Bei meinem Spaziergang durch Jandia kam ich u.a. an einem Restaurant vorbei, das einem alten Schiff nachempfunden war: Bullaugen, Holzwände und eine alte Tür mit einem verdrehten Türklopfer-Ring. Solche Motive reizen mich – es finden sich daran interessante Details, die für Skizzen, Gedankenstützen oder kleine Objektstudien geeignet sind. Hier also eine Aquarellskizze, die ich mit Pitt-Stift-Linien konkretisiert habe:

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

Eine genauere Ausarbeitung bzw. ein detailliertes Aquarell werde ich sicherlich vornehmen, wenn ich wieder zu Hause bin. Jetzt ist erst einmal das Wichtigste festgehalten…

An unserem freien Tag haben meine Kollegin und ich  einen Ausflug an den Strand gemacht. Wir sind bis zum Morro Jable gelaufen, ich fotografierte viel und wir haben die Sonne, den Wind und das Meer genossen.

In einer Lava-Wand in Jandia/Morro Jable tummelten sich Streifenhörnchen aller Altersgruppen, die sich touristengerecht ganz still an den Stein klammerten und sich ziemlich nah fotografieren ließen:

Streifenhörnchen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Streifenhörnchen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Streifenhörnchen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Streifenhörnchen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Die kleinen Kerlchen waren wirklich putzig und ich habe große Lust sie zu zeichnen. Allerdings müssen sie noch etwas warten: mir fehlen meine Farbstifte, auf eine Bleistiftzeichnung habe ich keine Lust und auch ein Aquarell war mir heute zu mühselig.

So ist heute Mut zum Nein-Sagen angesagt- die Hörnchen müssen warten bis ich zu Hause bin – ich zeige  stattdessen ein kleines „Spaßaquarell“, das am Donnerstag entstanden ist – Die „Träumerin“:

"Die Träumerin" - Aquarell auf Aquarellpostkarte, (c) by Cordula Kerlikowski

"Die Träumerin" - Aquarell auf Aquarellpostkarte, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich denke, ich lasse Sie heute mit Ihren Gedanken zu diesem Bild allein – Ihnen wird schon eine eigene Geschichte dazu einfallen. Vielleicht mögen Sie mir davon erzählen…?

Auf Reisen kann ich nicht viel an Malutensilien mitnehmen – so bleibt es meist bei ein paar Papieren, selbst zusammengestelltem Skizzenbuch, Bleistiften und Aquarellkasten. In der Regel genügt das auch. Diesmal hatte ich auch ein Kraftpapier-Heft dabei, weil ich einiges ausprobieren wollte.

Auf einem meiner Morgenspaziergänge durch die Club-Anlage fiel mir diese Blüte auf:

Hibiskusblüte - (c) Foto von Cordula Kerlikowski

Hibiskusblüte - (c) Foto von Cordula Kerlikowski

Mit einer auf die wichtigsten Linien reduzierten Vorzeichnung begann ich eine Grundstruktur festgelegt. Da die Farben der Blüte zum kolorierten Bild verführen, entschied ich mich für ein Aquarell, obwohl das Papier dafür eigentlich nicht bestimmt ist:

"Hibiskus auf Kraftpapier" - Vorzeichnung, 20 x 30 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Hibiskus auf Kraftpapier" - Vorzeichnung, 20 x 30 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Auf dem Kraftpapier ist das nicht einfach – die Nass-in-Nass-Technik funktioniert nur bedingt, da Wasser und Farbe auf dem Papier kaum fließen und schnell einziehen, aber mit Lasuren arbeitet es sich sehr gut. Um auf dem relativ dunklen Untergrund Rosa-Töne zu erreichen, musste ich mit Deckweiß arbeiten, was ich sonst nicht tue. So wirkt die Arbeit auch eher wie eine Gouache-Malerei, jedoch wirkt die Kombination der Papierfarbe mit denen des Bildes sehr reizvoll:

"Hibiskus auf Kraftpapier" - 20 x 30 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Hibiskus auf Kraftpapier" - 20 x 30 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Durch die Komplementärfarben Rot und Grün wirkt die Malerei kontrastreich. Gezielt gesetzte laubgrüne Farbflecken im Hintergrund bringen die Rottöne zusätzlich zum Leuchten.

So ging auch in diesem Falle Probieren über Studieren – das Kraftpapier ist für Überraschungen gut und fordert dem Anwender einiges an Kreativität und Improvisationsvermögen ab – aber genau das macht mir Spaß…

Auf meinem heutigen Morgenspaziergang fand ich auf dem Boden der Grünanlagen kleine Dolden mit rosa Kügelchen – und wo die sind, kann ein Pfefferstrauch nicht weit sein. Den kenne ich schon aus Tunesien und dort habe ich die Pfefferkörner gessammelt – denn sie schmecken fruchtig-pfeffrig und besonders lecker in einer Soße oder einem Fleischgericht:

Pfefferkorndolden - Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Pfefferkorndolden - Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Pfefferstrauch - Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Pfefferstrauch - Foto (c) by Cordula Kerlikowski

In der Mittagszeit duftet der Strauch herrlich würzig… Ich bin also auch auf Fuerteventura da, wo der Pfeffer wächst, und zwar ganz freiwillig…

Und so habe ich einige Dolden aufgehoben, ein paar Blättchen stibitzt und in der Mittagspause aquarelliert. Hier zunächst die „Originale“ :

Pfefferzweig und Dolden mit Körnern - Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Pfefferzweig und Dolden mit Körnern - Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Um die Blätter dauerhaft für weitere Arbeiten zu suchen, habe ich Details fotografiert, das Bild selbst habe ich nach den vorliegenden Objekten aquarelliert:

"Details vom Pfefferstrauch" - Aquarell, (c) by Cordula Kerlikowski

"Details vom Pfefferstrauch" - Aquarell, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier habe ich fast ausschließlich mit Lasuren gearbeitet, gerade für die Blattadern ist das einfacher als das Auswaschen der Linien.

Nun bin ich gespannt, was morgen auf meinem Weg liegt…

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