Man kennt mich als passionierte Zeichnerin und als Malerin, die gerne auch in Aquarellen und Acrylgemälden mit Tusche und Feder Akzente setzt.

Die Schreib- oder Zeichenfeder ist für mich ein Verbrauchsmaterial, da sie mit der Zeit stumpf wird und die Tinte am Ende unregelmäßig abgibt, zu klecksen beginnt oder verklebt. Dann wird sie ersetzt. Ich pflege sie nicht so akribisch wie meine Pinsel oder Malspachtel, aber  zwei Federn behandle ich beinahe liebevoll und passe gut auf sie auf:

Die eine ist die, an anderer Stelle bereits erwähnte, Glasfeder, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sehr viel Tinte aufnehmen kann und eine sehr gleichmäßige Linie zieht. Diese Feder hat mir eine Malschülerin geschenkt und ich war sofort von ihr begeistert.

Die andere ist eine Schreibfeder:

"Brief und Feder", Foto (c) by Cordula Kerlikowski

„Brief und Feder“, Foto (c) by Cordula Kerlikowski

Sieht sie nicht schön aus? Neben der aufwändig gearbeiteten Fassung verfügt sie über einen wunderschön gemaserten und gelackten Stiel – eine Augenweide! Diese Feder kaufte ich vor ein paar Jahren in der Toskana und ich benutze sie hauptsächlich zum Schreiben, weniger zum Zeichnen. Dabei arbeite ich nicht streng kalligrafisch, sondern schreibe in meinem eigenen Stil Texte, Notizen oder Briefe.

ich verfüge über einen großen Fundus von Briefen, Rezeptbüchern, Notizen und über ein Poesiealbum meiner Großtante. Es ist interessant darin zu blättern und sich durch die altdeutsche Schrift (Sütterlin) zu kämpfen. Das ist nicht einfach, denn diese zackige, teilweise eng geschriebene Schrift ist unserer modernen Schreibweise so fern:

"Aus dem Poesie-Album..." , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

„Aus dem Poesie-Album…“ , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

"Aus dem Poesie-Album..." , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

„Aus dem Poesie-Album…“ , Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Die altdeutschen, gutbürgerlichen Kochrezepte aus der Sammlung meiner Großtante zu entziffern, aufzubereiten und evtl. nachzukochen und zu illustrieren wird wohl eine Lebensaufgabe…

Werbeanzeigen

Es ist schon eine Weile her, dass ich darum gebeten wurde ein Buch zum Zeichnen mit Farbstiften zu schreiben. Die Aufgabenstellung war einfach und zugleich ziemlich schwierig:

Es sollte ein Buch für absolute Anfänger sein, die noch nie gezeichnet haben. Alles sollte möglichst einfach und mit wenigen Worten erklärt werden, Motiv und Anleitung in der Regel auf  nur einer Doppelseite dargestellt sein und der Materialeinsatz gering bleiben.  Ein kleiner Exkurs in die Theorie sollte dabei sein und die  Auswahl von 12-14  Blumen und Blüten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden repräsentativ und einladend wirken. Das Ganze auf max. 48 Seiten, wodurch mir schon in Text und Bild ziemliche Grenzen gesetzt waren.

Zunächst galt es, Blumen und Blüten auszuwählen, die diese Anforderungen abdeckten und erste Entwurfszeichnungen zu erarbeiten. Letzten Endes entschieden wir uns gemeinsam für Motive quer durch die Jahreszeiten und einige exotische Blüten: Schneeglöckchen, Krokus, Tulpe, Klatschmohn, Cosmea, Ballonblume, Kapuzinerkresse, Lilie, Rosenknospe, Rose, Gerbera, Orchidee und Strelitzia.

Hier ein Blatt mit verschiedenen Motiven für eine erste gedankliche Auswahl:

Entwürfe auf A3, Farbstift auf getöntem Papier (c) von Cordula Kerlikowski

Entwürfe auf A3, Farbstift auf getöntem Papier (c) von Cordula Kerlikowski

Entwürfe auf A3, Farbstift auf getöntem Papier (c) von Cordula Kerlikowski

Entwürfe auf A3, Farbstift auf getöntem Papier (c) von Cordula Kerlikowski

Einige dieser Entwürfe kamen ins Buch: Tulpe, Krokus, Lilie und die Ballonblume. Hier stehen sie noch auf getöntem Papier. Wir haben uns später für zumeist weiße oder leicht mit Farbstift getönte Hintergründe entschieden.

Die Wahl der endgültigen Motive ging recht schnell von statten, jedoch war die Erläuterung der einzelnen Arbeitsschritte bei der Ausarbeitung der Zeichnungen mit wenigen Worten gar nicht so einfach. Zunächst habe ich mich darum wenig gekümmert und alle Schritte ausführlich notiert, auch um später nichts zu vergessen. Für das endgültige Manuskript musste ich dann streichen – und zwar sehr viel!

Als Künstlerin, die sich für den Leser ein perfektes Ergebnis wünscht, wollte ich natürlich viel erklären und darstellen, aber das war auf Grund der Vorgaben kaum möglich. So tasteten wir uns, die Lektorin, die Redakteurin und ich, nach und nach an einen gemeinsamen Nenner heran. Für die Lilie und die Rose erhielt ich dann mehr Platz – 2 Doppelseiten.

So habe ich bei diesem Projekt gelernt, in wenig Text möglichst kompakt und trotzdem verständlich die notwendigen Informationen zu geben. Ob mir das ausreichend gelungen ist, muss der Leser entscheiden – das Feedback war jedenfalls ermunternd.

Hier nun das Ergebnis, das im Februar 2008 erschien:

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag

Und hier einige Fotos aus dem Buch:

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag (ISBN 978-3-86673-2029-8)

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag (ISBN 978-3-86673-2029-8)

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag

"Zeichnen Basics - Blumen und Blüten", erschienen im OZ-Verlag (ISBN 978-3-86673-2029-8)

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich:

„Zeichnen Basics – Blumen und Blüten“
von Cordula Kerlikowski
OZ creativ, Freiburg

ISBN 978-3-86673-2029-8

Bei Amazon finden sie es:

hier klicken!

P.S.: Vielen Dank an Susanne Haun, die mich ermuntert hat, dieses Projekt doch noch zu bloggen, obwohl es schon ein paar Jahre zurückliegt…

%d Bloggern gefällt das: