Gestern vor einem Jahr ist mein erster Blogbeitrag online gegangen. Im Alltagstrott hätte ich das beinahe vergessen…

So war es an der Zeit zu resümieren und auf das vergangene (Blog-) Jahr zurückzublicken. Was habe ich gelernt, was erreicht, welche positiven und negativen Erfahrungen begleiteten mich? Es ist eine Vielfalt von Arbeiten entstanden, die die ganze Bandbreite meiner Ideen, Fertigkeiten und Möglichkeiten zeigen. Das macht mich stolz.

Von der abstrakten Acrylmalerei über die Druckgrafik bis zum naturalistischen Aquarell war alles vertreten, was meine Kreativität abbildet…

Zu diesem kleinen Jubiläum nun eine besondere Arbeit vorzustellen war gar nicht so einfach. Etwas neues sollte es schon sein. Deshalb versuchte ich es mit Farbstiften, Pastellkreiden, Bleistift… Naturalistisch mein altes Thema „Spirale/Muschel“ aufzugreifen war also nicht möglich. Schauen Sie selbst, was mir heute aus Pinsel und Feder geflossen ist:

“ Maria Stuart – Die Einsamkeit der verbanntenKönigin“ 35 x 51 cm, Mischtechnik auf Aquarellpapier, (c) Cordula Kerlikowski

Manchmal beginne ich damit, die Farben fließen zu lassen. Noch keine Planung, kein Titel, kein Ziel – so geht es am besten. Mit dem Setzen der ersten Linien entsteht dann eine Idee – zunächst vage, dann immer konkreter…

Oft höre ich dabei Musik, die nicht unbedingt mit dem Thema der Malerei zu tun hat (Heute war es Gotye – „Somebody that I use to know“) – ein einziger Titel in der Endlosschleife. Durch die ständige Wiederholung der Rhythmen bildet sich ein eigentümliches Hintergrunderlebnis, das es ermöglicht abzuschalten und loszulassen. Die Gedanken beginnen zu kreisen während die Hand ihre eigenen Bahnen zieht. Das ist ein sehr entspannender und entspannter Zustand. Automatisierte Sicherheit im Handwerk gewährleistet mir dabei, nicht den Faden zu verlieren…

So spann sich nach und nach die Figur einer Königin zusammen: aufrecht, stolz, würdevoll, jedoch einsam und der Welt entrückt. Die Blüte in ihren verborgenen Händen scheint mehr einer Distel  als einer eleganten exotischen Blume zu ähneln- unverwüstlich, aber wehrhaft. Damit entstand unbewußt ein Hinweis auf  das Symbol Schottlands – die Distel…

Die um die Figur schwingenden Linien können sowohl ihr Gewand darstellen als auch die sich um sie schließenden Fesseln. Das Ende dieser stolzen Frau ist allgemein bekannt…

Nun denn… eine Zeitreise in die schottische Geschichte und zugleich Erinnerung an besuchte Orte, die mit Maria Stuart in Verbindung stehen. Und zum Schluss: die Hinrichtung dieser ambivalenten Persönlichkeit fand (nach julianischem Kalender) am 8. Februar 1587 in London statt. 376 Jahre später (nach gregorianischem Kalender) wurde ich geboren…

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Nach der gestrigen großformatigen Ganztagszeichnung brauchte ich heute etwas kleineres im „normalen“ Rahmen.

Die schöne Orchidee auf meiner Fensterbank blüht zur Zeit so prächtig, dass ich ihr schon seit Tagen verspreche sie zu zeichnen:

Phalaenopsis-Orchidee

Phalaenopsis-Orchidee

Prächtig, oder? Alle Blüten heute zu zeichnen, war mir ehrlich gesagt zu viel, aber drei Blüten und ein paar Knospen – das war heute mein Ziel.

Weiß auf Weiß zu bannen ist schwierig, also muss der Hintergrund dunkler und die Blüte selbst kontrastreicher schattiert werden. Und in meinem Lieblings-Bordeaux wäre mir die Blüte zu kühl erschienen. So habe ich an diesem regnerischen Juli-Tag zu Sonnengelb gegriffen!

"Weiße Orchidee" - ca. 23 x 23cm, Zeichnung von (c) Cordula Kerlikowski

„Weiße Orchidee“ – ca. 23 x 23cm, Zeichnung von (c) Cordula Kerlikowski

Das Gelb macht Blüten und Fläche lebendig, der Grünton schafft starke Kontraste, um das Weiß besser hervorzuheben.

Wenn der Sommer nicht kommen will, male ich ihn  mir eben…

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