Es ist immer wieder interessant, wie sich aus einer Bildidee neue Ansätze entwickeln können:

"Lollipop" - Acrylmalerei auf Karton, 7,5 x 8,5 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lollipop" - Acrylmalerei auf Karton, 7,5 x 8,5 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier wurden Acrylfarben weich ineinander vermalt und danach auf dem getrockneten Untergrund wenige akzentuierende Linien und Kreise aufgebracht. Dabei gehen Preußischblau und Weiß eine kontrastreiche Allianz ein… Was sehen wir? Eine abstrahierte Blume, ein Schild, gar nichts…? Mir kam spontan ein Lollipop in den Sinn – und so nannte ich diese Miniatur dann auch.

Nachfolgend griff ich dieses Motiv für eine Aquatinta, kombiniert mit einer Strichätzung, wieder auf. Ich experimentierte mit verschiedenen Ätzstufen und Papieren, so dass jeder Druck seinen eigenen Charakter bekam. So wirkt das Motiv auf Kupferdruckbütten detailreicher und strukturierter:

"Lollipop" - Aquatinta auf Kupferdruckkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lollipop" - Aquatinta auf Kupferdruckkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Der Druck auf einem strukturierten Aquarellpapier hingegen erscheint glatter, reduzierter, auf Tonwerte und Linien beschränkt:

"Lollipop" - Aquatinta auf Aquarellkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Lollipop" - Aquatinta auf Aquarellkarton, 5,5 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Zudem lassen die Farben Preußischblau und Rötel weitere Spielräume in der Wirkung deutlich werden. Im Irisdruck wird das Ganze noch plastischer und wirkt dann beinahe wie ein altes Kirchenfenster… Zu dieser Form des Tiefdrucks aber an anderer Stelle mehr…

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Kürzlich habe ich eine Zinkplatte mit einer begonnenen Kaltnadelradierung wiedergefunden, von der ich schon nicht mehr wusste, dass es sie gab. Ich berichtete darüber im Dezember im Blog „Fundstücke…“

Gestern war es nun an der Zeit sie weiter zu bearbeiten. Da zwischen der ersten Arbeitsphase und dem Heute eine ganze Weile vergangen war, musste ich mich zunächst wieder sowohl an die Arbeitsweise als auch an den Stil der Gravur herantasten. Das Einschneiden des Motivs in die Platte mit der Radiernadel kostet Kraft: je tiefer die Gravur, desto kräftiger die Linie. Gerade bei den winzigen Kreuzschraffuren, die die dunkelsten Bereiche ergeben sollen, braucht es Geduld und Ausdauer.

Eva - Arbeitsfortschritt

Druckplatte, Lichtquelle und Radiernadel - Foto v. Cordula Kerlikowski

Da die Zinkplatte ziemlich spiegelt ist es manchmal schwer, die Tiefe der Linien einzuschätzen bzw. überhaupt das Bild auf der Platte richtig wahrzunehmen. Hier half mir eine quergelegte Tischlampe.

Wie im Bild gut zu sehen, sind vorerst keine weiteren Arbeitsmittel nötig um eine Kaltnadelradierung anzufertigen. Die Verwendung unterschiedlicher Radiernadeln erleichtert in vielen Fällen die Arbeit, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Hier die vorerst fertige Platte:

Aus der serie "Paradiesgarten"

Druckplatte "Eva" aus der Serie "Paradiesgarten" - von Cordula Kerlikowski

Die eingeschnittenen Linien und Flächen sind gut zu erkennen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Platte bereits für den Seriendruck fertig ist.

Zunächst werde ich einen Probedruck herstellen um zu überprüfen, ob dieser sowohl die Tonwerte, die hier nur durch die Gravur erreicht werden können, als auch die Linienführung wunschgemäß abbildet. In der Regel sind Korrekturen erforderlich.

Diesen Arbeitsgang werde ich heute im Atelier ausführen, denn nun benötige ich die Druckpresse, Kupferdruckpapier, spezielle Farben und viel Platz…

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