Zwei Objekte im Raum …. Eins senkrecht-aufstrebend, das andere waagerecht-verharrend positioniert.

"In Balance" - 30 x 30 cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

"In Balance" - 30 x 30 cm, Mischtechnik auf Leinwand, (c) by Cordula Kerlikowski

Beide wirken in sich ruhend, sind gestärkt durch eine Linie, die sich wie ein Rückgrat an das linke Objekt schmiegt bzw. durch feste Verbindungen, die das rechte Objekt zusammenhalten. Nichts scheint sie aus dem inneren Gleichgewicht bringen zu können, obwohl jedes ausserhalb seines Schwerpunktes einen Impuls bekommt, das die Senkrechte zum Kippen, die Waagerechte ins Kreiseln bringen könnte. Unterstützen sie sich gegenseitig oder versuchen sie sich aus der Balance zu bringen? Kann der aufrechte Balken den waagerechten in die Senkrechte ziehen oder wird er gezogen, droht umzufallen, aus dem Gleichgewicht zu kommen? Das rechte Objekt scheint stabiler, aber sehnt es sich nicht vielleicht auch danach, die Welt einmal aus der aufrechten Perspektive zu betrachten? Welche Risiken birgt das, welche neuen Erkenntnisse und Einsichten schafft es, ist es sinnvoll, von Nutzen? Oder ist es besser liegen zu bleiben um sich die Ruhe und Ausgeglichenheit zu bewahren ……..?

Möglicherweise ist die Balance auch nur eine Vision, ein kurzes Innehalten, Ausruhen, bevor beide wieder in Bewegung kommen …..

Aber vielleicht finden Sie ja noch eine ganz eigene Sicht?

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Die farbige Untermalung für diese Arbeit liegt etwas länger zurück und war das Ergebnis einer Demonstration zum Mischen von Farben. Wir sehen über der Untermalung einen Hintergrund in lichtem Ocker, mit Weiß aufgehellt, zarte Gelb-Ocker-Töne, durch die leuchtende Farben (Maigrün, Karminrot, Orange) durchschimmern wie durch einen Schleier aus leicht transparentem Gewebe. An manchen Stellen ist die Fläche aufgebrochen, läßt die farbigen Akzente stärker hervortreten, die den Betrachter in die Tiefe des Bildes locken, ihn Wiederholungen suchen und aufspüren lassen….. Ist es vielleicht doch kein Schleier, sondern Sand, weicher Strand- oder Wüstensand, der an einigen Stellen fortgeweht wurde? Oder handelt es sich um vertrocknete Erde, die aufbricht, nach Wasser dürstet? Auch die streifen- und kerbenartigen Arbeitsspuren der Untermalung deuten eher auf Boden denn auf Stoff..

"Fixpunkte" - Mischtechnik auf Leinwand, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Fixpunkte" - Mischtechnik auf Leinwand, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Über diesem sandigen Grund schweben Objekte, die Sie schon aus anderen Arbeiten kennen, rote Quadrate, die an Fäden zu hängen scheinen oder sich auf Schienen bewegen. Sie sind untereinander verbunden und weisen in die Tiefe des Bildes. Dabei trifft der Betrachter auf optische Täuschungen, Illusionen, wie wir sie aus den Werken von M.C. Escher kennen. Hängen oder stehen die Objekte? Werden sie festgehalten oder bewegen sie sich? Unterstützen oder behindern sie sich in ihrer Bewegung? Sind sie fest, also fix oder folgen sie einer inneren Dynamik?  Sicherlich findet jeder Betrachter eigene Interpretationsmöglichkeiten, die sich aus persönlichen Lebenseinstellungen oder -erfahrungen, religiösen Überzeugungen oder Werten ergeben, Sehnsüchte oder Wünsche darstellen. Für mich stehen die Objekte für Orientierungspunkte, für Momente des Rückblicks, des Innehaltens, bevor die Bewegung weiter vorwärts geht.

"Fixpunkte - Detail 1" - (c) by Cordula Kerlikowski

"Fixpunkte - Detail 1" - (c) by Cordula Kerlikowski

"Fixpunkte - Detail 2" - (c) by Cordula Kerlikowski

"Fixpunkte - Detail 2" - (c) by Cordula Kerlikowski

Sicherlich gibt es dabei immer helfende Schienen, Bahnen, die Orientierung geben, aber auch Bänder oder feinste Schnüre, die binden, festhalten, fesseln, Dynamik verhindern wollen, es finden sich Wegkreuzungen, die Entscheidungen fordern, und immer wieder kann ein anderer, neuer Weg gefunden werden. Auch Umkehr ist denkbar oder mehrfaches Gehen derselben Strecke, bis man sicherer wird und sich auf neues Terrain wagt. Wie würden Sie sich auf diesem Tableau bewegen? Probieren Sie es aus!

Heute habe ich mit dem Entwurf für ein Logo beschäftigt. Ein befreundeter Blogger bat mich darum, etwas zu entwerfen, dass die Aussage seines Blogs unterstreicht, das sich mit einem weltumfassenden und weltverbindenden Thema befasst.

Das alte Logo beinhaltete im Grundsatz Regenbogenfarben, das Peace-Zeichen und den Schriftzug des Blogs. Damit eine Wiedererkennbarkeit erreicht wird, habe ich mich bemüht, diese Elemente wieder aufzunehmen:

"Logo - Entwurf" - 40 x 40 cm, Aquarell auf Andalucia-Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowswki

"Logo - Entwurf" - 40 x 40 cm, Aquarell auf Andalucia-Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Die Sonne und das Peace-Symbol stehen im Mittelpunkt, da sie überall auf der Welt für Leben, Licht und Frieden/Freiheit stehen. Die Sonne teilt mit ihren langen Strahlen das Blatt in 5 Segmente, in die ich markante „Wahrzeichen“ und Ornamente der einzelnen Kontinente einsetzte:

Afrika: Sonnenuntergang,Pyramide, Schirmakazie, folkloristisches Dekorband

Asien: entspannendes Violett, Lotosblüte, Bambus

Amerika: Kandelaberkaktus, Monument Valley, Meereswellen der Surferparadiese

Europa: Felder, Wiesen, bunt gefärbte Wälder, Flüsse

Australien: Känguru, Erdtöne, Malereien der Aborigines, …

Dabei nutze ich vor allem die „ewigen“ Zeichen der Kontinente, seit Jahrtausenden existent, Generationen begleitend, wobei die Kulturlandschaft Europas vielleicht ein wenig davon abweicht… Die Motive fügen jeweils sich unterhalb der Sonne ein und werden durch die Blattkante begrenzt.

Um das Peace-Symbol herum kann nun der Titel des Blogs eingesetzt werden, wenn der Entwurf dem Auftraggeber gefallen sollte. Ob dem so ist – darauf bin ich gespannt…. Aber ich versuche es gerne auch noch mit einem anderen Ansatz…

Manchmal stoße ich beim Stöbern im Künstlergroßhandel bzw. anderen Geschäften für Künstlerbedarf auf interessante Formate und Materialien. So fand ich vor einigen Jahren Keilrahmen vor, die in der Mitte offen waren: quadratische, rechteckige, langgezogene Formate. Sie waren sehr hochwertig hergestellt und sowohl das Format als auch die Verarbeitungsqualität machten mich neugierig.

Also kaufte ich mir zwei größere Formate und überlegte ein paar Wochen, was damit wohl anzufangen wäre. Ich ging auf meine „Stammfarben“ und Tusche zurück und arbeitete in einer meiner bevorzugten Techniken. dabei war  das „Loch“ in der Mitte dann schon ein sichtbarer Problemfall.. wie kann das Bild unterbrochen werden? Wie bekomme ich die gerade Linienführung des Keilrahmens ins Bild, ohne dass die Öffnung störend wirkt?

Diese Frage löste ich mit geraden Linien, die sich, zusätzlich zu meinen feinen schwarzen Linien, ins Bild einpassen und eine Verbindung herstellen:

So ist das Ergebnis:

"Memory of trees I"  80 x 80 x 4 cm (c) von Cordula Kerlikowski

"Memory of trees I" 80 x 80 x 4 cm (c) von Cordula Kerlikowski

Vor einem warmen, ockerfarbenen Hintergrund wachsen die Bäume „in den Himmel“. Sie strecken sich in die Höhe, verzweigen sich, biegen sich gelegentlich – hin zum Licht, einem Ziel entgegen. Dynamik und Ruhe wechseln sich ab, so dass der Betrachter seinen Blick wandern oder ruhen lassen kann.

Der Freiraum in der Mitte lädt dazu ein, hier eigene Materialien, Objekte oder Erinnerungsstücke einzufügen und immer wieder neu zu arrangieren. So korrespondiert das Bild auf besondere Weise mit der Wand, an der es hängt. Der Besitzer hat die Möglichkeit, es individuell seinen Räumlichkeiten und Wünschen anzupassen, indem er in das offene Quadrat Objekte setzt: einen lackierten Zweig, eine flache Keramik, schlanke Gläser, eine Figur, vielleicht sogar ein Foto…

Ein zweites Bild (60 x 140 cm) in ähnlicher Ausführung „Memory of trees II“ hat eine stark längliche Öffnung in der Mitte.

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