Es ist wieder Tulpenzeit und deshalb hatte ich alle Hände und Malblöcke voll zu tun. In diesem Jahr fuhr ich zum ersten Mal nach Holland, genauer zum Keukenhof. Das Land der Tulpen zu besuchen war schon lange mein Wunsch – und es hat sich gelohnt!

Tulpenfeld in der Nähe von Lisse, Foto (c) C.Kerlikowski

Tulpenfeld in der Nähe von Lisse, Foto (c) C.Kerlikowski

Auf dem Weg zum Keukenhof

Tulpengeschichte

Die Züchtung von Zwiebelblumen hat in den Niederlanden eine lange Tradition. Die ersten Tulpenzwiebeln kamen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Mitteleuropa und wurden wie Schätze gehandelt und in sogenannten Kuriositätenkabinetten ausgestellt. Alles in allem eine Sache der gehobenen Mittelschicht und des Adels.

Nachdem einem Gelehrten aus seinem Tulpengarten Zwiebeln gestohlen wurden, begann der „Massenwahn“ um den Tulpenhandel, denn auch die kleinen Leute wollten ihren Anteil am großen Geschäft. Der Preisverfall begann und innerhalb kürzester Zeit fiel der Preis für Zwiebeln auf einen Bruchteil des früheren Wertes – der erste Börsencrash der Geschichte!

Tulpe

Tulpe „Sorbet“ Foto (c) C.Kerlikowski

Tulpe

Tulpe „Angelique“ Foto (c) C.Kerlikowski

 Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

 Foto (c) C.Kerlikowski

Foto (c) C.Kerlikowski

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Das letzte Vierteljahr

Nach einer längeren Schreibpause melde ich mich zurück! Es war in letzter Zeit viel zu tun und zu koordinieren. Nun ja… Hier also ein kleiner Zusammenschnitt des letzten Vierteljahres.

Urlaub!

Nach ziemlich arbeitsintensiven Wochen und Monaten habe ich mich zum Jahreswechsel 2014/2015 wieder nach Flandern zurückgezogen und 2 Wochen lang weder Stift noch Pinsel in der Hand gehabt. Ich genieße das und bin damit sicher eine Ausnahme unter den Künstlerinnen und Künstlern, die stets ein Skizzenbuch und ein paar Zeichenutensilien mit dabei haben.

Die Kunst vergesse ich aber nie ganz und so besuchte ich in Brügge eine Picasso-Ausstellung im Sint Jans Hospital (heute Museum), das Groeningemuseum und Michelangelos Madonna in der Liebfrauenkirche, die Künstlerkolonie Sint-Martens-Latem in der Nähe von Gent.

Picasso-Ausstellung Foto (c) ReiseLeise

Brügge: Picasso-Ausstellung Foto (c) C.Kerlikowski

Malerisches Sint Marten Latem (c) ReiseLeise

Malerisches Sint-Martens-Latem (c) C.Kerlikowski

Malerische Landschaften in „Het platte Land“ haben schon die Belgischen Künstler inspiriert und ich bin tatsächlich am Überlegen, ob ich eine Kursfahrt nach Flandern in mein Programm aufnehmen sollte…

Hahnemühle

Nach meinem Urlaub hatte ich die Ehre, die Mitarbeiter der Firma Hahnemühle zur künstlerischen Sicht auf ihre Papiere zu schulen. Die Creativeworld, eine wichtige Messe in Frankfurt, stand vor der Tür und so rollte ich mit dem Auto voller Malutensilien nach Dassel-Relliehausen, um zusammen mit den MitarbeiterInnen und Mitarbeitern aus Produktion, Versand und Vertrieb verschiedene Maltechniken auf den Hahnemühle-Papieren vorzustellen und auszuführen:

Foto (c) Hahnemühle

Foto (c) Hahnemühle

Foto (c) Hahnemühle

Foto (c) Hahnemühle

Tradition und moderne Produktionsmethoden haben ein gutes Miteinander in diesem Hause, deren Firmengründung auf das Jahr 1584 zurückgehen.

Unweit der Firma Hahnemühle steht das „Merten-Spiess-Haus“ und in unmittelbarer Nähe finden sich Zeugnisse des Wirkens von Merten Spiess, dem Gründer der Firma in Relliehausen – Mühlstein und Becken aus der alten Papiermühle:

Zeugnisse traditioneller Papierherstellung: Mahlstein und "Holländer" Foto (c) C.Kerlikowski

Zeugnisse traditioneller Papierherstellung: Mahlstein und „Holländer“ Foto (c) C.Kerlikowski

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"Walnusszweig II" - 24,5 x 24,5cm, Aquarell auf Bütten, (c) Cordula Kerlikowski

„Walnusszweig II“ – 24,5 x 24,5cm, Aquarell auf Bütten, (c) Cordula Kerlikowski

Ich werde oft gefragt, wie es möglich ist, so akkurat Pflanzen, Früchte oder Strukturen aufs Papier zu bringen, und ob es möglich ist, das zu erlernen.

Ja, man kann es lernen. Sicherlich gehören lange Erfahrung, zeichnerisches Handwerk und der geschulte Blick unbedingt dazu, um die Natur (fast) perfekt abzubilden – aber: ohne ständige Übung und das aufmerksame Beobachten der Natur und kleinster Details im täglichen Leben kann auch das größte Talent u.U. nicht zu solchen Ergebnissen gelangen. Anders herum: Malanfänger oder ein Neueinsteiger können durch Fleiß und regelmäßiges Üben recht schnell schöne Ergebnisse erzielen. Das sehe ich regelmäßig in meinen Kursen zur Botanischen Aquarellmalerei.

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Neben Tulpen gehören Kürbisse zu meinen Lieblingsmotiven. Zum einen ist die Vielfalt dieser Früchte schier unerschöpflich, zum anderen ist es möglich, sie lange aufzubewahren, bevor sie endgültig in den Kochtopf wandern müssen.

Kürbisvielfalt, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kürbisvielfalt aus Berklingen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

"Kürbisberg" in der Späth'schen Baumschule, Foto (c) Cordula Kerlikowski

„Kürbisberg“ in der Späth’schen Baumschule, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Meist kaufe ich meine Objekte bei Frau Heinemanns Kürbishof in Berklingen, weil er auf dem Weg von Goslar nach Berlin liegt (wenn man über die Landstraßen fährt). Aber auch die Späth’schen Baumschulen haben eine große Auswahl an Kürbissen, die im Herbst in einer großen Ausstellung präsentiert werden. Ein Besuch lohnt sich und ich freue mich jedes Jahr auf diesen Einkauf! So sichere ich mir doch immer interessante Novitäten zum Malen.  Read the rest of this entry »


Der Sommer neigt sich dem Ende. MalschülerInnen und Botanik-Freunde sind aus dem Urlaub zurück und die Natur setzt zum farbenfrohen Finale an! Es ist Erntezeit.
Was liegt da näher als das eine mit dem anderen zu verbinden und das zweite Kurshalbjahr mit herbstlichen Motiven einzuleiten?

Bohnen, Kürbisse, Hagebutten, Kastanien – es findet sich so vieles, was zu malen ist!

"Grüne und gelbe Bohnen" Aquarell, 25 x 25 cm, (c) Cordula kerlikowski

„Grüne und gelbe Bohnen“ Aquarell, 25 x 25 cm, (c) C.Kerlikowski

"Hagebuttenzweig" - 25 x 25cm, Aquarell, (c) Cordula Kerlikowski

„Hagebuttenzweig“ – 25 x 25cm, Aquarell, (c) Cordula Kerlikowski

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Nach einer längeren Sommerpause melde ich mich nun endlich zurück ins Blogger-Dasein.

Wie schon erwähnt, habe ich mir in diesem Sommer einen lang gehegten Wunsch erfüllt, bin für zwei Wochen nach Island geflogen und habe dort zusammen mit einer Freundin per Jeep und Zelt den Süden der Insel erkundet:

Jökulsárlón/Island Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Jökulsárlón/Island Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Landschaft, Farben, Formen und das Licht sind einzigartig. der Vulkanismus hat auf dieser Insel Formen geschaffen, die man nicht so oft findet, aber hier lebt die Natur auf ganz andere Weise als wir es aus Mitteleuropa gewohnt sind. Man lebt mit den Vulkan und geht mit der Gefahr eines Ausbruchs rouliert, aber sehr sicherheitsorientiert um. Das konnten wir selbst erleben: Am Tag unserer Anreise begann der Bárðarbunga zu grummeln und am Abreisetag brachen dann doch erste kleine Lavaströme durch. Wir waren auf unserem Weg bis ca. 65 km Luftlinie am betroffenen Gebiet und haben davon nichts mitbekommen, da sich die Eruptionen (bis zu einer Magnitude von 5,3 und bis zu 40-60 Beben pro Stunde) in 700 m Tiefe abspielten.

Die Informationen waren sachlich, konzentriert und auf die wichtigen Kernaussagen beschränkt. An den Rezeptionen der Zeltplätze gab es Aushänge, die Wetter-Webseite Islands hatte immer die aktuellen Informationen online. Insofern blieben wir entspannt und genossen das fantastische Land, inklusive Sturm, Eishai, Fährfahrt und Vulkanwanderung.

Westmännerinseln, Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Westmännerinseln, Foto (c) C.Kerlikowski/ReiseLeise

Mehr über Island und unsere Tour ist nach und nach auf meinem Blog „ReiseLeise“ zu lesen:

http://reiseleise.wordpress.com

(Der Blog ist noch nicht ganz im Idealzustand, aber einfach erst mal scrollen und die Überschriften anklicken, dann findet ihr die Berichte).

Und nun hat mich, leider, leider, der Alltag wieder. Irgendwie sind Herz und Seele noch auf Island. Die Eindrücke wirken länger nach als nach jeder anderen Reise, die ich bisher unternommen habe. Vieles wird in künftige Arbeiten einfließen, da bin ich mir sicher. Ein guter Grund, wieder großformatig mit Acrylfarben zu malen.

Doch erst einmal ging und geht es wieder nach Goslar zum Mal-Wochenende, zu den Kursen, die ich in der Volkshochschule gebe und an die Vorbereitung meines Ausstellungsstands beim Herbstfest des Botanischen Volksparks in Pankow am 5.10., die Acryl-Vorführung bei Gerstaecker am 17.10. in Dresden.

In Kürze also wieder mehr Kunst von mir! Bis dann!


Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Zisterziensermönche gründeten 1258 eine erste Klosteranlage auf seiner Insel im Parsteiner See und nannten es in Anlehnung an die Schutzpatronin Kloster Mariensee. Diese Anlage musste jedoch aufgegeben werden, da die Insellage sich wirtschaftlich als ungünstig erwies. Auch der für ein Kloster unabdingbare landwirtschaftliche Betrieb war hier nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Zudem war die noch im Bau befindliche Anlage vor Wasserstandsschwankungen des Sees nur unzureichend zu schützen.

1278 zogen die Zisterzienser 8 km weiter an den Choriner See und begannen von Neuem mit dem Aufbau eines Klosters. Neben religiösen waren auch politische Gründe für die Klostergründung ausschlaggebend. Faktisch neben einer Siedlung der Slawen gelegen, konnten die Mönche hier ihr missionarisches Werk tun und andererseits in Abgeschiedenheit entsprechend der Ordensregeln ein gottgefälliges Leben führen. Die Askanierfürsten förderten die Klostergründung mit großzügigen Stiftungen und sicherten damit Chorin auch als ein wichtiges Zentrum, an dem sich Wirtschafts- und Handelswege kreuzten.

Im Stil der Frühgotik entstanden, ist die Kirche sogar als (überdachte) Ruine noch eindrucksvoll und zeigt das hohe Können der Mönche. Aus Backsteinen mit dem Lehm aus Vorkommen der Umgebung hergestellt, „automatisierte“ man den Bau mit standardisierten Steinformen, die unterschiedlich kombiniert wurden. Das ersparte teure Steinmetzarbeiten und ging natürlich auch viel schneller.

Hier einige Beispiele im Detail:

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Beeindruckend zeigen die mit großen Aufwand restaurierten Bereiche des ehemaligen Klosters noch heute die Größe und Bedeutung dieses Ortes an:

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

In der Reformationszeit wurde das Kloster aufgegeben und versank in der Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde es durch die Ideen der Romantik wieder entdeckt. Wir kennen den Hang zur romantischen Verklärung mittelalterlicher Anlagen sehr gut durch Caspar David Friedrich und andere Künstler. Auch Chorin profitierte von diesem „Trend“. Neben anderen erkannte auch Karl Friedrich Schinkel die Bedeutung der Architektur und begann die Klosteranlage zu sichern und zu restaurieren. Die noch heute beeindruckende Parkanlage entstand unter Leitung von Peter Joseph Lenné.

Ruine der Klostermühle, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ruine der Klostermühle, Foto (c) Cordula Kerlikowski

 

Auf dem Friedhof ist u.a. der Architekt Max Taut begraben:

Friedhof, Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Friedhof, Kloster Chorin, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Romantischer Amtssee, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Romantischer Amtssee, Foto (c) Cordula Kerlikowski

In dieser malerischen Umgebung zu zeichnen, ist eine große Freude und Anstrengung zugleich. Zunächst wird man von dieser gewaltigen Architektur beinahe erschlagen und die Wahl eines Motivs ist eine Herausforderung. Man kann sich kleine Details, wie z.B. ein Fenster, ein Maßwerk oder ein Kapitell, aussuchen, aber auch eine Gesamtansicht aufs Papier bringen. Wer die Wahl hat, hat die Qual…

Meine beiden Teilnehmerinnen sind im Zeichnen schon etwas versiert und  hatten den Mut, sich an die Apsis der Klosterkirche zu wagen. Wer so etwas schon einmal probiert hat, weiß, was ich meine. Man braucht sehr viel Geduld für so ein Motiv:

Anja und Ilka beim Zeichnen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Anja und Ilka beim Zeichnen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Hier ihre Arbeiten:

Ilkas Sicht auf die Klosterkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ilkas Sicht auf die Klosterkirche, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Anjas Blickwinkel, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Anjas Blickwinkel, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Beide sind noch längst nicht fertig. So ein Bild ist nicht an einem Tag zu schaffen. In so einem Fall ist es ratsam, sich auf die wesentlichen Linien und Strukturen zu konzentrieren und einige Fotos als Gedächtnisstützen mit nach Hause zu nehmen. Beide wollen ihre Zeichnungen mit der Zeichenfeder und Tinte vollenden – ich bin gespannt und werde die Ergebnisse gerne nachreichen.

Wir werden hier auf jeden Fall noch öfter zeichnen, denn es macht einfach Spaß hier zu sein. Die Anlage bietet sehr viele Möglichkeiten für geübte Zeichner ebenso wie für Neueinsteiger, passende Motive zu finden.

Man kann aber auch ohne künstlerische Ambitionen nach Chorin fahren – zum Beispiel zum Choriner Musiksommer oder für einen Spaziergang um den Amtssee und den Besuch des Museums…. Und den Tag in der „Immenstube“ ausklingen zu lassen, ist auch eine Option.

In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal!!!

 

 

 

 

 

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