Manchmal bleibt etwas liegen. Zum einen, weil ich in einer Präsentation oder einem Workshop nicht durchgängig konzentriert arbeiten kann oder ich meine Arbeit wegen anderer Termine unterbrechen muss. Zum anderen kommt es auch vor, dass sich mein Modell zu stark verändert hat oder schlichtweg verwelkt ist.

Drei Beispiele, die den Zwischenstand dokumentieren:

"Wildrose"  - Zwischenstand, (c) Cordula Kerlikowski

„Wildrose“ – Zwischenstand, (c) Cordula Kerlikowski

Hier faszinierte mich das starke, handgeschöpfte Papier (1200g/m²). Malen wie die alten Meister – denn so ungefähr müssen ihre Papiere sich angefühlt haben, bevor Papiermaschinen zum Einsatz kamen.

Es fehlen noch Details, die Blätter und zwei Knospen.

"Mais-Studie" - Zwischenstand (c) Cordula Kerlikowski

„Mais-Studie“ – Zwischenstand (c) Cordula Kerlikowski

Zugegebenermaßen hatte ich einfach noch keine Lust, die gefühlten 1000 Körner zu malen. Dabei muss ich sehr konzentriert arbeiten, was bei der Masse an Körnchen eine wahre Herausforderung ist. Inzwischen bin ich schon etwas weiter, aber immer noch nicht fertig.

"Tulpe", Zwischenergebnis, (c) Cordula Kerlikowski

„Tulpe“, Zwischenergebnis, (c) Cordula Kerlikowski

Hier ist es mir besonders schwer gefallen, das Blatt zu beenden. Solche Detailarbeit gelingt mir nur am „lebenden Objekt“ flüssig und schnell. Die Blüte war schon weit geöffnet und ist dann doch verwelkt, bevor ich fertig war. Nun habe ich mich schon Monate gedrückt, daran weiterzuarbeiten.

Zum Glück gibt es Möglichkeiten und Situationen, die das weitere Bearbeiten solcher halbfertigen Bilder geradezu herausfordern. Dazu gehören wiederum Vorführungen, aber auch meine Präsenz auf den Veranstaltungen der Späth’schen Baumschule, wo ich meine Arbeiten präsentiere  und auch verkaufe. Die Leute mögen es, wenn sie mir zuschauen können – dann sehen sie, dass ich das „wirklich selbst male“. Ich wurde schon so manches Mal gefragt, ob ich Kunstdrucke verkaufe oder ob das Kopien von Werken vergangener Künstler sind, z.B. von Maria Sibylle Merian. Das ehrt mich zwar, aber ich betone dann doch, dass ich nur meine Kunst zeige.

So habe ich das Winzerfest am vergangenen Wochenende genutzt, um endlich zwei Bilder zu beenden, die mir schon lange vorwurfsvoll „im Weg“ lagen:

"Wildrose", Aquarell auf Bütten, 1200g/m², (c) Cordula Kerlikowski

„Wildrose“, Aquarell auf Bütten, 1200g/m², 30 x 30 cm (c) Cordula Kerlikowski

"Tulpe gelb-rot", Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300g/m², rau, (c) Cordula Kerlikowski

„Tulpe gelb-rot“, Aquarell auf Hahnemühle Bütten 300g/m², rauh, 30 x 40 cm(c) Cordula Kerlikowski

Und natürlich habe ich wieder „unfinished work“ produziert:

"Calla" - Zwischenergebnis, Aquarell auf Hahnemühle Bütten, 200g/m², (c) Cordula Kerlikowski

„Calla“ – Zwischenergebnis, Aquarell auf Hahnemühle Bütten, 200g/m², (c) Cordula Kerlikowski

Wenn dieses Bild fertig ist, zeige ich es natürlich gleich.

Bis dahin – frohes Schaffen!

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Wie ihr sicher schon bemerkt habt, war ich für einen pünktlichen Blogbeitrag mal wieder zu beschäftigt.

Die Vorbereitung, Durchführung sowie die Publikation der Termine für meine Botanik-Kurse in verschiedenen Medien erforderte sehr viel Zeit, mal abgesehen von den regulären Kursterminen und diversen Kundenanfragen… Und da ich mich definitiv nicht mehr stressen werde, um pünktlich, aber halbherzig, einen Blogbeitrag zu liefern, möge man mir dieses Versäumnis nachsehen.

Da blieb nur wenig Zeit für eigene künstlerische Beschäftigung – und manchmal endet dieses Chaos durchaus in einer handfesten „Malblockade“.

Eigentlich wollte ich, einfach nur so für mich, eine Rosenblüte aquarellieren – kein großes Ding, aber diesmal ging gar nichts. Ich war ziemlich ärgerlich über mich selbst, denn normalerweise bin ich schon gewohnt, dass alles gelingt. Ich werfe ungern etwas weg – Aquarellpapier und die eingesetzten Farben sind es wert zu einem guten Ergebnis zu gelangen.

Also: weglegen und das missratene Werk ein paar Tage lang nicht anschauen. Das hilft mir am besten Abstand zu gewinnen und vieles klarer zu sehen.

Ein paar Tage später holte ich es wieder hervor und begann auf den Formen mit schwarzen Linien zu spielen, Flächen zu entwickeln und einige Formen genauer auszuarbeiten. Völlig frei – denn zu verderben war ja ohnehin nichts mehr. Leider habe ich versäumt, das Ausgangsbild festzuhalten…

Im Ergebnis entstand dann diese grafische Spielerei:

"Rose" - Aquarell/Mischtechnik, 14 x 14cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Rose“ – Aquarell/Mischtechnik, 14 x 14cm, (c) Cordula Kerlikowski

Das ist am Ende dann doch ein kleiner Farbtupfer im grauen Winter-Frühling!

Heute Vormittag war es dann auch wieder vorbei mit der Muße – schnell zum Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow fahren, um die druckfrischen  Hefte mit dem neuen Veranstaltungsprogramm der Berliner Parks und Gärten abzuholen und im Gegenzug Flyer zu meinen Kursen abzuliefern:

Das aktuelle Programmheft von GRÜNBerlin

Das aktuelle Programmheft von GRÜNBerlin

Ich habe die Zeit genutzt, um gleich ein paar Winterimpressionen zum Frühjahrsanfang mit der Kamera aufzunehmen – es ist einfach zu verrückt, um diese Zeit IN BERLIN noch Schnee in diesen Mengen vorzufinden.

Hier einige Bilder. In einem späteren Blog werde ich mehr über den Volkspark schreiben:

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Winterlich-verscheit lädt der Park zum Spazierengehen ein – und am Wochenende kommen viele Familien mit Kindern. Heute war es dagegen sehr ruhig.

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Das Gewächshaus wirkt von außen wie der Palast der Schneekönigin – im Inneren grünt und blüht es jedoch. Fotos muss ich schuldig bleiben. Das Objektiv beschlug sofort…

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Im Botanischen Volkspark Pankow, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Auch wenn es so recht schön aussieht, ist es doch ein graues Grau. Ich hatte, ehrlich gesagt, schon mit blühenden Krokussen, Schneeglöckchen und Narzissen gerechnet, zumal ich am kommenden Montag mit meinen Kursteilnehmerinnen im Botanischen Garten der Freien Universität Frühblüher malen und zeichnen wollte. Zum Glück gibt es Gewächshäuser!!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Start in den Frühling, irgendwann muss er ja kommen …

Kürzlich haben meine Kollegin Conny Niehoff und ich uns gegenseitig Material besorgt und ausgetauscht:

Ich fand für Conny im Künstlergroßhandel Objektrahmen, die sie gut für ihre kleinen Akte brauchen konnte – und sie hat mir angeboten, 4 Keilrahmen für mich mit zu bestellen. Die Größe 40 x 120 cm hat mich fasziniert, weil es sie selten im Handel günstig zu kaufen gibt.

Nun habe ich bisher in diesem Format und der Größe kaum gearbeitet, schon gar nicht in Serie, so dass dies eine neue Herausforderung war.

Also stand der Karton mit den Keilrahmen  seit Mitte Dezember im Atelier, versperrte mir den Weg und schaute ziemlich vorwurfsvoll-erwartend, wann ich die Leinwände nun endlich herausziehe und bearbeite. Und weitere „Vorwürfe“ würden aus dem Material-Regal immer lauter. Dort langweilten sich Restbestände von Strukturpasten (grob und fein)…

Sanfter Druck von links und rechts und die Neugier auf das Format haben mich dann endlich motiviert anzufangen:

Zunächst sichtete ich die Bestände an Strukturpasten genauer und entschied mich für grobe und feine Aquarell-Strukturpaste und brachte sie auf die nebeneinander gestellten Leinwände auf. Dabei ließ ich mich vom Gefühl leiten, achtete aber trotzdem auf Ausgewogenheit und eine innere Verbindung der vier Teile:

Keilrahmen mit Strukturpasten

Keilrahmen mit Strukturpasten (c) von Cordula Kerlikowski

Da sich beim Spachteln zufällig Blattstrukturen ergaben, habe ich dieses Motiv weiter geführt und entschieden, dass das Bild pastellfarben und floral werden soll. Hier einige Details:

Detail der Strukturen

Detail der Strukturen, (c) von Cordula Kerlikowski

Die farbige Ausarbeitung begann ich mit Krapp-Tönen und Lasuren, so dass insgesamt ein zarter, floraler Eindruck entstehen konnte:

Farbauftrag

Farbauftrag in Krapp dunkel und Lasuren, (c) von Cordula Kerlikowski

Noch ist alles  „Im Fluss“, doch einzelne Bereiche des Bildes beginnen sich abzuheben und werden nach und nach lebendig:

Detailansicht

Detail (Blattform) von Struktur und Farbauftrag, (c) von Cordula Kerlikowski

Detail

Detail von Struktur und Farbauftrag, (c) von Cordula Kerlikowski

Nun sind einzelne Bereiche des Bildes schon genauer zu erkennen und die Form der Blätter und anderer floraler Elemente tritt deutlicher hervor.

Auch in den weiteren Arbeitsschritten werde ich die Details nach und nach in mehreren Schichten weiter herausarbeiten und danach die verbindenden Elemente, die sich vom ersten bis zum letzten Teilbild bewegen, vertiefen. Sicher bleibt das Ganze pastellfarben, monochrom und auch die für mich typischen Tuschezeichnungen werden noch auf die eine oder andere Weise ihren Weg in die Arbeit finden. Dazu in einigen Tagen etwas mehr…

Für heute muß es genügen. Morgen geht es zu einem 2-tätigen Workshop bei BOESNER in Marienfelde, wo 15 TeilnehmerInnen auf einen spannenden Malkurs warten. Dafür ist noch einiges vorzubereiten….

Ich hoffe, alle sind gut ins Jahr 2012 gekommen und haben den Tag angemessen zugebracht? Die einen verkatert, die anderen voller neuer Vorsätze und wieder andere nach dem Motto „The same procedure as every year“ ….

Mich haben ein Strauß weiße Rosen und mein neues Skizzenbuch der Firma Hahnemühle ins neue Jahr begleitet – und da ich mir ja vorgenommen hatte, dieses Buch möglichst täglich zu nutzen, ging es heute auch los!

Die Rosen haben mir aufgrund ihrer schönen Blütenform, insbesondere der Knospen so sehr gefallen, dass ich davon einen Zweiplattendruck/Aqua Tinta herstellen möchte. Das erfordert Planung und natürlich Skizzen – und diese wiederum sollte ich zeichnen, solange der Strauß noch frisch ist:

weiße Rosen - Foto von Cordula Kerlikowski

weiße Rosen - Foto von Cordula Kerlikowski

Zudem habe ich die Blüten aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert, um noch einige Gedankenstützen zu haben, die bei der Anlage der Schattierungen in weiteren Skizzen bzw. beim Ätzen wichtig werden könnten. Vorerst zeichnete ich die wichtigsten Linien – heute nicht mit dem Bleistift sondern mit dem EnerGel Pen von Pentel, dessen Tintenlinien so schön klar und tiefschwarz sind:

Rosenstrauß und Skizzenbuch - Foto von Cordula Kerlikowski

Und hier das Ergebnis:

Skizze "Rosen" - Tinten-Pen auf Papier, von Cordula Kerlikowski

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