Da ich ja nun so viele Keilrahmen neu bespannt hatte, war es nur folgerichtig, einen davon „mal schnell“ zu bearbeiten. Ich wollte Tusche und Aquarellfarben verwenden und begann mit einer reinen Tuschezeichnung:

"Die Welt im Auge des Betrachters" - Zwischenergebnis, 30 x 30cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Die Welt im Auge des Betrachters“ – Zwischenergebnis, 30 x 30cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Die mit der Glasfeder ausgearbeiteten Linien erscheinen hart und distanziert, so dass ich einzelne Flächen mit Aquarellfarben kolorierte: violett, türkis, gelb, grün. Das wiederum war zu kräftig und gefiel mir gar nicht. Was macht die Künstlerin in diesem Fall? Sie hält das Bild unter den laufenden Wasserhahn mit  warmem Wasser und spült die überschüssige Farbe ab. Der Tinte passiert nichts, denn sie ist wasserfest. Hingegen reagiert die Aquarellfarbe anders – sie lässt sich abwaschen, jedoch funktioniert das aufgrund der starken Pigmentierung der Schmincke Horadam Farben nur bedingt und zurück bleiben Pastelltöne.

Das Ganze habe ich über Nacht trocknen lassen und gar nicht weiter draufgeschaut, am nächsten Morgen fand ich das Ergebnis ganz passabel:

"Die Welt im Auge des Betrachters" - 30 x 30cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

„Die Welt im Auge des Betrachters“ – 30 x 30cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

Nachdem Susanne Haun und ich heute in der Galerie Art Juchin in Wolgast unsere Dinge erledigt hatten (Susanne stellt hier ab morgen ihre Zeichnungen aus), war noch ausreichend Zeit durch meine Geburtsstadt zu spazieren. Dabei fielen mir die vielen interessanten Türen auf, die den Lauf der Zeit dokumentieren:

Wunderbare alte und neue Türen, schöne und verwitterte, gepflegte und vergessene – alle sind sie hier zu finden. In der Stadt hat sich schon viel getan und etliches wird und muss sich noch verändern – und es sieht so aus, als ob es langsam, aber doch stetig vorangeht. Das freut mich sehr…

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Wolgaster Türen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Es ist spannend, nicht nur mit Farben, Formen und Strukturen zu spielen, sondern auch die Anordnung mehrerer Miniaturen auf einem Blatt zu versuchen. Dabei können interessante Effekte entstehen:

"Omega und Alpha", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Omega und Alpha“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier stehen zwei Quadrate nebeneinander und bilden durch die Farben und die grafischen Elemente im Vordergrund eine inhaltliche Einheit.

Im Folgenden sind vier kleine Landschaften zu einem größeren Quadrat zusammengefügt:

"Landschaft im Quadrat", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft im Quadrat“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Alle vier Quadrate weisen die gleiche Farbigkeit auf, die Gestaltung zur Gegenständlichkeit erreichte ich durch einige wenige Tuschelinien, locker gezeichnet und den Farbflächen der Grundstruktur folgend. Mehr braucht es hier nicht, um einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Quadraten herzustellen.

So ist es möglich, immer wieder neue Anordnungen auszuprobieren…

Mit einem breiten Passepartout versehen, das großzügigen Abstand zum Rahmen schafft, sind interessante Bildhängungen auch auf kleinen Wandflächen zu erreichen.

Heute bin ich in Einbeck angekommen, bevor es morgen weiter geht zur Hahnemühle, wo ich verschiedene Maltechniken für russische Geschäftskunden auf den Papieren der Firma demonstrieren werde.

Die Stadt selbst ist sehr schön – aber kaum jemand scheint sie zu kennen. Freunde nannten das Bier als einzigen Fixpunkt, andere kannten die Patchwork-Tage, die im Frühjahr stattfinden.

Dabei hat Einbeck eine sehr schöne Altstadt mit Fachwerkhäusern, alten Kirchen und liebevoll gestalteten Plätzen und Lokalen. Auch kulturell bemüht man sich hier um ein hohes Niveau und Abwechslung.

Gerade die architektonischen Details faszinieren mich und so erinnerte ich mich an eine kleine Tür, die ich vor Jahren im Urlaub gezeichnet habe. Nicht in Einbeck – aber auch ein Fachwerkhaus, leider verputzt:

"Horne-Pindsvinehuset" - A3, Tusche auf Zeichenkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Horne-Pindsvinehuset“ – A3, Tusche auf Zeichenkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Mir gefiel die „unordentliche“ Gemütlichkeit, der Tonkrug, der die Tür offen hält und der teilweise abgebröckelte Putz. Da lässt es sich als Zeichnerin herrlich in Linien schwelgen…

Vielleicht habe ich morgen die Gelegenheit, nach meinem Termin noch kurz in der Stadt zu halten, um einige Fotos und Skizzen zu machen. Ich werde berichten…

"Fantasia" - Acylmalerei auf Leinwand, 70 x 100cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Fantasia" - Acylmalerei auf Leinwand, 70 x 100cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Fantasia“ – ein Bild voll von kleinen und größeren Figuren und Elementen, die einem Traum entstiegen zu sein scheinen – Treppen, Zäune, Barrieren, Häuser, eine Kirche, vielleicht sogar Fragmente eines Friedhofes? Wir finden eine nachdenklich, fragend schauende Eule, die das alles aus der Distanz zu beobachten scheint, einen Mann (unten links), der aus dem Bildgrund herausfliegt bzw. einen alten Schuh… Unten rechts ein Insekt – Libelle oder Fliege? Alles vor einem barockfarben-märchenhaften Wolkenhintergrund, Nebel scheinen über die Kulisse zu wabern, Wege führen ins Nichts – zauberhafte und verzauberte Welten, in die wir vielleicht am ehesten im Schlaf eintauchen können. Den Gedanken freien Lauf lassen, ob sie Sinn ergeben oder nicht, den Bildern in unserem Kopf die Freiheit lassen sich zu entwickeln – wie oft gestehen wir uns das im Alltag zu, tun es nicht als Spinnerei oder Zeitverschwendung ab? Dabei sind sie unsere Quellen für Fantasie, Kreativität und Entspannung. Tauchen Sie ein, lasen Sie sich mitnehmen ins Land der Fantasie, der Träume und der Unbeschwertheit aus Kindertagen, nehmen Sie ein Stück daraus mit in Ihren Alltag und schweifen Sie gelegentlich zurück zu – „Fantasia“ !

P.S.: Ein besonderes Dankeschön an Hans Manhart, BBK Braunschweig,  für Inspiration, Begleitung, Tips und Hilfe bei der Entstehung von „Fantasia“!

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