In den letzten Wochen war ich durch viele verschiedene Aufgaben beansprucht. Zum einen liefen die ersten Kurse zum „Botanischen Malen und Zeichnen“ an, es gab verschiedene Anfragen für Auftragsarbeiten, Terminabsprachen, die Malreise 22.-28.4.2013 nach Goslar war vorzubereiten uvm.

Da blieb und bleibt  wenig Zeit für die eigene künstlerische Arbeit nur für mich, obwohl sie natürlich nie ganz unterbleibt.

So nutzte ich die Ostertage, um eine großformatige Arbeit wieder aufzunehmen, die ich vor Ostern schon begonnen hatte. Die Fahrt durch das Schneetreiben zum Arbeitsort war schon besonders – einfach zu winterlich für die Osterzeit.

Sicher hat die Sehnsucht nach Sonne die Hand geführt, so dass sich die Farbigkeit meiner Arbeit von Blau-Türkis nach Grün und Gelb bewegte:

noch ohne Titel - 1. Arbeitsphase, (c) Cordula Kerlikowski

noch ohne Titel – 1. Arbeitsphase, (c) Cordula Kerlikowski

Die Abmessungen von zusammen 4 x 100 x 240 cm waren für meine Verhältnisse schon ziemlich groß, und das Hantieren mit diesen sperrigen Formaten eine Herausforderung für sich.

eine Woche später... (c) Cordula Kerlikowski

eine Woche später… (c) Cordula Kerlikowski

Es entwickelte sich, entgegen einem ersten spontanen Themenansatz, eine ganz andere Sicht auf die Dinge und nun fanden sich fliegende, schwebende Elemente auf der Untermalung, viel Bewegung und Farbspiel.

Hier das Ergebnis:

"Don't catch my birds of paradise..." Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 4 x 100 x 240 cm (2teilig) (c) Cordula Kerlikowski

„Don’t catch my birds of paradise…“ Acryl/Mischtechnik auf Leinwand,  4 x 100 x 240 cm (2teilig) (c) Cordula Kerlikowski

… und einige Details:

Detail 1 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 1 – (c) Cordula Kerlikowski

Detail 2 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 3 – (c) Cordula Kerlikowski

Detail 5 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 2 – (c) Cordula Kerlikowski

Detail 3 - (c) Cordula Kerlikowski

Detail 4 – (c) Cordula Kerlikowski

Spannend, wie sich die Bildideen mit dem Arbeitsfortschritt verändern können. Und natürlich gehört es für mich dazu, die Strukturen zeichnerisch zu vertiefen, zu verändern und zusammenzufassen…

Am Mittwoch werde ich das Doppel aus dem Atelier meiner Kollegin abholen. Ich bin gespannt, wie ich das Bild dann wahrnehme…


Wie ihr sicher schon bemerkt habt, war ich für einen pünktlichen Blogbeitrag mal wieder zu beschäftigt.

Die Vorbereitung, Durchführung sowie die Publikation der Termine für meine Botanik-Kurse in verschiedenen Medien erforderte sehr viel Zeit, mal abgesehen von den regulären Kursterminen und diversen Kundenanfragen… Und da ich mich definitiv nicht mehr stressen werde, um pünktlich, aber halbherzig, einen Blogbeitrag zu liefern, möge man mir dieses Versäumnis nachsehen.

Da blieb nur wenig Zeit für eigene künstlerische Beschäftigung – und manchmal endet dieses Chaos durchaus in einer handfesten „Malblockade“.

Eigentlich wollte ich, einfach nur so für mich, eine Rosenblüte aquarellieren – kein großes Ding, aber diesmal ging gar nichts. Ich war ziemlich ärgerlich über mich selbst, denn normalerweise bin ich schon gewohnt, dass alles gelingt. Ich werfe ungern etwas weg – Aquarellpapier und die eingesetzten Farben sind es wert zu einem guten Ergebnis zu gelangen.

Also: weglegen und das missratene Werk ein paar Tage lang nicht anschauen. Das hilft mir am besten Abstand zu gewinnen und vieles klarer zu sehen.

Ein paar Tage später holte ich es wieder hervor und begann auf den Formen mit schwarzen Linien zu spielen, Flächen zu entwickeln und einige Formen genauer auszuarbeiten. Völlig frei – denn zu verderben war ja ohnehin nichts mehr. Leider habe ich versäumt, das Ausgangsbild festzuhalten…

Im Ergebnis entstand dann diese grafische Spielerei:

"Rose" - Aquarell/Mischtechnik, 14 x 14cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Rose“ – Aquarell/Mischtechnik, 14 x 14cm, (c) Cordula Kerlikowski

Das ist am Ende dann doch ein kleiner Farbtupfer im grauen Winter-Frühling!

Heute Vormittag war es dann auch wieder vorbei mit der Muße – schnell zum Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow fahren, um die druckfrischen  Hefte mit dem neuen Veranstaltungsprogramm der Berliner Parks und Gärten abzuholen und im Gegenzug Flyer zu meinen Kursen abzuliefern:

Das aktuelle Programmheft von GRÜNBerlin

Das aktuelle Programmheft von GRÜNBerlin

Ich habe die Zeit genutzt, um gleich ein paar Winterimpressionen zum Frühjahrsanfang mit der Kamera aufzunehmen – es ist einfach zu verrückt, um diese Zeit IN BERLIN noch Schnee in diesen Mengen vorzufinden.

Hier einige Bilder. In einem späteren Blog werde ich mehr über den Volkspark schreiben:

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Winterlich-verscheit lädt der Park zum Spazierengehen ein – und am Wochenende kommen viele Familien mit Kindern. Heute war es dagegen sehr ruhig.

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Das Gewächshaus wirkt von außen wie der Palast der Schneekönigin – im Inneren grünt und blüht es jedoch. Fotos muss ich schuldig bleiben. Das Objektiv beschlug sofort…

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Auch wenn es so recht schön aussieht, ist es doch ein graues Grau. Ich hatte, ehrlich gesagt, schon mit blühenden Krokussen, Schneeglöckchen und Narzissen gerechnet, zumal ich am kommenden Montag mit meinen Kursteilnehmerinnen im Botanischen Garten der Freien Universität Frühblüher malen und zeichnen wollte. Zum Glück gibt es Gewächshäuser!!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Start in den Frühling, irgendwann muss er ja kommen …

„The Secret of Aquarius“ – or: 50 Years Old – a Little Bit Wiser?

Heute ist mein 50. Geburtstag und zu diesem Anlass gibt es ein besonderes Bild, ein besonderes Blog und eine englische Übersetzung.

The 8th of February 2013 – this is my 50th anniversary. Occasionally there is a special painting, a special blog and its English version.

50 ist nur eine Zahl wie jede andere und doch ein guter Anlass für ein Resümee. In den letzten Jahren hat sich für mich viel verändert – privat und beruflich. Ich bin neue Wege gegangen, habe Risiken in Kauf genommen, mich ausprobiert, viel gesehen, neue Freunde gefunden, mich von anderen verabschiedet und viele neue Impulse bekommen. Es bewegt sich viel in meinem Leben und das ist gut so!

50 are just like any other number. Yet it means a mile stone. So let’s take a look upon what has happened so far. Both my private life and my profession have been seeing many changes during the recently passed years. I left my well-known paths in favour of unknown ones. And I took several risks. I got acquainted with unknown features of myself and consequently with new friends. And I said Farewell to some friends and features that had become dated. I love the way my whole life has been taking!

"Vogelflug" - Acrylmalerei/Mischtechnik 100 x 120cm (c) by Cordula Kerlikowski

2003 – „Vogelflug“ – „Covey of the Birds“ – Acrylmalerei/Mischtechnik 100 x 120cm (c) by Cordula Kerlikowski

Ganz bewusst habe ich mich in den letzten 3 Wochen an eine besondere Arbeit gemacht: seit langem stand bei mir eine große Leinwand (120 x 150cm) mit einer begonnenen Arbeit, die mir inzwischen nicht mehr entsprach. Also ausnahmsweise übermalen und neu beginnen! Nach einem Jahr Abstinenz von großen Formaten endlich wieder ein Anlass, die Hände mit Acrylfarbe zu tönen…

During the last three weeks I had been working on a very special project. Owning a large canvas (120x150cm) with a painting from my former times I recently had recognized that this painting no longer represented neither any of my styles nor any of my personal  features – so I took the canvas and OVERPAINTED the picture having become dated! What a warmly appreciated occasion to coulour my hands in acryl material after a one-year-lasting period of keeping away from large format!

er meiner Lieblingspinsel: "Grigio" von Da Vinci

Meine Hände in Farbe – my hand with paint

Blau- und Grüntöne sollten es sein – Wasserfarben, so wie der Wassermann bzw. die Wasserfrau es liebt. Die Strukturen entstanden im emotionalen Fluss – ich denke in dieser Phase nie darüber nach, was entstehen soll. Das ergibt sich…

Tints and shades of blue and green should dominate the painting according to the coulours of water strongly loved by Aquarius – male and female, whereas there was no plan concerning its structures. There is never a plan concerning structures in this phase of painting – structures are always flowing from my emotions.

"Secret of Aquarius" - Zwischenergebnis, 1,20 x 1,50m, (c) Cordula Kerlikowski

„Secret of Aquarius“ – Zwischenergebnis, 1,20 x 1,50m, (c) Cordula Kerlikowski

Auch die darauf folgenden Strukturen kommen aus dem Unterbewussten – nur sind sie in dieser Arbeit weicher, fließender, femininer – im Gegensatz zu früheren Arbeiten. Vielleicht liegt es daran, dass ich neben dem Spachtel auch die Finger als Werkzeug eingesetzt habe. Auf den Einsatz von Komplementärkontrasten verzichtete ich völlig. Das ist mir jedoch erst später bewusst geworden.

The subsequent structures also arise from my subconscious mind and as I recognized later they tend to be softer, more fluent and more feminine than the structures in my former paintings. Maybe this results from using my fingers as instruments in addition to a spatula.  And as I recognized only later, too, I had done my painting without using any complimentary contrasts.

Arbeiten mit Spachtel und Finger - working with palette knife and finger, (c) Cordula Kerlikowski

Arbeiten mit Spachtel und Finger – working with palette knife and finger, (c) Cordula Kerlikowski

weiche Strukturen - smooth structures, (c) Cordula Kerlikowski

weiche Strukturen – smooth structures, (c) Cordula Kerlikowski

Tuschelinien, wie sie  für mich typisch sind, ordnen sich nun unter – geben den Strukturen nur sanfte Bewegungsimpulse, grenzen den Betrachter weniger aus als in früheren Arbeiten. Insofern fasst dieses Bild meine Entwicklung der letzten 2-3 Jahre gut zusammen. Ich habe Lust bekommen hier weiter zu arbeiten, großformatig und farbintensiv…

Having always been typical for my art my lines of Indian ink are now submitting transmitting only smooth impulses to the structures’ movements and are less excluding the viewer. This painting summarizes quite well my personal development during the last 2-3 years. I discovered the pleasure of painting upon large canvas with intense coulours.

Detail - detail, (c) Cordula Kerlikowski

Detail – detail, (c) Cordula Kerlikowski

Detail - detail, (c) Cordula Kerlikowski

Detail – detail, (c) Cordula Kerlikowski



"Secret of Aquarius" 120 x 150cm, Das Ergebnis - the result, (c) Cordula Kerlikowski"Secret of Aquarius" 120 x 150cm, Das Ergebnis - the result, (c) Cordula Kerlikowski

„Secret of Aquarius“ 120 x 150cm, Das Ergebnis – the result, (c) Cordula Kerlikowski

So gibt es also keinen Grund auszuruhen oder meine Neugier auf neues einzuschränken. Genug Impulse für die nächsten 50 Jahre!

So there is no reason to take a rest or to restrict myself in being curious for anything new. Impulses enough for the 50 years to come!

(Ein großes Dankeschön an Gabi Blache für die Übersetzung – Thank you so much, Gabi Blache, for translating!!!)

Wie ihr sicher schon bemerkt habe, bin ich meinem Vorsatz, zweimal pro Woche zu bloggen, etwas untreu geworden. Das lag vor allem an den vielen Aufgaben und Projekten, die seit Anfang Dezember auf mich zugekommen sind.

So fasse ich heute kurz zusammen, wie der Stand der Dinge ist:

Ich habe mich bei 4 Einrichtungen beworben, die mit Botanik und Pflanzen bzw. mit  Malkursen zu tun haben. Bei allen vier Örtlichkeiten habe ich nun  die Möglichkeit, 2013 Kurse zum botanischen Malen und Zeichnen anzubieten. Für die Spät’schen Baumschulen stehen die Termine schon fest:

http://www.spaethsche-baumschulen.de/termin.htm

Für die anderen habe ich die Konzepte bzw. bin dabei sie abzuschließen.

Nach so viel Kopfarbeit hatte ich dann richtig Sehnsucht noch viel Farbe und Großformat. Im Atelier meiner Kollegin Isabelle Zacher-Finet ist ausreichend Platz für meine große Leinwand 1,20 x 1,50 m:

"Secret of Aquarius" - Zwischenergebnis, 1,20 x 1,50m, (c) Cordula Kerlikowski

„Secret of Aquarius“ – Zwischenergebnis, 1,20 x 1,50m, (c) Cordula Kerlikowski

Schön, endlich einmal wieder so richtig Farbe an den Händen, am Werkzeug und an der Arbeitskleidung zu haben!

er meiner Lieblingspinsel: "Grigio" von Da Vinci

er meiner Lieblingspinsel: „Grigio“ von Da Vinci

Seit 10 Tagen hängt nun die halbfertige Leinwand an der Arbeitswand und wir palavern über „Fertig oder nicht fertig???“. Natürlich bin ich noch nicht fertig, Isabelle meinte aber, sie würde es so schon gern in ihrem Wohnzimmer haben.. Naja.. Ich denke, da geht noch einiges.

Zunächst haben wir unsere Arbeiten für eine Fahrt, gemeinsam mit unserer Kollegin Andrea Haase, nach Frankfurt zur Paperworld unterbrochen.

Diese Messe begeistert uns immer wieder aufs neue – hier treffen wir Freunde, Kollegen, Geschäftskontakte, finden Ideen und Innovationen rund um unser Metier und darüber hinaus ist die Messe auch ein Marktplatz zum Knüpfen neuer Kontakte. Oft ergeben sich daraus interessante neue Projekte.

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Paperworld 2013 - Unser Hauptziel: die Halle 4.1

Paperworld 2013 – Unser Hauptziel: die Halle 4.1

Paperworld 2013 - ganz wichtig: der Messeausweis ;-)

Paperworld 2013 – ganz wichtig: der Messeausweis 😉

Interessant sind für uns immer wieder u.a. Gespräche am Stand des Christophorus-Verlages. Hier sind (z.T. noch unter dem Namen „OZ-Verlag“) auch Bücher bzw. Artikel für Zeitschriften von uns erschienen:

Der Stand des Christophorus-Verlages: hier sind auch einige Bücher bzw. Artikel von uns erschienen

Der Stand des Christophorus-Verlages: hier sind auch einige Bücher bzw. Artikel von uns erschienen

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wieder zu Hause - jetzt Nacharbeiten der Messegespräche, Studieren der Unterlagen, Material testen...

wieder zu Hause – jetzt Nacharbeiten der Messegespräche, Studieren der Unterlagen, Material testen…

Sicherlich wird jetzt in etwa klar, was ich mit der „Lawine“ meinte. Alles auf einmal in geballter Form: Anfragen, Aufträge, Termine, Bildideen uvm.

Am Wochenende möchte ich gern mein Bild beenden – wenn nichts dazwischen kommt…

… ist es noch lange nicht dasselbe.

Heute war eine Malschülerin zum Einzelunterricht bei mir. Sie ist eine sehr gute Zeichnerin und auch in der Acrylmalerei weit fortgeschritten. Heute wollte sie Zeichnung und aquarellartige Malerei miteinander verbinden und fand dazu meinen Alpenveilchentopf gut geeignet. Meist arbeitet sie auf großen Formaten, so dass eine kleinere Arbeit eine neue Erfahrung war.

Alpenveilchen und Azaleen begleiten mich schon seit frühester Kindheit. Ich habe im Februar Geburtstag und als Winterkind zu DDR-Zeiten fast immer nur Alpenveilchen und Azaleentöpfe geschenkt bekommen. Zum Glück ist das heute anders.

Wahrscheinlich habe ich mich aus diesem Grund auch nie besonders für diese Pflanzen interessiert (der Blumentopf in meiner Küche war auch ein Geschenk). Da aber nun grad nichts anderes zur Hand war (mein Tulpenstrauß ist bereits verwelkt), wurden nun endlich die Alpenveilchen (Cyclamen) zum Mittelpunkt des Unterrichts.

"Cyclamen" kolorierte Zeichnung auf Aquarellpapier, 15 x 25cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Cyclamen“ kolorierte Zeichnung auf Aquarellpapier, 15 x 25 cm, (c) Cordula Kerlikowski

"Cyclamen" kolorierte Zeichnung auf Aquarellpapier, 15 x 25cm, (c) I.Mittelhäußer

„Cyclamen“ kolorierte Zeichnung auf Aquarellpapier, 20 x 25 cm, (c) I.Mittelhäußer

Offensichtlich wird hier, dass trotz der gleichen Vorgabe und Materialien völlig verschiedene Werke entstehen können. Zum einen liegt das an der Sicht auf das Objekt, zum anderen an der unterschiedlichen Interpretation der Ausführenden. Auch die verschiedenen Malgründe spielten eine wesesntliche Rolle. Links bemühte ich mich um eine gewisse Leichtigkeit, während Ilka sich, aus ihrer Erfahrung heraus, mehr auf die grafische Ausformung bemühte. Wir arbeiteten parallel und tauschten uns über unsere Erfahrungen und die Zwischenergebnisse laufend aus.

Das find ich immer wieder spannend. Nie entstehen, selbst bei Schritt-für-Schritt-Demonstrationen, identische Werke. Wir werden in der nächsten Woche hier weitermachen, dann mit anderen Blüten, vielleicht auch mit anderen künstlerischen Mitteln oder Materialien.

Bis einschließlich Sonntag liegen jedoch erst einmal andere Aufgaben vor mir…

Herzlich Willkommen in einem neuen, spannenden und hoffentlich ereignisreichen Jahr 2013!

Nachdem ich mir in den letzten 2-3 Wochen ganz bewußt eine Auszeit genommen habe, geht es nun wieder los. Auf meiner To-Do-Liste stehen jede Menge Ideen und Projekte, so dass ich davon ausgehe, dass ich mich auch in diesem Jahr nicht langweilen werde.

Ich freue mich jedes Jahr auf den Januar – die Tage werden wieder länger, das Licht verändert sich, es gibt hellere, klare Tage mit Sonne und etwas Vorgeschmack auf den Frühling.

Am meisten begeistert mich, dass es nun wieder Tulpen zu kaufen gibt.Ich male sie direkt aus dem Strauß heraus, liebe es aber auch, sie zu fotografieren:

Weiße Tulpe - Foto (c) Cordula Kerlikowski

Weiße Tulpe – Foto (c) Cordula Kerlikowski

Rosa Tulpe - Foto (c) Cordula Kerlikowski

Rosa Tulpe – Foto (c) Cordula Kerlikowski

Rosa Tulpe - Foto (c) Cordula Kerlikowski

Rosa Tulpe – Foto (c) Cordula Kerlikowski

Weiße Tulpe - Foto (c) Cordula Kerlikowski

Weiße Tulpe – Foto (c) Cordula Kerlikowski

Faszinierend – diese schlichten Blüten! Nur 6 Blütenblätter, jedoch so variantenreich wie kaum eine andere Frühlingsblume. Das Können der Züchter ist schon immens.

Ich erinnere mich an die gewaltigen gefransten Papageientulpen, die meine Mutter von ihrer Schwester in den 70er Jahren (aus dem Westen) als Zwiebeln bekommen hatte. Sie hat sie gehegt und gepflegt. Nach und nach gingen die Blüten jedoch in ihre schlichte Ursprungsform zurück. Wie wir inzwischen wissen, verdanken diese grandiosen Blüten einem Virus ihre Schönheit. Gesundet die Pflanze, ähnelt sie wieder den Wildformen.

Kämpfe hat es um diese Blume gegeben, die erste Börse (in Brügge) und den ersten Börsencrash im Jahr 1637! Vier Tulpenzwiebeln waren so wertvoll wie ein repräsentables Schloss. Die berühmteste und wertvollste unter ihnen war die Semper Augustus – bis heute ist es nicht gelungen, diese Variation durch Zucht noch einmal zum Leben zu erwecken. Auf Youtube ist eine interessante Dokumentation dazu zu finden…

Dank frecher Diebe, die einem Züchter und Wissenschaftler eines Nachts den Garten leerräumten und des gärtnerischen Geschicks der Holländer, deren dem Meer abgerungenen Böden für die Tulpenzucht hervorragend geeignet waren, wurde die Tulpe für jeden erschwinglich und ein Frühling ohne diese Pflanze ist schier undenkbar!

Deshalb kann ich es einfach nicht lassen, die Tulpe immer wieder zu zeichnen und zu malen. Hier einige Beispiele:

"Tulpe" 12 x 24 cm, Aquarell, (c) Cordula Kerlikowski

„Tulpe“ 12 x 24 cm, Aquarell, (c) Cordula Kerlikowski

"Zwei Tulpen" - 30 x 30cm, Aquarell auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

„Zwei Tulpen“ – 30 x 30cm, Aquarell auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen", 2012, Unikatdruck - Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

„Drei Tulpen“, 2012, Unikatdruck – Kaltnadelradierung auf CD, (c) Cordula Kerlikowski

"Tulpe - pink" - Aquarell, A4 auf Leonardo, (c) Cordula Kerlikowski

„Tulpe – pink“ – Aquarell, A4 auf Leonardo, (c) Cordula Kerlikowski

"Drei Tulpen" - Farbstiftzeichnung, 10 x 20 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Drei Tulpen“ – Farbstiftzeichnung, 10 x 20 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Sicherlich nur ein kleiner Querschnitt meiner Arbeiten. Es zeigt sich, dass ich bisher vor allem einzelne Blüten und Details ausgearbeitet habe. In diesem Jahr könnte der Schwerpunkt einerseits auf der botanisch genauen Erfassung der Pflanze als auch auf der Gestaltung größerer Arbeiten (Stilleben, Sträuße) liegen. Große Lust hätte ich, einige Zeit zwischen den blühenden Tulpenfeldern Hollands zu verbringen…

Ich werde berichten… wie immer…

Gestern vor einem Jahr ist mein erster Blogbeitrag online gegangen. Im Alltagstrott hätte ich das beinahe vergessen…

So war es an der Zeit zu resümieren und auf das vergangene (Blog-) Jahr zurückzublicken. Was habe ich gelernt, was erreicht, welche positiven und negativen Erfahrungen begleiteten mich? Es ist eine Vielfalt von Arbeiten entstanden, die die ganze Bandbreite meiner Ideen, Fertigkeiten und Möglichkeiten zeigen. Das macht mich stolz.

Von der abstrakten Acrylmalerei über die Druckgrafik bis zum naturalistischen Aquarell war alles vertreten, was meine Kreativität abbildet…

Zu diesem kleinen Jubiläum nun eine besondere Arbeit vorzustellen war gar nicht so einfach. Etwas neues sollte es schon sein. Deshalb versuchte ich es mit Farbstiften, Pastellkreiden, Bleistift… Naturalistisch mein altes Thema „Spirale/Muschel“ aufzugreifen war also nicht möglich. Schauen Sie selbst, was mir heute aus Pinsel und Feder geflossen ist:

“ Maria Stuart – Die Einsamkeit der verbanntenKönigin“ 35 x 51 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

Manchmal beginne ich damit, die Farben fließen zu lassen. Noch keine Planung, kein Titel, kein Ziel – so geht es am besten. Mit dem Setzen der ersten Linien entsteht dann eine Idee – zunächst vage, dann immer konkreter…

Oft höre ich dabei Musik, die nicht unbedingt mit dem Thema der Malerei zu tun hat (Heute war es Gotye – „Somebody that I use to know“) – ein einziger Titel in der Endlosschleife. Durch die ständige Wiederholung der Rhythmen bildet sich ein eigentümliches Hintergrunderlebnis, das es ermöglicht abzuschalten und loszulassen. Die Gedanken beginnen zu kreisen während die Hand ihre eigenen Bahnen zieht. Das ist ein sehr entspannender und entspannter Zustand. Automatisierte Sicherheit im Handwerk gewährleistet mir dabei, nicht den Faden zu verlieren…

So spann sich nach und nach die Figur einer Königin zusammen: aufrecht, stolz, würdevoll, jedoch einsam und der Welt entrückt. Die Blüte in ihren verborgenen Händen scheint mehr einer Distel  als einer eleganten exotischen Blume zu ähneln- unverwüstlich, aber wehrhaft. Damit entstand unbewußt ein Hinweis auf  das Symbol Schottlands – die Distel…

Die um die Figur schwingenden Linien können sowohl ihr Gewand darstellen als auch die sich um sie schließenden Fesseln. Das Ende dieser stolzen Frau ist allgemein bekannt…

Nun denn… eine Zeitreise in die schottische Geschichte und zugleich Erinnerung an besuchte Orte, die mit Maria Stuart in Verbindung stehen. Und zum Schluss: die Hinrichtung dieser ambivalenten Persönlichkeit fand (nach julianischem Kalender) am 8. Februar 1587 in London statt. 376 Jahre später (nach gregorianischem Kalender) wurde ich geboren…

Manchmal ist einfach zu viel anderes zu tun, was mich vom Ganztags-Malen abhält: Büroarbeit, Aufträge, Organisatorisches… Da bleibt nur Zeit für kleinere Arbeiten oder Skizzen, aber auch das kann Spaß machen…

Die Kastanie vor meinem Fenster ist inzwischen fast kahl, aber die Natur hat noch ein anderes schönes Gewächs hervorgebracht, das nun so langsam seine Früchte färbt – den Ilex, auch Stechpalme genannt. Wir kennen ihn vor allem aus Bildern auf Weihnachtspostkarten. In Nordengland und Schottland habe ich ganze Wäldchen mit großen Bäumen gesehen. Hier wächst er nur in Parks und Gärten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Stechpalme

Hier das Foto von einem kleinen Stückchen Zweig:

Ilex aquifolium - Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ilex aquifolium – Foto (c) Cordula Kerlikowski

Die Blätter sind wunderschön glänzend und die roten Früchte leuchten prächtig und sehen besonders  toll aus, wenn Schnee auf den Zweigen liegt.

Für uns giftig, sind die Früchte für Vögel ein Leckerbissen. Im Winter kommen regelmäßig Amseln um sich daran satt zu futtern. Anscheinend passen genau 5 Früchte in einen Amselmagen – ich habe es ganz oft  zählen können – es sind immer 5 Stück. Dann flattert der Vogel davon…

Für uns ist diese Pflanze eine gute Möglichkeit, auch in der kalten Jahreszeit nach der Natur zu zeichnen und zu malen. Ob als Bleistift- oder Federzeichnung, als Aquarell oder als Mischtechnik – die Blätter und Früchte des Ilex sind einfach umzusetzen. Kein Blatt gleicht dem anderen, die Zacken sind unterschiedlich oder manchmal nur schwach ausgeprägt. So ist es auch möglich sie schnell aus dem Gedächtnis zu zeichnen.

Hier eine kolorierte Federzeichnung:

Ilex aquifolium - 15 x 15 cm, aquarellierte Federzeichnung (c) Cordula Kerlikowski

Ilex aquifolium – 15 x 15 cm, aquarellierte Federzeichnung (c) Cordula Kerlikowski

Nur eine kleine Skizze, eine botanisch exakte Ausarbeitung erfordert mehr Zeit, aber davon wird es im Winter noch reichlich geben…

Wer mich kennt, weiß, dass ich so ziemlich alles an Musik höre, was möglich ist – von Klassik bis Thrash Metal… Und so kann es schon vorkommen, dass in meinem CD-Player und iPod alles mögliche durcheinander läuft…

Heute hatte ich, als ich eine Übung für meine Malschüler vorbereitete, ein kleines Blatt mit Aquarellfarben grundiert. Die entstandene Struktur erinnerte mich stark an den Körper eines Schwans: geschwungener Hals, Flügelform, die Blautöne sowieso… Während des Maltreffens unterhielten wir uns natürlich über die gestalterischen Möglichkeiten dieser Vorgabe und irgendwie schwirrte mir „Schwanensee“ von Peter Tschaikowsky dazu durch den Kopf.

Zu Hause angekommen, ging ich an die Ausarbeitung des Themas. Dass ich im Rahmen meiner Serie von Illustrationen mit Tusche arbeiten wollte, war schnell klar und ich bereitete meinen Arbeitsplatz entsprechend vor. Beinahe automatisch drückte ich die Play-Taste meines CD-Players – völlig vergessen, dass dort noch „Amplified“ von Apocalyptica lag. Das ist nun so ziemlich das Gegenteil von „Schwanensee“ – ausgenommen die Celli, die in beiden Werken zum Einsatz kommen…

Das hat mich dann doch etwas aus der Klassik herausgerissen, jedoch zu einem anderen interessanten „Schwanenwerk“ gebracht, das dem einen oder anderen bekannt sein dürfte, hören Sie selbst:

Karat – „Schwanenkönig“

(leider habe ich keine Aufnahme mit dem inzwischen verstorbenen Sänger Herbert Dreilich gefunden. Hier singt sein Sohn…)

Und genau dieser Schwanenkönig glitt dann wie von selbst aus meiner Zeichenfeder:

"Schwanenkönig" - 25 x 25cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

„Schwanenkönig“ – 25 x 25 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

So kann Musik inspirieren – und der „Schwanenlieder“ gibt es mehrere, interessanterweise sind es Cello-Stücke.  Neben Tschaikovsky – Sterbender Schwan (Ballett Schwanensee) zum Beispiel Saint-Saens – Der Schwan (Karneval der Tiere)…

Wer kennt weitere???

Ja, ich weiß, ich bin spät dran und bis ich die Inspirationen aus meinem Kurzurlaub an der Küste umgesetzt habe, wird es noch etwas dauern. Ich habe tatsächlich nur fotografiert und meine Farben und Stifte nicht angerührt. Aber das war gut so, manchmal brauche ich Abstand…

Deshalb habe ich heute zum „Warmmalen“ ein Blatt verwendet, das durch ein umgeworfenes Tintenfass ziemlich ruiniert war. Ich konnte den Schaden zwar begrenzen, indem ich es beherzt unter den laufenden Wasserstrahl hielt, aber für die geplante Zeichnung war es nicht mehr zu verwenden:

Zeichnung und Foto (c) Cordula Kerlikowski

Zeichnung und Foto (c) Cordula Kerlikowski

Deutlich ist zu sehen, wie die Tinte links verlaufen ist. Durch das Abspülen wirkt die Fläche jedoch pastellartig und es ist möglich, diesen Bereich in eine neue Zeichnung einzubeziehen.

Ich verwendete den gleichen blau-türkisen Farbton für die Überzeichnung und setzte nur am Schluss einige grüne Akzente. Hier zeigte sich auch, dass die vorangegangenen Bleistiftstudien zum Ginkgo nützlich waren. Aus der Erinnerung dieser Übung war es möglich, aus den Verlaufspuren passende Zweige zu entwickeln und kleine Blattansätze korrekt anzusetzen.

Hier nun das Ergebnis:

"Ginkgo-Zweige" - Zeichnung/Mischtechnik, 11 x 24 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Ginkgo-Zweige“ – Zeichnung/Mischtechnik, 11 x 24 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Jetzt passt sich der kleine „Unfall“ so in die Arbeit ein, dass er nur noch dem Eingeweihten auffällt.

Erkenntnis: auch Arbeiten, die verunglückt erscheinen, können meist noch gerettet werden. Oft sind dazu nur zeitlicher Abstand, Umdenken, ggf. Drehen des Motivs usw. nötig. Es wäre schade um die eingesetzte Zeit und das verwendete Material, wenn das Papier im Abfall landen würde… Das kann jeder und – in diesem Prozeß von Verwerfen, Umarbeiten und Neuanfang gibt es viel zu lernen!

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