Gestern zeigte ich vier kleine Arbeiten „Sommer*Sinfonie“ – geprägt von Vorfreude auf Sonne, Licht und Farbenpracht.

Heute lasst uns zurückschauen:

"Winterstille I" - 11 x 13 cm, Mischtechnik auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Winterstille I“ – 11 x 13 cm, Mischtechnik auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Winterstille II" - 11 x 13 cm, Mischtechnik auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Winterstille II“ – 11 x 13 cm, Mischtechnik auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Winterstille III" - 11 x 13 cm, Mischtechnik auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Winterstille III“ – 11 x 13 cm, Mischtechnik auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

Winterliche, kühle Farben wie Türkis und Preußischblau, weiße Elemente, die wie Vereisungen oder Eiszapfen wirken und etwas kühles Rot, das vorsichtig aus dem Hintergrund schimmert… Ein Vorbote wärmerer Tage?

Als Miniatur sind diese drei kleinen Arbeiten sehr variabel hängbar: nebeneinander, untereinander, in einem Passepartout mit mehreren Ausschnitten oder als Einzelstücke bzw. in einzelnen Rahmen. Eine direkte Beleuchtung bzw. Hängung in Fensternähe lassen sie anders wirken als bei indirektem Licht: immer wieder neu und nicht nur im Winter spannend anzuschauen…

Die letzten Tage brachten endlich Sonne, Wärme und Sommerfeeling. Das belebt das Künstlerherz nund automatisch greife ich zu wärmeren, ja feurigen Farben und lasse mich treiben.

Hier beschränkte ich mich bewußt auf ein Format von ca 18 x 18 cm und arbeitete in Serie:

"Sommer*Sinfonie I" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie I“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Sommer*Sinfonie II" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie II“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Sommer*Sinfonie III" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie III“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Sommer*Sinfonie I" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie IV“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

Gleichzeitig kommen mir lebendige, lebensfrohe Musikstücke in den Sinn, die ebenfalls diese Energie und das emotionale Feuerwerk eines Sommeranfangs zu vermitteln scheinen:

Vivaldi: „Vier Jahreszeiten“

Smetana: „Die Moldau“

Mendelssohn-Bartholdy: „Reformationssinfonie“

Grieg: „Morgenstimmung“

und dem Leser werden sicher noch mehr einfallen…

Ich gestalte Farbstiftzeichnungen sehr gerne mit hochwertigen Aquarellstiften, da diese besonders weich in der Mine sind und  somit ein schichtweiser Aufbau der Zeichnung sehr gut möglich ist.

Hier ein Beispiel:

"Koala", Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier, 30x40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Koala“, Farbstiftzeichnung auf Pastellpapier, 30x40cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Diese Zeichnung wirkt klar und bis ins Detail akribisch ausgeführt.

Doch es geht auch „leichtfüßiger“, denn Aquarellstifte lassen sich mit Wasser vermalen, so dass am Ende ein Bild entsteht, das oft nicht mehr von einem Aquarell zu unterscheiden ist. Besonders eignen sich die Stifte für Reisen: man kann die Zeichnung schnell vor Ort durchführen und das Vermalen im Hotel vornehmen – oder aber: dann die Arbeit als reine Farbstiftzeichnung vollenden – diese Entscheidung bleibt immer.

Ich verpasse meist den Punkt, die Zeichnung mit Wasser zu vermalen und zeichne bis zum Schluss Detail für Detail mit scharf gespitztem Stift. Selten gelingt es mir rechtzeitig aufzuhören und den Pinsel zur Hand zu nehmen. Aber manchmal geht es:

"Calla" - Farbstiftzeichnung, mit Wasser vermalt, 15 x 25 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Calla“ – Farbstiftzeichnung, mit Wasser vermalt, 15 x 25 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich verwendete nur einen Grün- und einen Gelbton. Die Bandbreite der Tonwerte ergibt sich aus den verschiedenen Anteilen der beiden Töne im Bild.

Noch ein Tipp:

Hier verwendete ich Zeichenkarton, da mir nicht von vornherein klar war, dass ich die Linien vermalen würde. In diesem Fall ist vorsichtig vorzugehen, da das Papier schnell aufweichen kann. Besser ist es ein Aquarellpapier zu nutzen, es kann dann auch eine leichtere Qualität sein, da das Blatt nicht intensiv gewässert wird. Probieren Sie es aus…

Wie ich schon mehrfach beschrieben habe, kommt man bei der Beschäftigung mit künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten am regelmäßigen Üben nicht vorbei. Das bedeutet nicht, täglich galeriewürdige Bilder zu schaffen, sondern im Rahmen der eigenen zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten kleinere oder größere Studien mit Alltagsgegenständen, Urlaubsmitbringseln oder Fundstücken zu entwickeln.

Hier zwei Beispiele:

"Studie Laubblätter 1" Aquarell auf Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

„Studie Laubblätter 1“ Aquarell auf Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

Laubblätter findet man vom Frühjahr bis zum Spätherbst – sie sind frisch oder getrocknet dankbare Studienobjekte.  Legen Sie sich Studienbögen für verschiedene Jahreszeiten, für verschiedene Baumarten oder Blattformen an. Auf jedem Bogen können Sie viele verschiedene Studien unterbringen und erhalten einen großartigen Fundus an Formen, Farben und Strukturen von Laub.

Auch Obst und Gemüse lassen sich gut abbilden:

"Studie Quitte-Physalis", Aquarell auf Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

„Studie Quitte-Physalis“, Aquarell auf Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

Es ist ebenfalls möglich, die Aquarelle durch Detailzeichnungen oder Notizen zu ergänzen.

Selbst Steine oder Muscheln eignen sich bestens:

"Steine" - Aquarell auf Aquarellkarton, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Steine“ – Aquarell auf Aquarellkarton, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Wohlgemerkt: hier geht es nicht darum vollendete Werke zu schaffen, sondern zu üben, zu lernen und zu wachsen. Alles zusammen schafft Sicherheit im Umgang mit Farben, Formen und Materialien und verhilft dazu, eigene Werke zu schaffen, denen ein gutes Handwerk zu Grunde liegt.

Nur Mut…!

Gestern bin ich in den Stadtbezirk Friedrichshain geradelt und dort mit Tochter und Enkelin im Volkspark Friedrichshain spazieren gegangen. Sobald es draußen warm wird, streben die Berliner „in’t Jrüne“ – in Parks, an Seen oder an die Ufer der Spree. Es wird gespielt, Sport getrieben oder einfach relaxed. Überall blühte der Flieder und es lag ein herrlicher Duft in der Luft.

Auf der Rücktour nach Johannisthal beschloss ich, am Folgetag Flieder zu zeichnen…

Es kam anders:

"Sonnenblume" - Aquarell auf Lana, 23 x 31 cm, )c) by Cordula Kerlikowski

„Sonnenblume“ – Aquarell auf Lana, 23 x 31 cm, )c) by Cordula Kerlikowski

Heute hatte sich eine Malschülerin angekündigt, die für ihre Lehrerin ein Abschiedsgeschenk – eine Sonnenblume – malen wollte und um Unterstützung bat.

Im Aquarell ist es manchmal schwierig verbal zu erklären, was man wie und warum macht.  Deshalb haben wir parallel gemalt. Ich zeigte den jeweils nächsten Arbeitsschritt, dann arbeitete sie diesen nach. Sie lernte sehr schnell und so wurde es dann ein unterhaltsames gemeinsames Malen. Unsere Sonnenblumen waren am Ende trotz der gleichen Herangehensweise sehr verschieden, beide auf ihre Art gut gelungen.

Der Flieder muss also warten, aber ein paar Tage blüht er ja noch…

Gestern berichtete ich über meine neu erstandenen Tinten, die ich in einer Zeichnung ausprobiert hatte.

Heute setze ich diese „morbide“ Serie mit einer Efeu-Ranke fort, denn auch dieser ist ein Symbol von Vergehen und Auferstehen, ziert Friedhöfe und Denkmäler, aber auch alte Baumriesen und Parks:

"Efeu" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425 g/m², 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Efeu" - Zeichnung auf Aquarellpapier 425 g/m², 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier entsprachen die Farben auf den Blättern, zumindest im oberen Bereich der Ranke,  sogar den verwendeten Schreibtinten Alt-Bordeaux und Alt-Goldgrün, so dass ich mit schönen Kontrasten spielen konnte ohne mich allzu weit von den Originalfarben zu entfernen:

"Efeu" - Detail und Ranke, 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Efeu" - Detail und Ranke, 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Morgen versuche ich mich an einer Physalis…

Am vergangenen Samstag war ich in Dresden und habe beim Gerstaecker Künstlerfachmarkt zum „Tag der offenen Tür“ die Goauchemalerei vorgestellt, die im Zuge der Acrylmalerei fast in Vergessenheit geraten ist.

Die Farben sind deckend bis teildeckend, können aber auch in gewissem Grade lasierend verwendet werden, wobei hier durchaus ein gewisser Unterschied zum Lasureindruck eines Aquarells besteht. Sie bleiben nach dem Trocknen wasserlöslich und können auch mit hellen Farben übermalt werden. Kompakt verwendet, wirkt ein Gouachebild wie eine Acrylmalerei – nur die Oberfläche ist matt statt seidenmatt bis glänzend. So sehe ich die Gouachemalerei als eine Technik an, die sich in der Verwendung zwischen Aquarell- und Acrylmalerei einordnet.

Hier die Studie einer Kastanienblüte, die ich während der Veranstaltung gemalt habe:

"Kastanienblüte" (Studie) - Gouache auf Andalucia-Aquarellpapier, 36 x 48 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Kastanienblüte" (Studie) - Gouache auf Andalucia-Aquarellpapier, 36 x 48 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Ich habe sie bewußt sehr zart ausgearbeitet um zu zeigen, dass auch ein aquarellartiger Eindruck erreichbar ist. Möglicherweise überarbeite ich die Blätter noch mit einem kräftigeren Grün und mehr Details, denn eigentlich sind sie sehr stark strukturiert und haben gezackte Ränder. Da kämpfen dieses Mal tatsächlich zwei Seelen in mir…:

Die Perfektionistin sagt: „Weitermachen bis alles stimmt“, die Spontane sagt: „Sofort anhalten!“. Nun, mal sehen, wer diesmal gewinnt…

PS:

Kleiner Tipp: die Gouachemalerei eignet sich bestens für Entwürfe für Acrylbilder, da der Gesamteindruck einem Acrylbild sehr nahe kommt. Ich verwendete sie mehrfach, um damit Entwürfe für Zeitschriftenartikel anzufertigen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Wiederentdecken !!!

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