Die Sonne scheint, im Garten des  Zeppelinhauses erblühen die veschiedensten Sträucher und Blumen: Mahonie, Steinbirne, Löwenzahn, Annemonen, Vergißmeinnicht. Das lädt zu einer schnellen Zeichnung ein:

Zweig mit Blüten der Steinbirne und Konturenzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Zweig mit Blüten der Steinbirne und Konturenzeichnung, (c) by Cordula Kerlikowski

Es war mir wichtig, mich auf die grundsätzlichen Linien zu beschränken. Die Tonwertunterschiede sollten sich später aus der Kolorierung ergeben. Dazu verwendete ich wieder meine Lieblings-Schreibtinten:

"Steinbirne-Blütenzweig", 20 x 20 cm, Tusche auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

"Steinbirne-Blütenzweig", 20 x 20 cm, Tusche auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

Die weißen Blüten erhielten ihre Akzente durch die Färbung des Hintergrundes, wobei ich die Farbe bewußt sehr dezent verwendete, um die Zartheit der Blättchen hervorzuheben. Das Grün im komplementären Kontrast zum Bordeaux setzt zusätzliche Schwerpunkte…

Kürzlich haben meine Kollegin Conny Niehoff und ich uns gegenseitig Material besorgt und ausgetauscht:

Ich fand für Conny im Künstlergroßhandel Objektrahmen, die sie gut für ihre kleinen Akte brauchen konnte – und sie hat mir angeboten, 4 Keilrahmen für mich mit zu bestellen. Die Größe 40 x 120 cm hat mich fasziniert, weil es sie selten im Handel günstig zu kaufen gibt.

Nun habe ich bisher in diesem Format und der Größe kaum gearbeitet, schon gar nicht in Serie, so dass dies eine neue Herausforderung war.

Also stand der Karton mit den Keilrahmen  seit Mitte Dezember im Atelier, versperrte mir den Weg und schaute ziemlich vorwurfsvoll-erwartend, wann ich die Leinwände nun endlich herausziehe und bearbeite. Und weitere „Vorwürfe“ würden aus dem Material-Regal immer lauter. Dort langweilten sich Restbestände von Strukturpasten (grob und fein)…

Sanfter Druck von links und rechts und die Neugier auf das Format haben mich dann endlich motiviert anzufangen:

Zunächst sichtete ich die Bestände an Strukturpasten genauer und entschied mich für grobe und feine Aquarell-Strukturpaste und brachte sie auf die nebeneinander gestellten Leinwände auf. Dabei ließ ich mich vom Gefühl leiten, achtete aber trotzdem auf Ausgewogenheit und eine innere Verbindung der vier Teile:

Keilrahmen mit Strukturpasten

Keilrahmen mit Strukturpasten (c) von Cordula Kerlikowski

Da sich beim Spachteln zufällig Blattstrukturen ergaben, habe ich dieses Motiv weiter geführt und entschieden, dass das Bild pastellfarben und floral werden soll. Hier einige Details:

Detail der Strukturen

Detail der Strukturen, (c) von Cordula Kerlikowski

Die farbige Ausarbeitung begann ich mit Krapp-Tönen und Lasuren, so dass insgesamt ein zarter, floraler Eindruck entstehen konnte:

Farbauftrag

Farbauftrag in Krapp dunkel und Lasuren, (c) von Cordula Kerlikowski

Noch ist alles  „Im Fluss“, doch einzelne Bereiche des Bildes beginnen sich abzuheben und werden nach und nach lebendig:

Detailansicht

Detail (Blattform) von Struktur und Farbauftrag, (c) von Cordula Kerlikowski

Detail

Detail von Struktur und Farbauftrag, (c) von Cordula Kerlikowski

Nun sind einzelne Bereiche des Bildes schon genauer zu erkennen und die Form der Blätter und anderer floraler Elemente tritt deutlicher hervor.

Auch in den weiteren Arbeitsschritten werde ich die Details nach und nach in mehreren Schichten weiter herausarbeiten und danach die verbindenden Elemente, die sich vom ersten bis zum letzten Teilbild bewegen, vertiefen. Sicher bleibt das Ganze pastellfarben, monochrom und auch die für mich typischen Tuschezeichnungen werden noch auf die eine oder andere Weise ihren Weg in die Arbeit finden. Dazu in einigen Tagen etwas mehr…

Für heute muß es genügen. Morgen geht es zu einem 2-tätigen Workshop bei BOESNER in Marienfelde, wo 15 TeilnehmerInnen auf einen spannenden Malkurs warten. Dafür ist noch einiges vorzubereiten….

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