Für heute hatte ich mir vorgenommen, mit meinen reichlich vorhandenen Öl-Pastellen und Öl-Sticks eine Studie zu versuchen, für die ich eine Leinwand verwendete, deren Acryl-Untermalung für ein anderes Bild zu dunkel geraten war.

Spannend war für mich die Frage, ob ich auf dieser dunklen Untermalung helle Flächen herausarbeiten kann. Tatsächlich funktionierte das sehr gut, ohne Weiß verwenden zu müssen.

Die Farben konnte ich sehr leicht mit den Fingern ineinander arbeiten, wodurch sehr schöne Farbverläufe entstanden:

"Dshinn" - Studie, Öl-Pastelle und Öl-Sticks auf Leinwand, 35 x 80 cm,  (c) Cordula Kerlikowski

„Dshinn“ – Studie, Öl-Pastelle und Öl-Sticks auf Leinwand, 35 x 80 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Teilweise ließ ich die Untermalung stehen, die meisten Flächen habe ich mit den Pastellen überarbeitet, wobei ich die darunter liegenden Strukturen in die Arbeit einbezog. Der „Dshinn“ war also nicht von vornherein geplant, sondern ergab sich aus der Beschäftigung mit den Farben und Strukturen.

Mitten im Malen/Zeichnen fiel mir auf, dass ich die ganze Zeit mit der linken Hand arbeitete. Im Grobmotorischen oder bei höherem Krafteinsatz ein Reflex, da ich umtrainierte Linkshänderin bin – hier hat sich die linke Hand von ganz allein die Dominanz verschafft.

Und deshalb schaut der Dshinn wohl auch nach links und sucht, gerade aus der Flasche aufsteigend, sein Märchen… Wem soll er die drei Wünsche erfüllen? Sind es die ewig nervenden “ Viel Geld, ein Palast, schöne Frauen“ oder mal etwas anderes, kreatives, ideelles? Es wäre ihm zu gönnen, einmal außergewöhnliche Wünsche zu erfüllen. Offensichtlich hält er schon danach Ausschau…

Das Arbeiten mit den Pastellen hat mir sehr gefallen. Ich verwendete Material von Sennelier – die Pastelle und Sticks sind sehr weich und cremig und lassen sich ohne weitere Hilfsmittel sehr gut verarbeiten. Das Verwischen mit den Fingern oder einem Gummi-Pinsel genügt und geht sehr einfach. Die Leuchtkraft ist immens und verändert sich nicht. Das war doch mehr als ich erwartet hatte. Spannend ist nun, diese Farben in verschiedenen Mischtechniken partiell einzusetzen…

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"Die Generalprobe des Puppenspielers" - 50 x 100cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

„Die Generalprobe des Puppenspielers“ – 50 x 100cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

Gerne schöpfe ich aus dem Chaos, wenn ich auf größeren Formaten arbeite. Meist beginne ich mit dem wahllosen Auftrag von  Acrylfarben, wobei ich mich stehts auf wenig Farben beschränke. Erst danach suche ich nach Figuren und Strukturen im Bild, die ich nach und nach zu einer Gesamtaussage ausbaue. Zu Beginn steht oft noch nicht fest, wie das Ergebnis aussehen wird. Hier lasse ich mich gerne treiben und von meiner Fantasie lenken.

So entwickelte ich hier zuerst die zentrale Figur des Puppenspielers, der eine Handpuppe und eine Art von Dirigentenstab in den Händen hält. Um ihn herum gruppieren sich kleine Fabelwesen, ein Musiker, eine weibliche Figur mit hohem Hut und ausgefallenem Kostüm. Alle flattern aufgeregt durcheinander und sind sich offenbar über ihre Aufgaben im zu probenden Stück noch nicht völlig im klaren…

Aber wie das mit Generalproben so ist – die Uraufführung wird schon klappen…

Ich brauche heute eine kleine Pause von meiner Serienarbeit. Zudem packe ich meine Sachen für die Malwoche in Goslar zusammen – also greife ich ins Archiv und stelle eines meiner „Klecksbilder“ vor, die ich aus planlos aufgetragenen Aquarellflächen entwickle. Dabei beginne ich nach Formen zu suchen, aus denen ich Figuratives versuche herauszuarbeiten. Und so etwas kann dabei herauskommen:

"Phantafant" - Aquarell und Tuschezeichnung, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Phantafant" - Aquarell und Tuschezeichnung, 30 x 40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Entstanden ist ein Fabeltier mitten in einer Blumenwiese – lockigem Fell, Mäusenase und offensichtlich Vegetarier… Ein Fröhliches Wesen, das immer wieder zur Suche nach neuen Details auffordert und vielleicht auch gelegentlich ein Lächeln provoziert.

Viel Spaß beim Anschauen…!

"Fantasia" - Acylmalerei auf Leinwand, 70 x 100cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Fantasia" - Acylmalerei auf Leinwand, 70 x 100cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Fantasia“ – ein Bild voll von kleinen und größeren Figuren und Elementen, die einem Traum entstiegen zu sein scheinen – Treppen, Zäune, Barrieren, Häuser, eine Kirche, vielleicht sogar Fragmente eines Friedhofes? Wir finden eine nachdenklich, fragend schauende Eule, die das alles aus der Distanz zu beobachten scheint, einen Mann (unten links), der aus dem Bildgrund herausfliegt bzw. einen alten Schuh… Unten rechts ein Insekt – Libelle oder Fliege? Alles vor einem barockfarben-märchenhaften Wolkenhintergrund, Nebel scheinen über die Kulisse zu wabern, Wege führen ins Nichts – zauberhafte und verzauberte Welten, in die wir vielleicht am ehesten im Schlaf eintauchen können. Den Gedanken freien Lauf lassen, ob sie Sinn ergeben oder nicht, den Bildern in unserem Kopf die Freiheit lassen sich zu entwickeln – wie oft gestehen wir uns das im Alltag zu, tun es nicht als Spinnerei oder Zeitverschwendung ab? Dabei sind sie unsere Quellen für Fantasie, Kreativität und Entspannung. Tauchen Sie ein, lasen Sie sich mitnehmen ins Land der Fantasie, der Träume und der Unbeschwertheit aus Kindertagen, nehmen Sie ein Stück daraus mit in Ihren Alltag und schweifen Sie gelegentlich zurück zu – „Fantasia“ !

P.S.: Ein besonderes Dankeschön an Hans Manhart, BBK Braunschweig,  für Inspiration, Begleitung, Tips und Hilfe bei der Entstehung von „Fantasia“!

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