweit möglich, noch etwas Spannendes zu machen. Hier ein Beispiel:

Probedrucke und Ausarbeitung - Vernis Mou und Tusche - von Cordula Kerlikowski

In der oberen Abbildung  sieht man ein ziemlich undeutliches Druckbild, die Tonwerte liegen zu nah beieinander, die weiße Fläche hebt sich zu stark ab. Eigentlich ein Blatt zum Wegwerfen.

Unten ein mit Tusche überarbeiteter Druck – hier sind die feinen Strukturen des Spitzenstoffes besser zu sehen. Da florale Elemente den Stoff dominieren, habe ich über den Druck eine Tuschezeichnung in Siena und Sepia gesetzt, die einen weichen Übergang schafft und ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

Das Ergebnis ist hier genauer zu betrachten:

"Unikatdruck" - , 10 x 15cm, Vernis Mou und Tuschezeichnung - von Cordula Kerlikowski

Mit einer anderen Farbe gedruckt und monochrom gezeichnet, wirkt die Arbeit ganz anders. Da die Spitze nur den unteren Bereich der Druckplatte abgedeckt hat, bleibt rechts oben freier Platz, den ich  immer wieder anders gestalten kann:

"Unikatdruck" - 10 x 15cm, Vernis Mou und Tuschezeichnung - von Cordula Kerlikowski

Das Kupferdruckpapier, ich verwendete  Kupferdruckbütten der Firma Hahnemühle,  hält einiges aus, so dass auch mit Aquarellübermalungen experimentiert werden kann.

Die Druckplatte ist, wie gesehen, noch lange nicht fertig ausgearbeitet – es wird also weitere Probedrucke geben, mit denen ich „spielen“ kann…

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