Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Zisterziensermönche gründeten 1258 eine erste Klosteranlage auf seiner Insel im Parsteiner See und nannten es in Anlehnung an die Schutzpatronin Kloster Mariensee. Diese Anlage musste jedoch aufgegeben werden, da die Insellage sich wirtschaftlich als ungünstig erwies. Auch der für ein Kloster unabdingbare landwirtschaftliche Betrieb war hier nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Zudem war die noch im Bau befindliche Anlage vor Wasserstandsschwankungen des Sees nur unzureichend zu schützen.

1278 zogen die Zisterzienser 8 km weiter an den Choriner See und begannen von Neuem mit dem Aufbau eines Klosters. Neben religiösen waren auch politische Gründe für die Klostergründung ausschlaggebend. Faktisch neben einer Siedlung der Slawen gelegen, konnten die Mönche hier ihr missionarisches Werk tun und andererseits in Abgeschiedenheit entsprechend der Ordensregeln ein gottgefälliges Leben führen. Die Askanierfürsten förderten die Klostergründung mit großzügigen Stiftungen und sicherten damit Chorin auch als ein wichtiges Zentrum, an dem sich Wirtschafts- und Handelswege kreuzten.

Im Stil der Frühgotik entstanden, ist die Kirche sogar als (überdachte) Ruine noch eindrucksvoll und zeigt das hohe Können der Mönche. Aus Backsteinen mit dem Lehm aus Vorkommen der Umgebung hergestellt, „automatisierte“ man den Bau mit standardisierten Steinformen, die unterschiedlich kombiniert wurden. Das ersparte teure Steinmetzarbeiten und ging natürlich auch viel schneller.

Hier einige Beispiele im Detail:

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Beeindruckend zeigen die mit großen Aufwand restaurierten Bereiche des ehemaligen Klosters noch heute die Größe und Bedeutung dieses Ortes an:

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

In der Reformationszeit wurde das Kloster aufgegeben und versank in der Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde es durch die Ideen der Romantik wieder entdeckt. Wir kennen den Hang zur romantischen Verklärung mittelalterlicher Anlagen sehr gut durch Caspar David Friedrich und andere Künstler. Auch Chorin profitierte von diesem „Trend“. Neben anderen erkannte auch Karl Friedrich Schinkel die Bedeutung der Architektur und begann die Klosteranlage zu sichern und zu restaurieren. Die noch heute beeindruckende Parkanlage entstand unter Leitung von Peter Joseph Lenné.

Ruine der Klostermühle, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ruine der Klostermühle, Foto (c) Cordula Kerlikowski

 

Auf dem Friedhof ist u.a. der Architekt Max Taut begraben:

Friedhof, Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Friedhof, Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Romantischer Amtssee, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Romantischer Amtssee, Foto (c) Cordula Kerlikowski

In dieser malerischen Umgebung zu zeichnen, ist eine große Freude und Anstrengung zugleich. Zunächst wird man von dieser gewaltigen Architektur beinahe erschlagen und die Wahl eines Motivs ist eine Herausforderung. Man kann sich kleine Details, wie z.B. ein Fenster, ein Maßwerk oder ein Kapitell, aussuchen, aber auch eine Gesamtansicht aufs Papier bringen. Wer die Wahl hat, hat die Qual…

Meine beiden Teilnehmerinnen sind im Zeichnen schon etwas versiert und  hatten den Mut, sich an die Apsis der Klosterkirche zu wagen. Wer so etwas schon einmal probiert hat, weiß, was ich meine. Man braucht sehr viel Geduld für so ein Motiv:

Anja und Ilka beim Zeichnen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Anja und Ilka beim Zeichnen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Hier ihre Arbeiten:

Ilkas Sicht auf die Klosterkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ilkas Sicht auf die Klosterkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Anjas Blickwinkel, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Anjas Blickwinkel, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Beide sind noch längst nicht fertig. So ein Bild ist nicht an einem Tag zu schaffen. In so einem Fall ist es ratsam, sich auf die wesentlichen Linien und Strukturen zu konzentrieren und einige Fotos als Gedächtnisstützen mit nach Hause zu nehmen. Beide wollen ihre Zeichnungen mit der Zeichenfeder und Tinte vollenden – ich bin gespannt und werde die Ergebnisse gerne nachreichen.

Wir werden hier auf jeden Fall noch öfter zeichnen, denn es macht einfach Spaß hier zu sein. Die Anlage bietet sehr viele Möglichkeiten für geübte Zeichner ebenso wie für Neueinsteiger, passende Motive zu finden.

Man kann aber auch ohne künstlerische Ambitionen nach Chorin fahren – zum Beispiel zum Choriner Musiksommer oder für einen Spaziergang um den Amtssee und den Besuch des Museums…. Und den Tag in der „Immenstube“ ausklingen zu lassen, ist auch eine Option.

In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal!!!

 

 

 

 

 

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"Fantasia" - Acylmalerei auf Leinwand, 70 x 100cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Fantasia" - Acylmalerei auf Leinwand, 70 x 100cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Fantasia“ – ein Bild voll von kleinen und größeren Figuren und Elementen, die einem Traum entstiegen zu sein scheinen – Treppen, Zäune, Barrieren, Häuser, eine Kirche, vielleicht sogar Fragmente eines Friedhofes? Wir finden eine nachdenklich, fragend schauende Eule, die das alles aus der Distanz zu beobachten scheint, einen Mann (unten links), der aus dem Bildgrund herausfliegt bzw. einen alten Schuh… Unten rechts ein Insekt – Libelle oder Fliege? Alles vor einem barockfarben-märchenhaften Wolkenhintergrund, Nebel scheinen über die Kulisse zu wabern, Wege führen ins Nichts – zauberhafte und verzauberte Welten, in die wir vielleicht am ehesten im Schlaf eintauchen können. Den Gedanken freien Lauf lassen, ob sie Sinn ergeben oder nicht, den Bildern in unserem Kopf die Freiheit lassen sich zu entwickeln – wie oft gestehen wir uns das im Alltag zu, tun es nicht als Spinnerei oder Zeitverschwendung ab? Dabei sind sie unsere Quellen für Fantasie, Kreativität und Entspannung. Tauchen Sie ein, lasen Sie sich mitnehmen ins Land der Fantasie, der Träume und der Unbeschwertheit aus Kindertagen, nehmen Sie ein Stück daraus mit in Ihren Alltag und schweifen Sie gelegentlich zurück zu – „Fantasia“ !

P.S.: Ein besonderes Dankeschön an Hans Manhart, BBK Braunschweig,  für Inspiration, Begleitung, Tips und Hilfe bei der Entstehung von „Fantasia“!

Heute möchte ich eine Arbeit zeigen, die schon sehr lange zurückliegt, jedoch mein Fable für die Tuschezeichnung erklärt.

Ich fahre sehr oft und gern nach Goslar: früher zur Sommerakademie, seit 7 Jahren mit meinen MalschülerInnen. Gern bin ich auch privat dort, die alte Kaiserstadt bietet so viel zu sehen: mittelalterlicher Stadtkern, interessante Kirchen und Museen, u.a. das Mönchehaus-Museum. In der Stadt stehen Werke bekannter Künstler (auch von Kaiserring-Preisträgern) und der Kaiserring ist in der Kunstszene ein vielbeachteter Preis.

Ich mag dort vor allem die versteckten Winkel, die kleinen Gassen und die Details am alten Fachwerk. Die Frankenberger Kirche hat es mir dabei besonders angetan – ein schlichter Bau, rein äußerlich, im Inneren eine wunderschöne barocke Kanzel.

Hier haben wir oft gezeichnet:

Goslar-Frankenberger Kirche - Tuschezeichnung auf Karton, (c) by Cordula Kerlikowski

Goslar-Frankenberger Kirche - Tuschezeichnung auf A3 - Karton, (c) by Cordula Kerlikowski

Die Entstehung dieser Federzeichnung schon fast 17 Jahre zurückliegt. Eine der ersten Begegnungen mit einer Stadt, die mir inzwischen lieb und teuer geworden ist, Quelle der Inspiration, des Kraftschöpfens, von Begegnungen und Erfahrungen.

Ein kleines Detail an der Frankenberger Kirche, wenn man um die Apsis herumgeht, dicht neben einem Seiteneingang. Es ist wie Meditation, in der Stille dieses Ortes zu zeichnen – stundenlang – Blätter, Mauerstrukturen, Schieferschindeln zu erfassen, darzustellen – möglichst exakt zu sein und sich doch auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sicherlich ist an dieser Arbeit nicht alles perfekt – es war eben der Stand meiner damaligen Möglichkeiten. Heute würde ich manches anders herausarbeiten, aber ich genieße es nach wie vor, gelegentlich in langer Kleinarbeit solche Momentaufnahmen zu zeichnen. Der Efeubewuchs existiert so schon nicht mehr und so sind diese Arbeiten auch schon fast Zeitzeugen des Wachsens und Vergehens…

Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, Stunden und Tage an einem Platz zu sitzen und in dieser Weise so akribisch vor mich hin zu zeichnen, zumal ich diesen Platz inzwischen ganz anders zu Papier bringen würde… weniger Details, Konzentration auf das Wesentliche… Was jedoch geblieben ist: meine Liebe zur Tuschezeichnung…

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