Nach einer längeren Sommerpause melde ich mich nun endlich zurück ins Blogger-Dasein.

Wie schon erwähnt, habe ich mir in diesem Sommer einen lang gehegten Wunsch erfüllt, bin für zwei Wochen nach Island geflogen und habe dort zusammen mit einer Freundin per Jeep und Zelt den Süden der Insel erkundet:

Jökulsárlón/Island Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Jökulsárlón/Island Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Landschaft, Farben, Formen und das Licht sind einzigartig. der Vulkanismus hat auf dieser Insel Formen geschaffen, die man nicht so oft findet, aber hier lebt die Natur auf ganz andere Weise als wir es aus Mitteleuropa gewohnt sind. Man lebt mit den Vulkan und geht mit der Gefahr eines Ausbruchs rouliert, aber sehr sicherheitsorientiert um. Das konnten wir selbst erleben: Am Tag unserer Anreise begann der Bárðarbunga zu grummeln und am Abreisetag brachen dann doch erste kleine Lavaströme durch. Wir waren auf unserem Weg bis ca. 65 km Luftlinie am betroffenen Gebiet und haben davon nichts mitbekommen, da sich die Eruptionen (bis zu einer Magnitude von 5,3 und bis zu 40-60 Beben pro Stunde) in 700 m Tiefe abspielten.

Die Informationen waren sachlich, konzentriert und auf die wichtigen Kernaussagen beschränkt. An den Rezeptionen der Zeltplätze gab es Aushänge, die Wetter-Webseite Islands hatte immer die aktuellen Informationen online. Insofern blieben wir entspannt und genossen das fantastische Land, inklusive Sturm, Eishai, Fährfahrt und Vulkanwanderung.

Westmännerinseln, Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Westmännerinseln, Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Mehr über Island und unsere Tour ist nach und nach auf meinem Blog „ReiseLeise“ zu lesen:

http://reiseleise.wordpress.com

(Der Blog ist noch nicht ganz im Idealzustand, aber einfach erst mal scrollen und die Überschriften anklicken, dann findet ihr die Berichte).

Und nun hat mich, leider, leider, der Alltag wieder. Irgendwie sind Herz und Seele noch auf Island. Die Eindrücke wirken länger nach als nach jeder anderen Reise, die ich bisher unternommen habe. Vieles wird in künftige Arbeiten einfließen, da bin ich mir sicher. Ein guter Grund, wieder großformatig mit Acrylfarben zu malen.

Doch erst einmal ging und geht es wieder nach Goslar zum Mal-Wochenende, zu den Kursen, die ich in der Volkshochschule gebe und an die Vorbereitung meines Ausstellungsstands beim Herbstfest des Botanischen Volksparks in Pankow am 5.10., die Acryl-Vorführung bei Gerstaecker am 17.10. in Dresden.

In Kürze also wieder mehr Kunst von mir! Bis dann!

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Diese Art von kleinen Aquarell-Landschaften verwende ich oft, um in Kursen mit einfachen Mitteln die Techniken der Aquarellmalerei zu erklären:

Nass-in-Nass-Technik
Lasieren
Lavieren
Verläufe…

"Blaue Landschaft" - 10 x 15cm, Aquarell auf Aquarellpostkarte, (c) by Cordula Kerlikowski

„Blaue Landschaft“ – 10 x 15cm, Aquarell auf Aquarellpostkarte, (c) by Cordula Kerlikowski

Es ist einfacher als es aussieht und auch dem Anfänger/der Anfängerin gelingen schnell selbst schöne kleine Landschaften.

Weiterhin kann man so die Wirkung von Tonwerten gut lernen: nur eine Farbe in ihren vielen Abstufungen, hervorgerufen durch die Zugabe von mehr oder weniger Wasser, zu verwenden, ist sehr interessant und hilft später beim Einschätzen des richtigen Verhältnisses von Wasser und Farbe.

Diese Art der farblichen Gestaltung gelingt nicht mit jedem Farbton. Der Kontrast zum Weiß des Papiers muss schon ausreichend stark sein, um die gewünschten Effekte zu erreichen. Gut eignen sich Indigo, Sepia, Preußischblau…

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Da ich ja nun so viele Keilrahmen neu bespannt hatte, war es nur folgerichtig, einen davon „mal schnell“ zu bearbeiten. Ich wollte Tusche und Aquarellfarben verwenden und begann mit einer reinen Tuschezeichnung:

"Die Welt im Auge des Betrachters" - Zwischenergebnis, 30 x 30cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Die Welt im Auge des Betrachters“ – Zwischenergebnis, 30 x 30cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Die mit der Glasfeder ausgearbeiteten Linien erscheinen hart und distanziert, so dass ich einzelne Flächen mit Aquarellfarben kolorierte: violett, türkis, gelb, grün. Das wiederum war zu kräftig und gefiel mir gar nicht. Was macht die Künstlerin in diesem Fall? Sie hält das Bild unter den laufenden Wasserhahn mit  warmem Wasser und spült die überschüssige Farbe ab. Der Tinte passiert nichts, denn sie ist wasserfest. Hingegen reagiert die Aquarellfarbe anders – sie lässt sich abwaschen, jedoch funktioniert das aufgrund der starken Pigmentierung der Schmincke Horadam Farben nur bedingt und zurück bleiben Pastelltöne.

Das Ganze habe ich über Nacht trocknen lassen und gar nicht weiter draufgeschaut, am nächsten Morgen fand ich das Ergebnis ganz passabel:

"Die Welt im Auge des Betrachters" - 30 x 30cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

„Die Welt im Auge des Betrachters“ – 30 x 30cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

Gestern berichtete ich, was ich tue, wenn ich mich für künstlerische Arbeiten blockiert fühle. Das passiert ab und zu, sollte aber nicht die Regel werden. Ein bißchen Disziplin gehört eben auch dazu.

Manchmal entwickeln sich die Dinge dann ganz spontan wieder in eine produktive Richtung und so ging es mir nach der letzten Zeichnung auch. Nun wird also aus der anfänglichen Blockade eine Serie entstehen, in der ich mit Strukturen, Farbverläufen und verschiedenen Farbetönen experimentieren werde. Heute zeichnete ich ein Pendant zum ersten Bild – ich mag das Türkis und das Zusammenspiel von Schwarz, Weiß und Blau…:

“Landschaft abstrakt II – blau”, 25 x 25 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

“Landschaft abstrakt II – blau”, 25 x 25 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier habe ich bewußt einen schwarzen Rand gezogen, dadurch bekommt das Bild noch mehr Abstand zum Passepartout, mit dem ich die Zeichnung einfassen will.

Fortsetzung folgt…

Es gibt sie, diese Tage, an denen scheinbar gar nichts geht… Für eine Zeichnung keine Lust, das Motiv zu schwierig, das Aquarell misslungen. Mir geht es nicht anders als vielen anderen Kreativen. Was ist zu tun?

Alles zur Seite legen und etwas anderes tun: aufräumen, lesen, spazieren gehen, Material sortieren,… Danach ist der Kopf meist wieder frei und es geht beim nächsten Mal besser. Wichtig: diese Pausen sollten nicht zu lange dauern, denn tägliches Üben, auch an kleinen Stücken, schult die Feinmotorik und das Sehen!

Alternativ folgendes versuchen:

„Kopf ausschalten“ und auf die Lieblingstechnik besinnen: jeder hat eine Mal- oder Zeichentechnik, die ihm besonders liegt. Da klappt meist alles wie am Schnürchen, an Ideen mangelt es nicht und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit dieser bevorzugten Technik dann spielen! Linien laufen lassen, Farben fließend aufsetzen, Tonwerte anlegen, ohne sich Gedanken über Motiv oder Ziele zu machen. So habe ich heute gearbeitet:

"Landschaft abstrakt I - blau", 25 x 25 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft abstrakt I – blau“, 25 x 25 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Landschaft abstrakt I - blau", Detail, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft abstrakt I – blau“, Detail, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Landschaft abstrakt I - blau", Detail, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft abstrakt I – blau“, Detail, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Möglichkeiten finden sich viele, seinem Farbenspiel freien Lauf zu lassen und es kann auch gerne viel bunter werden – wie gesagt: Kopf ausschalten! Ich wählte schwarze Tusche und Heliotürkis…

Planlos begonnen, habe ich zum Schluss die Farbflächen gezielt ausgewählt und einige Akzente gesetzt.

Das Spannende an dieser Arbeitsweise ist, dass nun tatsächlich wieder Ideen kommen – die Blockade löst sich wie von selbst. Ich werde also aus diesem Ansatz eine Serie entwickeln und bin schon neugierig, was sich ergeben wird…

Oft bleiben bei Malvorführungen, Workshops oder in Kursen Blätter übrig, auf denen ich zu Demonstrationszwecken Skizzen, Farbstriche, Tuschelinien oder flächige Farbaufträge aufgebracht habe. Da es stets darum geht, eine Pinselhaltung, einen Verlauf oder einen besonderen Effekt darzustellen, kommt es hier nicht darauf an ein Bild zu malen sondern die Handhabung zu veranschaulichen.

So finden sich auf diesen Papieren oder Leinwänden oft willkürliche Anordnungen, Farben oder Strukturen. Nach dem Workshop sind sie übrig und normalerweise würde man sie entsorgen. Ich mag das nicht, dann das Papier ist wertvoll, ebenso die aufgetragenen Farben. Also hebe ich es auf und verwende es bei Gelegenheit für fantasievolle eigene Arbeiten.

In der letzten Woche habe ich bei der Hahnemühle FineArt GmbH eine Malvorführung durchgeführt – und wieder blieben „Strich- und Klecksblätter“ übrig. Auf einem Aquarell-Blatt (leider habe ich es vergessen zu fotografieren) fanden sich ein Blatt, locker mit grüner Tusche gezeichnet, zwei gelb-orange Linien und eine kleine Fläche Purpur mit Aquarellfarbe.

Und hier das Ergebnis meiner Überarbeitung:

"Der Blütenraum des Sommerpoeten", 24 x 32 cm, Mischtechnik auf 425g/m² Aquarellkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Der Blütentraum des Sommerpoeten“, 24 x 32 cm, Mischtechnik auf 425g/m² Aquarellkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Nun sehen wir eine, teils abstrakte, Landschaft, Sonne und Himmel, kleine Blüten und eine große Knospe im Vordergrund. Dazu federartige Blattstrukturen und viele leuchtende Farben im komplementären Zusammenspiel.

Aus dem grünen Tuscheblatt ist die Hülle einer Blütenknospe geworden, die gelbe Linie (Mitte) ist in der Landschaft aufgegangen und die Purpur-Fläche unter der Sonne verschwunden, wodurch sie dieser einen kräftigen Orange-Schimmer gibt.

Die verwendeten Farbtöne habe ich bei der näheren Ausarbeitung auch für weitere Flächen genutzt, so dass sie wiederkehren und den Betrachter durch das Bild führen.

So kann man also auch „Nichts“ noch etwas machen… Das nächste Mal dokumentiere ich die Zwischenschritte – versprochen!

Es ist spannend, nicht nur mit Farben, Formen und Strukturen zu spielen, sondern auch die Anordnung mehrerer Miniaturen auf einem Blatt zu versuchen. Dabei können interessante Effekte entstehen:

"Omega und Alpha", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Omega und Alpha“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier stehen zwei Quadrate nebeneinander und bilden durch die Farben und die grafischen Elemente im Vordergrund eine inhaltliche Einheit.

Im Folgenden sind vier kleine Landschaften zu einem größeren Quadrat zusammengefügt:

"Landschaft im Quadrat", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft im Quadrat“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Alle vier Quadrate weisen die gleiche Farbigkeit auf, die Gestaltung zur Gegenständlichkeit erreichte ich durch einige wenige Tuschelinien, locker gezeichnet und den Farbflächen der Grundstruktur folgend. Mehr braucht es hier nicht, um einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Quadraten herzustellen.

So ist es möglich, immer wieder neue Anordnungen auszuprobieren…

Mit einem breiten Passepartout versehen, das großzügigen Abstand zum Rahmen schafft, sind interessante Bildhängungen auch auf kleinen Wandflächen zu erreichen.

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