Der gemeine Mohn in seinen vielen Varianten ist uns wohl bekannt und unter uns Künstlern immer wieder ein gern dargestelltes Motiv. Ob es nun der Klatschmohn am Feldrand ist oder die vielen Zuchtvarianten des „Türkenmohns“ (Palaver orientalis) – die schönen Blüten faszinieren uns…

Sicherlich haben auch schon viele von uns Blüten gesehen, die in der Form wie unser bekannter Mohn aussahen, jedoch rosa, weiß oder violett mit dunkel-lila Marken am Stielansatz. Nur die fleischigen, unbehaarten Blätter und Stiele, die nur wenige Härchen aufweisen, haben uns irritiert…

Das ist Schlafmohn, der bei uns wild wächst und auch in Gärten zu finden ist. Hier sein Portrait, wie ich es sehe:

"Papaver somniferum" - ca. 20 x 20cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Papaver somniferum“ – ca. 20 x 20cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich mag diese Mohnart in allen Blütenphasen. Hier sind die Kapseln noch grün, auch Knospen sind noch zu finden. Für diese Zeichnung habe ních mich auf die drei markanten Formen beschränkt, aber selbst die vertrockneten Samenstände geben noch schöne Motive zum Zeichnen:

Mohnkapseln_Miniatur - (c) von Cordula Kerlikowski

„Mohnkapseln I“ Cordula Kerlikowski, Zeichentusche auf Aquarellpapier

Ich wünsche also den Lesern heute einen besonders schönen Abend und angenehme Träume…

Blumen und Blüten gehören zu meinen Lieblingsmotiven. Insbesondere die Tulpe hat es mir angetan – ich mag sie sowohl in den schlichten Formen und Farben als auch in den wunderschönen Zuchtformen…

Seit die Tulpe im 16. Jahrhundert nach Europa kam, wird sie in Gärten und Gewächshäusern liebevoll kultiviert. Um diese Zwiebelpflanze ranken sich bisweilen Dramen – Liebhaber verschuldeten sich, um besonders schöne Exemplare zu ergattern und die Preise für eine Tulpenzwiebel stiegen ins Unermessliche – somit war die Tulpe eines der ersten Spekulationsobjekte.  Der erste „Börsen-Crash“ war ein „Tulpen-Crash“ im Jahre 1637! Dabei gehen die schönsten Farb- und Formvarietäten auf einen Virus zurück – jede Tulpe geht irgendwann in ihre schlichte Naturform zurück. Wer in seinen Garten Tulpen hat, kennt das: irgendwann sind sie alle wieder klein und gelb…

Das sind  nun meine zwei Tulpen:

"Zwei Tulpen" - 30 x 30cm, Aquarell auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

„Zwei Tulpen“ – 30 x 30cm, Aquarell auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier habe ich mit Aquarell-Hilfsmitteln experimentiert, die es ermöglichen, mit Aquarellfarben auf Leinwand zu malen und Effekte zu erzielen: Aquagrund, Aquarell-Fixativ, Aqua-Shine.

Das Ergebnis gefällt mir. Die Farben fließen zwar nicht so auseinander wie auf einem Aquarellpapier, jedoch verlaufen sie gut ineinander ohne vom Leinwandgrund abzuperlen. Die Farben bleiben brillant, da sie nicht in den Malgrund einziehen können, sondern nur auf der Oberfläche trocknen.

Das fertige Bild ist dann mit einem Fixativ zu schützen, denn es bleibt wie jedes Aquarell wasserempfindlich. Es ist auch möglich, die Farben mit einem weiteren Hilfsmittel wasserfest zu machen, aber das war mir hier zu aufwändig…

Zeichnen kann man eigentlich immer und überall – Ausreden gelten nicht. Gerade für Skizzen ist wenig Zeit erforderlich. Man sollte sich nur nicht von seinem eigenen Anspruch nervös machen lassen.

Eine Skizze ist eine schnelle Zeichnung, die einen vorläufigen, oft groben Eindruck schafft, Gedankenstütze ist und vor allem das Wesentliche erfasst. Und damit muss sie nicht perfekt sein wie eine klassische Zeichnung, die bis ins letzte Detail ausgearbeitet wurde und meist viele Stunden in Anspruch nimmt.

Gestern zeichnete ich eine Akelei in mein Skizzenbuch. Ich mag diese Blume, die in jedem Bauerngarten zu finden ist. Auf holländischen und flämischen Stilleben, aber auch auf Marienbildern ist die Akelei oft zu sehen. Sie hat eine alte religiöse  Symbolik und verweist auf die Dreifaltigkeit, aber auch auf Demut, Melancholie oder die Sorgen der Jungfrau Maria.

Hier einige Details:

"Akelei" - Blick ins Skizzenbuch, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Akelei“ – Blick ins Skizzenbuch, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich benutzte nur einen Bleistift der Marke Koh-i-Noor, Stärke 2B. Mehr war gerade nicht zur Hand, doch reichte der Stift, um die verschiedenen Tonwerte durch variablen Druck beim Zeichnen darzustellen.

"Akelei" - Detail Blüte,, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Akelei“ – Detail Blüte, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Wichtig ist es, die Tiefe des Blütenkelches gut zu erfassen und auch die Samenstände angemessen abzubilden.

In der folgenden Detailaufnahme ist eine Knospe zu sehen, die durch ihre „Häkchen“ schon etwas schwieriger zu sein scheint, aber auch das ist zu schaffen:

"Akelei" - Detail Knospe, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Akelei“ – Detail Knospe, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Auch die Stiele und die kleinen anliegenden Blättchen sollten sorgfältig ausgearbeitet werden:

"Akelei" - Detail Stiele, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Akelei“ – Detail Stiele, Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Licht und Schatten, kleine Verwachsungen und Unregelmäßigkeiten – das alles kann mit aufgenommen werden und macht die Blüte realistisch und lebendig.

Und so sieht meine Bleistiftzeichnung am Ende aus:

"Akelei" - Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

„Akelei“ – Bleistiftzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich habe für diese Zeichnung nicht mehr als 40 Minuten gebraucht. Aber ein ungeübter Zeichner sollte in ca. einer Stunde auch schon eine gute Zeichnung schaffen – das ist machbar!

Diese Zeichnung kann nun Ausgangspunkt für weitere Arbeiten werden: für Farbstiftzeichnungen, eine Aquarellstudie oder freie Arbeiten mit Tusche, Tinte, Gouache oder Acrylfarbe. Also ans Werk!

Nach einer Pause habe ich heute wieder mit meinen Lieblingstinten gearbeitet und somit die Serie dieser Zeichnungen um ein Blatt erweitert.

Die Skizze zu dieser Arbeit entstand schon vor einer Weile im Garten meiner Malschülerin Karin – ihr Mann hegt und pflegt sein kleines Paradies mit viel Liebe und so haben wir vom Frühling bis zum Herbst die schönsten Blumenmotive.

Heute also ein „Tränendes Herz“:

"Tränendes Herz" - ca.20 x 20 cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

„Tränendes Herz“ – ca.20 x 20 cm, Tuschezeichnung auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

Für mich ist diese Blume eine typische „Großmutterpflanze“. Damit meine ich, dass sie früher in jeden Bauerngarten gehörte wie Pfingstrose, Akelei, Vergißmeinnicht, Löwenmäulchen oder Malve. Heute findet man sie eher selten in den durchgestylten Prachtgärten der Häuslebesitzer. Man wählt jetzt leicht zu pflegende, wenig wuchernde, farblich zusammen passende, moderne Blumen, Stauden und Sträucher. Schade eigentlich…

Mein „Tränendes Herz“ soll aber nicht von Trauer künden, ich mag diese Pflanze einfach – und habe sie, wie die anderen Blätter dieser Serie, nur mit zwei Farben gezeichnet. Aber durch die Vermalung mit Wasser auf dem 425g/m² – Aquarellpapier wirkt sie farbenfroh und fröhlich, wie ich finde…

Heute war etwas Zeit für eine kleine Zeichnung im Garten des Zeppelinhauses. Der Hof ist durch seine abgeschlossene, geschützte Lage, einen kleinen kündstlichen Bach und einen Teich mit Molchen und Kaulquappen ein richtiges Refugium. An einer kleinen Mauer fand ich diesen Löwenzahn:

Löwenzahnblüte, Foto: (c) Cordula Kerlikowski

Löwenzahnblüte, Foto: (c) Cordula Kerlikowski

Ein kleines Unkräutlein mitten im Kiesweg, an eine Stufe gelehnt.

Gelb hatte ich als Schreibtinte gerade nicht zur Hand, also nutzte ich meine bewährten Farben und versuchte die Pflanze zwar farblich abgewandelt, aber doch zeichnerisch im Wesentlichen korrekt, an ihrem Standort darzustellen:

"Löwenzahn" - 20 x 20cm, Zeichnung auf Aquarellkarton 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

"Löwenzahn" - 20 x 20cm, Zeichnung auf Aquarellkarton 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

Zu Hause werde ich die Zeichnung noch einmal mit gelben Blütenblättern wiederholen, aber heute bleibt es bei dieser zugegebenermaßen etwas „schrägen“ Variante…

Die Sonne scheint, im Garten des  Zeppelinhauses erblühen die veschiedensten Sträucher und Blumen: Mahonie, Steinbirne, Löwenzahn, Annemonen, Vergißmeinnicht. Das lädt zu einer schnellen Zeichnung ein:

Zweig mit Blüten der Steinbirne und Konturenzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Zweig mit Blüten der Steinbirne und Konturenzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Es war mir wichtig, mich auf die grundsätzlichen Linien zu beschränken. Die Tonwertunterschiede sollten sich später aus der Kolorierung ergeben. Dazu verwendete ich wieder meine Lieblings-Schreibtinten:

"Steinbirne-Blütenzweig", 20 x 20 cm, Tusche auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

"Steinbirne-Blütenzweig", 20 x 20 cm, Tusche auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

Die weißen Blüten erhielten ihre Akzente durch die Färbung des Hintergrundes, wobei ich die Farbe bewußt sehr dezent verwendete, um die Zartheit der Blättchen hervorzuheben. Das Grün im komplementären Kontrast zum Bordeaux setzt zusätzliche Schwerpunkte…

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