Nachdem ich mehrfach mit kleinen Objekten experimentiert habe, bin ich bei dieser Zeichnung einen Schritt weiter gegangen:

"Waldstück" - Tusche auf Aquarellpapier, 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Waldstück" - Tusche auf Aquarellpapier, 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Im  Vordergrund ein Waldboden mit einem verwitterten Ast, auf dem sich eine dichte Schicht Moos angesiedelt hat, dahinter die Andeutung von Bäumen, Wald, Grünflächen.

Die bröckelige Oberfläche des Holzes habe ich mit knappen Tuschelinien und vermalter Tinte dargestellt, die zarten Blüten des Mooses nur gezeichnet und nicht vermalt. Es ist wirklich erstaunlich, was die Schreibtinte an Möglichkeiten eröffnet. So verbinden sich die hinter dem Holzstück gezeichneten Bäume auf interessante Weise mit der Farbfläche im Hintergrund, die sowohl Laub der Bäume als auch einen angedeuteten dichten Wald darstellen kann…

Heute war ich im Berliner Umland unterwegs und fuhr auch durch Alleen und Waldstücke, die reichlich mit Buschwindröschen bedeckt waren. Diese kleinen weißen Blumen mag ich. Und deshalb hielt ich kurz an, stibitzte ein Blümchen und nahm auch gleich noch einen kleineren dick bemoosten Ast mit, der auch eine gute Zeichnung abgeben wird. Doch zunächst die kleine Blüte:

"Buschwindröschen" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425g/m², 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Buschwindröschen" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425g/m², 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Die Blüte hatte auf dem Heimweg schon etwas gelitten und war in sich zusammengefallen. Zudem scheint ihr auch das 6. Blütenblatt zu fehlen, aber das ist heute nicht wichtig. Ein Wasserbad hat sie wieder aufgepäppelt, aber sie ist halt nichts für die Vase.

Bewußt verzichtete ich gegenüber den vorangegangenen Zeichnungen dieser Serie noch mehr darauf, viele Linien und Details zu zeichnen. Hier sprechen die Konturen bereits eine eindeutige Sprache. Verbindendes Element zu den anderen Zeichnungen sind wieder der Hintergrund, die verwendeten Farben und Strukturen.

Das Original lässt schon wieder sein Köpfchen hängen, aber in der Zeichnung überdauert sie…

weitere Zeichnungen der Serie:

https://cordulakerlikowski.wordpress.com/2012/04/17/verwelkte-tulpe-oder-neue-tinte-macht-glucklich/

https://cordulakerlikowski.wordpress.com/2012/04/18/efeu-oder-noch-einmal-mit-tinte/

https://cordulakerlikowski.wordpress.com/2012/04/19/physalis-oder-ein-wenig-farbliche-abwechslung/

Nach der vertrockneten Tulpe und der Efeuranke waren heute zwei Physalis-Früchte an der Reihe, ihren Weg aufs Papier zu finden. Wieder wollte ich mit dem Alt-Bordeaux arbeiten, aber das Alt-Goldgrün verbot sich dann doch für dieses Motiv. So ersetzte ich es heute durch Gebrannte Siena, die in der Verdünnung einen schönen Orangeton ergibt:

"Physalis" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

"Physalis" - 20 x 20 cm, Zeichnung auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

Ansonsten bemühte ich  mich darum, der Serie zu folgen und sowohl den Hintergrund als auch das Motiv in gleicher Handschrift zu arbeiten wie die o.g. vorangegangenen Arbeiten. Ich denke, das ist gelungen. Verbindende Elemente bleiben das Bordeaux und die Struktur der Farbflächen im Hintergrund.

Hier eine Nahaufnahme von Original und Abbild:

"Physalis" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

"Physalis" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

Was wird mir morgen unter die Zeichenfeder kommen…?

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