Am 3. Tag unseres Malkurses beschäftigten wir uns noch einmal mit den gesammelten Früchten.

Arbeiten in der Gruppe, Goslar im September 2012, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Arbeiten in der Gruppe, Goslar im September 2012, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Auf  Wunsch der Gruppe demonstrierte ich Schritt für Schritt die Entwicklung eines Aquarells und die Teilnehmerinnen arbeiteten den jeweils vorgeführten Arbeitsgang sofort nach. So lernt es sich besser: Pinselhaltung, Farbwahl, die Art des Farbauftrags… alles nicht schwer, wenn man es einmal gesehen und danach selbst probiert hat:

Hier 4 wesentliche Schritte:

Die 4 wesentlichen Schritte, Zeichnungen und Foto (c) Cordula Kerlikowski

Die 4 wesentlichen Schritte, Zeichnungen und Foto (c) Cordula Kerlikowski

Hier die Ergebnisse der Teilnehmerinnen:

Sibylle G. hat schon mehr Erfahrungen, sie aquarellierte sehr detailliert

Sibylle G. hat schon mehr Erfahrungen, sie aquarellierte sehr detailliert

Antje S. hatte am Vortag Äpfel gemalt - jetzt also Birnen

Antje S. hatte am Vortag Äpfel gemalt – jetzt also Birnen

"Nur" ein Apfel - Martha G. konzentrierte sich auf das Wesentliche

„Nur“ ein Apfel – Martha G. konzentrierte sich auf das Wesentliche

Roswitha K. nahm sich einen kleinen Zweig vor, die Früchte waren tatsächlich etwas abgeflacht

Roswitha K. arbeitete an einem Zweig, dessen Früchte abgeflacht waren

Weiterhin ist es  einer kleinen Gruppe  aber auch möglich, auf besondere Wünsche einzugehen:  Christa waren die Studien zu kleinteilig und sie hatte ohnehin vor, für eine Freundin eine Specksteinfigur anzufertigen. Auch dazu bot das Zeppelinhaus im Garten einen schönen Platz. Für die anderen TeilnehmerInnen war Christas Arbeit Anregung, Abwechslung und Spaß beim Zuschauen:

Der Pinguin von Christa L., Speckstein, ca. 30 cm hoch...

Der Pinguin von Christa L., Speckstein, ca. 30 cm hoch…

Und mit diesem dritten Seminartag war der Kurs auch schon wieder fast zu Ende. Wie immer saßen wir am Abend zusammen, diskutierten die Ergebnisse und überlegten, welche Themen im nächsten Jahr bearbeitet werden könnten…

Am Sonntag Vormittag ging es auf die Heimreise. Ich zeigte zwei meiner Malschülerinnen dabei noch einen Kürbis-Hof in Berlingen, den Bibelgarten in Schöningen und das Hundertwasserhaus „Grüne Zitadelle“ in Magdeburg…

Eigentlich war der Wochenendkurs in Goslar als Acrylmalkurs ausgeschrieben, aber irgendwie entwickelt er sich gerade in eine ganz andere Richtung. Meine Gruppe besteht diesmal nur aus 8 TeilnehmerInnen, so dass es möglich ist, flexibel auf deren Wünsche zu reagieren…

Wie ich bereits gestern berichtete, haben meine KursteilnehmerInnen wunderschöne herbstliche Objekte mitgebracht und jeder bekam Lust, diese in Bilder umzusetzen. Da sich fast alle für die Aquarellmalerei entschieden haben (meine Gruppe bringt sicherheitshalber immer eine ganze Menge an Material mit) und wichtige Regeln  auch für die Acrylmalerei gelten, demonstrierte ich, wie schlichte Birnen zu einer schönen Objektstudie ausgearbeitet werden können:

"Zwei Birnen" - Aquarell, 16 x 16cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Zwei Birnen“ – Aquarell, 16 x 16cm, auf Hahnemühle Bütten, 300g/m²

Morgen arbeiten wir alle zusammen Schritt für Schritt an einem Apfelzweig.

Einige Ergebnisse von heute (wen wunderts, dass der Mais weiter dabei ist ???):

"Maiskolben", Aquarell von Sibylle G.

„Maiskolben“, Aquarell von Sibylle G.

Maiskolben - Original und Aquarell von Antje S.

Maiskolben – Original und Aquarell von Antje S.

Andrea K. malt mit Pastellkreiden an einem Kraken

Andrea K. malt mit Pastellkreiden an einem Kraken

So kommt es manchmal anders als man denkt, aber letzten Endes steht das Lernen und das Erfolgserlebnis jedes Gruppenmitglieds im Mittelpunkt – ob nun in der Acrylmalerei oder im Aquarell…

Ich bin gespannt, was der morgige Tag bringt…

Wie ich gestern berichtet habe, ging mir das Zeichnen meiner Süßkirschen recht schnell von der Hand und das Ergebnis sah so aus:

"Süße Kirschen" - Farbstiftzeichnung auf Bugra Pastellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Süße Kirschen“ – Farbstiftzeichnung auf Bugra Pastellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Da das Licht zum Abend schlechter wurde, habe ich die letztendliche Entscheidung über den Fortgang der Zeichnung auf den nächsten Tag, also heute, verschoben.

Bei Tageslicht war mir die Zeichnung dann doch noch zu fade, Schatten fehlten auf der Fläche und einige kleinere Fehler (überzeichnete Konturen, Schattierungen der Früchte, Farbtöne…) störten mich doch mächtig. Deshalb habe ich zunächst die Korrekturen vorgenommen und mich entschieden, den Hintergrund mit Weiß (wie die Porzellanschale) zu höhen und danach die Schatten aufzusetzen:

"Süße Kirschen" - Farbstiftzeichnung auf Bugra-Pastell, 15 x 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Süße Kirschen“ – Farbstiftzeichnung auf Bugra Pastellpapier, 15 x 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

So gefiel es mir recht gut und ich hätte die Zeichnung so belassen können, aber nach einer Pause wollte ich doch einen Hintergrund, der mehr in die Tiefe geht. Rechts neben der Zeichnung sind kleine Farbmuster zu sehen. Dort teste ich, ob die gewählte Farbe zur Zeichnung passt. Zugleich ist es eine gute Erinnerung, wenn ich die Arbeit für längere Zeit unterbrechen muss.

Hier nun die endgültige Fassung:

"Süße Kirschen" - Farbstiftzeichnung auf Bugra-Pastell, 15 x 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Süße Kirschen“ – Farbstiftzeichnung auf Bugra Pastellpapier, 15 x 20cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Jetzt bin ich zufrieden: die Schatten stimmen, die Kirschen treten plastisch hervor und auch der weiße Hintergrund gefällt mir nun besser.

Farbstiftzeichnungen, insbesondere auf Pastellpapier sind sehr empfindlich. Zum einen ist das Papier anfällig für Griffspuren, dafür aber ein wunderbarer Untergrund für solche Arbeiten. Zum anderen besteht immer die Gefahr, dass die Farbflächen selbst bei leichter Reibung verwischen können. Da ich auch Aquarellstifte benutze, mag ich nicht fixieren. Wenn da etwas schiefgeht, z.B. dicke Tropfen auf das Bild treffen, ist die ganze Arbeit hinüber.

Deshalb bekommen solche Arbeiten immer gleich ein Passepartout und eine Kunststoffhülle, so dass die Zeichnung nicht mit anderen Flächen in Berührung kommt. Das klingt alles sehr aufwändig, aber ich finde, das Ergebnis ist die Mühe wert…

Heute habe ich Süßkirschen geschenkt bekommen. Sie sahen so einladend aus, nicht nur, was das Vernaschen betrifft. So habe ich vor das Vergnügen die Arbeit gestellt und eine Farbstiftzeichnung angefertigt.

Hier mein heutiger Arbeitsplatz:

Mein Arbeitsplatz, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Mein Arbeitsplatz, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Natürlich brauche ich nicht alle Farbstifte, aber da ich die verschiedenen Töne erst beim Zeichnen spontan auswähle, ist es mir lieber, mein Stiftevorrat ist in der Nähe. Hier benutze ich Aquarellstifte: zum einen sehr weiche von Lyra „Rembrandt“ (für die Flächen), zum anderen harte von Caran d’ache (für Konturen).

Und das sind meine Models:

Süßkirschen - meine heutigen Motive, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Süßkirschen – meine heutigen Motive, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ich benutze ein getöntes Pastellpapier, so wirkt die Zeichnung wärmer und ich spare mir die Gestaltung eines Hintergrundes.

Und nun geht es los:

"Süße Kirschen" - Detail, (c) by Cordula Kerlikowski

„Süße Kirschen“ – Detail, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier sieht man die einzelnen Arbeitsgänge. Schicht auf Schicht lege ich die Farben übereinander.

Und das ist das Ergebnis:

"Süße Kirschen" - Farbstiftzeichnung auf Bugra Pastellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Süße Kirschen“ – Farbstiftzeichnung auf Bugra Pastellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Für heute beende ich die Zeichnung, da zum Abend das Licht schlechter wird. Morgen überprüfe ich alles noch einmal genauer und überarbeite ggf. noch einige Unregelmäßigkeiten.

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