Es ist wieder Tulpenzeit und deshalb hatte ich alle Hände und Malblöcke voll zu tun. In diesem Jahr fuhr ich zum ersten Mal nach Holland, genauer zum Keukenhof. Das Land der Tulpen zu besuchen war schon lange mein Wunsch – und es hat sich gelohnt!

Tulpenfeld in der Nähe von Lisse, Foto (c) C.Kerlikowski

Tulpenfeld in der Nähe von Lisse, Foto (c) C.Kerlikowski

Auf dem Weg zum Keukenhof

Tulpengeschichte

Die Züchtung von Zwiebelblumen hat in den Niederlanden eine lange Tradition. Die ersten Tulpenzwiebeln kamen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Mitteleuropa und wurden wie Schätze gehandelt und in sogenannten Kuriositätenkabinetten ausgestellt. Alles in allem eine Sache der gehobenen Mittelschicht und des Adels.

Nachdem einem Gelehrten aus seinem Tulpengarten Zwiebeln gestohlen wurden, begann der „Massenwahn“ um den Tulpenhandel, denn auch die kleinen Leute wollten ihren Anteil am großen Geschäft. Der Preisverfall begann und innerhalb kürzester Zeit fiel der Preis für Zwiebeln auf einen Bruchteil des früheren Wertes – der erste Börsencrash der Geschichte!

Tulpe

Tulpe „Sorbet“ Foto (c) C.Kerlikowski

Tulpe

Tulpe „Angelique“ Foto (c) C.Kerlikowski

 Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

 Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

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In der vergangenen Woche war ich mit meiner Malgruppe in Goslar. Einmal im Jahr reisen wir in die schöne Stadt im Harz, um ungestört und intensiv zu malen und zu zeichnen.

Dabei sind alle Techniken erlaubt – meist konzentrieren sich meine KursteilnehmerInnen auf Acrylmalerei, Aquarell und Zeichnung. Die Übergänge können durchaus fließend sein. Besondere Herausforderung ist es oft, dem realen Objekt in der Darstellung so nah wie möglich zu kommen.

Um die Herangehensweise in einem Aquarell zu demonstrieren, arbeitete ich in der vergangenen Woche zwei Motive nach, wobei meine MalschülerInnen mir über die Schulter schauen konnten:

Motiv 1: Französische Tulpen

Französische Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Französische Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Diese Blüten sind riesig und wunderschön strukturiert. Die Farbvielfalt zu erfassen, ist eine Herausforderung, aber durch geduldiges Lasieren durchaus machbar. Das braucht Zeit – und die muss man sich halt nehmen:

"Französische Tulpen", Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300 g/m² (rau), 34 x 34cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Französische Tulpen“, Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300 g/m² (rau), 34 x 34cm, (c) Cordula Kerlikowski

Motiv 2: Kinderschuhe

Ein weiteres Thema im Kurs war frauentypisch: Schuhe! So brachten die TeilnehmerInnen Schuhe mit – alte und neue, zertretene Sportschuhe und elegante Tanzschuhe, Sandalen, Pumps usw. Unter den Mitbringseln befand sich auch ein Paar Kinderschuhe aus dem Jahr 1967!

Kinderschuhe aus dem Jahr 1967, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kinderschuhe aus dem Jahr 1967, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Da konnte ich nicht widerstehen, in den Kurspausen eine Studie zu versuchen. Neben der realistischen Darstellung stellt die Einhaltung der Größe bei BEIDEN Schuhen eine besondere Schwierigkeit dar. Bei der Blumenmalerei fällt es nicht auf, wenn eine Blüte ein wenig größer oder kleiner als das Original ist. Bei Schuhen ist es sofort zu merken, wenn die Objekte im Bild unterschiedlich groß sind!

Um Form und Farbigkeit des Schuhs schnell und korrekt festzuhalten, beschränkte ich mich darauf, nur einen Schuh auszuarbeiten.

"Kinderschuh" I , Aquarell auf Hahnemühle Anniversary  Edition, 425 g/m², 15 x 17 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Kinderschuh“ I , Aquarell auf Hahnemühle Anniversary Edition, 425 g/m², 15 x 17 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Während des Malens wurde mir bewußt, dass ein Schuh allein wenig Sinn macht. Den zweiten dann einen Tag  später passend hinzuzufügen war nicht so einfach. Das hat jeder bestimmt schon selbst erlebt. Einfacher ist es, an beiden Teilen gleichzeitig zu arbeiten.Aber manchmal geht es halt nicht anders.

Hier das Ergebnis:

"Kinderschuh" II, Aquarell, 24 x 32cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Kinderschuh“ II, Aquarell, 24 x 32cm, (c) Cordula Kerlikowski

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Ich durfte die Schuhe für eine Weile ausborgen und freue mich darauf, an diesem Motiv noch eine Weile in verschiedenen Sichten und Techniken weiter zu arbeiten…

(über die Ergebnisse der Malwoche berichte ich in Kürze in einem weiteren Beitrag.)


Vor zwei Wochen hat der erste fortlaufende Kurs „botanisches Malen und Zeichnen“ in der Späth’schen Baumschule begonnen. Sechs interessierte Laien stellen sich seitdem der Herausforderung zum naturalistischen Arbeiten nach realen Objekten.

Nun kann man sich fragen, ob das im Winter, wo kaum frisches Grün draußen zu finden ist, Sinn macht. Doch wir können mehr finden als auf den ersten Blick möglich erscheint:

Efeu ist immergrün und findet sich überall – an Bäumen, Gebäuden oder bodendeckend in alten Parks:

Efeu-Ranken an einer Steinplatte, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Efeu-Ranken an einer Steinplatte, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ein einzelnes Blatt oder ein kleines Stück Ranke, vorsichtig abgetrennt, schädigen die Pflanze nicht und verhelfen uns zu einem dankbaren Objekt, das sich sogar über längere Zeit gut hält, ohne die Form zu verlieren.

Auch getrocknete Pflanzenteile aus Blumensträußen oder im Sommer gesammelt, eignen sich gut:

getrocknete Mohnkapseln (c) Foto von Cordula Kerlikowski

getrocknete Mohnkapseln (c) Foto von Cordula Kerlikowski

Hier lassen sich sehr gut Formen, Tonwerte und Licht und Schatten beobachten und erfassen.  Da die trockenen Kapseln sich nicht mehr verformen, sind wir nicht unter Zeitdruck und können entspannt viele Möglichkeiten  der Darstellung ausprobieren:

erste Ergebnisse aus dem Kurs in der Späth'schen Baumschule

erste Ergebnisse aus dem Kurs in der Späth’schen Baumschule

Ziel dieser Übungen ist es, die Hand zu lockern, Sicherheit in der Strichführung zu bekommen und das Sehen zu erlernen und zu festigen. So vorbereitet, fällt das Ausarbeiten komplizierterer Formen, Blumen und Blüten schon viel einfacher. Es wird nicht mehr lange dauern und wir können draußen erste Skizzen und Studien anfertigen, um sie dann im warmen
Kursraum weiter auszuarbeiten.

Die ersten kleinen Krokusse habe ich letzte Woche schon gefunden:

Krokus im Februar, Berlin-Johannisthal, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Krokus im Februar, Berlin-Johannisthal, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Und ein wenig später, bzw. mit einem Strauß aus dem Blumengeschäft, schaffen wir auch solche Bilder:

"Tulpe" 12 x 24 cm, Aquarell, (c) Cordula Kerlikowski

„Tulpe“ 12 x 24 cm, Aquarell, (c) Cordula Kerlikowski

"Weiße Tulpe" - Aquarell auf Büttenpapier, (c) Cordula Kerlikowski

„Weiße Tulpe“ – Aquarell auf Büttenpapier, (c) Cordula Kerlikowski

Sicherlich erscheinen diese Motive zunächst ziemlich schwer, aber wenn man die „Stolpersteine“ erst einmal umschifft hat, gelingen auch dem ungeübten Hobbykünstler schöne Ergebnisse.

Wir werden uns am kommenden Freitag mit Tulpen befassen – und ich bin schon gespannt, was entstehen wird…

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