Ich bekam gestern zwei Ginkgo-Zweige geschenkt. Um sie möglichst lange zu halten, habe ich sie gleich frisch angeschnitten und ins Wasser gestellt:

Ginkgo-Zweige, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Ginkgo-Zweige, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Goethe hat sie bedichtet, sie ist Glücksbringer und Heilpflanze. Botanisch bildet diese Pflanzenart das Bindeglied zwischen Nadel- und Laubbäumen.

Die Blattform ist einmalig und fasziniert durch ihre einfache, geradlinige Struktur. Trotzdem ist es nicht so einfach sie darzustellen, denn ihre Regelmäßigkeit ist nur scheinbar… jedes Blatt hat andere „Bewegungen“ in sich.

Zunächst zeichnete ich einen Abschnitt eines Zweiges für meine bordeaux-grüne Serie:

"Ginkgo" - ca. 23 x 23 cm,Tusche auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Ginkgo“ – ca. 23 x 23 cm,Tusche auf Aquarellpapier, (c) by Cordula Kerlikowski

Es ist interessant sich die Blätter genauer anzuschauen und ihren Rhythmus zu erfassen… Ich habe wieder auf zu viele Details zu Gunsten der Lebendigkeit des Zweiges verzichtet, werde aber noch weitere Zeichnungen anfertigen, die dann vielleicht genauer ausgearbeitet werden.

Auch ein Aquarell auf einem Hochformat schwebt vor meinem geistigen Auge. Ich hoffe, die Zweige halten so lange durch…

Nachdem ich gestern berichtet habe, wie vielfältig sich Hauseingänge präsentieren, möchte ich heute zeigen, was sich für morbide Strukturen finden lassen, wenn man nur aufmerksam genug durch die Straßen einer Stadt geht:

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Aus diesen Aufnahmen ist viel zu lernen: verwitterte Holzmaserungen, die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Rost darstellt, Oberflächen von Putz und Mauersteinen sowie Details, die in sich selbst schon beinahe ein Kunstwerk sind, können wir hier studieren, in ihrer farblichen und strukturellen Eigenart erfassen und als Fundus für künftige Arbeiten verwenden.

Da digitale Fotos inzwischen sehr hohe Auflösungen haben, ist es möglich auch kleinste Besonderheiten zu erkennen und damit das Objekt in seiner Gesamtheit klar zu erkennen und umzusetzen. Die gewählte Technik ist dabei zweitrangig – es ist in jeder Malweise möglich. Hier zwei Beispiele:

Fliederbusch - Kloster Lehnin - Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

Fliederbusch – Kloster Lehnin – Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

„Tür-Detail“ – Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

es lohnt sich also, hier einiges auszuprobieren …

Es ist spannend, nicht nur mit Farben, Formen und Strukturen zu spielen, sondern auch die Anordnung mehrerer Miniaturen auf einem Blatt zu versuchen. Dabei können interessante Effekte entstehen:

"Omega und Alpha", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Omega und Alpha“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Hier stehen zwei Quadrate nebeneinander und bilden durch die Farben und die grafischen Elemente im Vordergrund eine inhaltliche Einheit.

Im Folgenden sind vier kleine Landschaften zu einem größeren Quadrat zusammengefügt:

"Landschaft im Quadrat", Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

„Landschaft im Quadrat“, Mischtechnik auf Acrylkarton, (c) by Cordula Kerlikowski

Alle vier Quadrate weisen die gleiche Farbigkeit auf, die Gestaltung zur Gegenständlichkeit erreichte ich durch einige wenige Tuschelinien, locker gezeichnet und den Farbflächen der Grundstruktur folgend. Mehr braucht es hier nicht, um einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Quadraten herzustellen.

So ist es möglich, immer wieder neue Anordnungen auszuprobieren…

Mit einem breiten Passepartout versehen, das großzügigen Abstand zum Rahmen schafft, sind interessante Bildhängungen auch auf kleinen Wandflächen zu erreichen.

Die letzten Tage brachten endlich Sonne, Wärme und Sommerfeeling. Das belebt das Künstlerherz nund automatisch greife ich zu wärmeren, ja feurigen Farben und lasse mich treiben.

Hier beschränkte ich mich bewußt auf ein Format von ca 18 x 18 cm und arbeitete in Serie:

"Sommer*Sinfonie I" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie I“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Sommer*Sinfonie II" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie II“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Sommer*Sinfonie III" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie III“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

"Sommer*Sinfonie I" - 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

„Sommer*Sinfonie IV“ – 18 x 18 cm, Acrylmalerei auf Papier, (c) by Cordula Kerlikowski

Gleichzeitig kommen mir lebendige, lebensfrohe Musikstücke in den Sinn, die ebenfalls diese Energie und das emotionale Feuerwerk eines Sommeranfangs zu vermitteln scheinen:

Vivaldi: „Vier Jahreszeiten“

Smetana: „Die Moldau“

Mendelssohn-Bartholdy: „Reformationssinfonie“

Grieg: „Morgenstimmung“

und dem Leser werden sicher noch mehr einfallen…

Ich berichtete schon mehrfach über meine Arbeit auf Messen oder Produktpräsentationen, wo ich interessierten Zuschauern die verschiedenen künstlerischen Darstellungsmöglichkeiten zeige. Immer wieder höre ich dabei, dass einfach nicht genügend Zeit oder  die Technik zu schwer wäre oder überhaupt schon die Vorzeichnung unmöglich zu schaffen sei. Einmal gipfelte ein solches Gespräch in der Frage, ob es nicht meine Motive schon vorgedruckt auf einem Aquarellblock zu kaufen gäbe!!!!!

Nun ja…. Ohne Übung wird wohl kein Meister vom Himmel fallen und der Slogan eines Anbieters für Malartikel „Morgens gekauft, mittags gemalt, abends an die Wand!“ ist meines Erachtens  äußerst fragwürdig. Wo bleibt denn da die Freude am Erfolg etwas gelernt zu haben?

Dabei ist es nicht schwer auch für Anfänger geeignete Motive zu finden:

"Steine" - Aquarell auf Aquarellkarton, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Steine“ – Aquarell auf Aquarellkarton, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Steine sind dankbare Motive: sie halten still, verwelken nicht, sind zu jeder Jahreszeit zu finden und nach der Malerei auch als Dekoration zu verwenden. Sie weisen unterschiedliche Strukturen auf, sind einfarbig oder bunt, groß oder klein. Es fällt im Ergebnis nicht ins Gewicht, ob das gemalte Objekt im Original etwas größer oder kleiner ist, ob die Farbtöne etwas abweichen oder die Struktur noch nicht perfekt gelungen ist – denn der Betrachter des Bildes kennt die Modell-Steine in der Regel nicht. Wichtig ist, dass Licht und Schatten stimmen und der Stein insgesamt schlüssig abgebildet wurde.

Hier nutzte ich zu Beginn die Nass-in-Nass-Technik für das Anlegen der wichtigsten Flächen und Tonwerte. Danach arbeitete ich mit Lasuren weiter. Unter Umständen können auch Maskierstifte und einfaches Speisesalz bei der Ausarbeitung helfen, wenn die Motive es erfordern.

Also – keine Ausreden mehr, wenn es darum geht, mit dem Malen zu beginnen!

Heute besuchten wir das Bergwerk am Rammelsberg – Weltkulturerbe und Zeuge einer 1000jährigen Bergbautradition.

Das Bergwerk in Goslar auf dem Rammelsberg, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Das Museums-Bergwerk in Goslar auf dem Rammelsberg, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Eingang in den Röder-Stollen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Eingang in den Röder-Stollen, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Im Röderstollen konnten wir hautnah das schwere Leben der Bergarbeiter nachvollziehen, was durch den engagierten Museumsführer sehr anschaulich geschildert wurde. dazu vielleicht in einem weiteren Artikel mehr.

Heute will ich zeigen, was sich dort unten farblich abspielt – traumhafte Kombinationen aus weiß, goldbraun, türkis und schiefergrau. Die Strukturen, auf denen sich die chemischen Verbindungen ablagern, sind überwältigend :

ausgewaschene Minieralien an den Stollenwänden, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

ausgewaschene Mineralien (Kupfervitriol, Eisenvitriol) an den Stollenwänden, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Kupfersulfid an den Stollenwänden, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Kupfervitriol an den Stollenwänden, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

im oberen Bereich des Stollens wächst noch Moos, (c) von Cordula Kerlikowski

im oberen Bereich des Stollens wächst noch Moos, (c) von Cordula Kerlikowski

Eisenvitriol - herrliche Farbspiele! Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Eisenvitriol und Zinkvitriol - herrliche Farbenspiele! Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Zinkvitriol, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Zinkvitriol, Foto (c) von Cordula Kerlikowski

Bei diesen Abbildungen bekommt man auch einen Eindruck davon, wie früher Farben aus Mineralien gewonnen wurden. Zudem laden diese abstrakten Strukturen zum Nacharbeiten mit Strukturpasten, Malgelen, Kies, Sand und Acrylfarben ein.

Ich bin gespannt, ob diese Eindrücke in die nächsten Arbeiten meiner Malgruppe einfließen werden…

Heute unterbreche ich meine Tusche-Serie, um drei Beispiele für meine Kurswoche vom 23.-29.4. in Goslar vorzubereiten:

Als eine der Übungen sollen aus allerlei Krimskrams (alte Uhren, Werkzeug, alter Schmuck,Papierreste, Garne) Collagen im Kleinformat entstehen. Dabei ist es notwendig, sich in der Farbigkeit zu reduzieren, um die Effekte der Materialien nicht abzuschwächen.

Hier drei Miniaturen, die aus alten Armbanduhren entstanden sind:

"Time I" - Collage auf Malplatte, 10 x 15 xm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Time I" - Collage auf Malplatte, 10 x 15 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Time II" - Collage auf Malplatte, 10 x 10 xm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Time II" - Collage auf Malplatte, 10 x 10 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Time III" - Collage auf Malplatte, 7,5 x 7,5 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

"Time III" - Collage auf Malplatte, 7,5 x 7,5 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Als Thema habe ich „Time“ – die Zeit aufgegriffen und deren Inhalt durch das Auseinandernehmen/Zerstören der Uhren aufgehoben. Die Zeiger sind teilweise entfernt, der Rahmen leer, das Uhrwerk entfernt… es lässt sich herrlich experimentieren und ich bin schon gespannt, was meine MalschülerInnen zum Kurs mitbringen und was daraus entsteht. Ich werde berichten…

%d Bloggern gefällt das: