Nachdem ich gestern berichtet habe, wie vielfältig sich Hauseingänge präsentieren, möchte ich heute zeigen, was sich für morbide Strukturen finden lassen, wenn man nur aufmerksam genug durch die Straßen einer Stadt geht:

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Aus diesen Aufnahmen ist viel zu lernen: verwitterte Holzmaserungen, die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Rost darstellt, Oberflächen von Putz und Mauersteinen sowie Details, die in sich selbst schon beinahe ein Kunstwerk sind, können wir hier studieren, in ihrer farblichen und strukturellen Eigenart erfassen und als Fundus für künftige Arbeiten verwenden.

Da digitale Fotos inzwischen sehr hohe Auflösungen haben, ist es möglich auch kleinste Besonderheiten zu erkennen und damit das Objekt in seiner Gesamtheit klar zu erkennen und umzusetzen. Die gewählte Technik ist dabei zweitrangig – es ist in jeder Malweise möglich. Hier zwei Beispiele:

Fliederbusch - Kloster Lehnin - Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

Fliederbusch – Kloster Lehnin – Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

„Tür-Detail“ – Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

es lohnt sich also, hier einiges auszuprobieren …

Ich berichtete schon mehrfach über meine Arbeit auf Messen oder Produktpräsentationen, wo ich interessierten Zuschauern die verschiedenen künstlerischen Darstellungsmöglichkeiten zeige. Immer wieder höre ich dabei, dass einfach nicht genügend Zeit oder  die Technik zu schwer wäre oder überhaupt schon die Vorzeichnung unmöglich zu schaffen sei. Einmal gipfelte ein solches Gespräch in der Frage, ob es nicht meine Motive schon vorgedruckt auf einem Aquarellblock zu kaufen gäbe!!!!!

Nun ja…. Ohne Übung wird wohl kein Meister vom Himmel fallen und der Slogan eines Anbieters für Malartikel „Morgens gekauft, mittags gemalt, abends an die Wand!“ ist meines Erachtens  äußerst fragwürdig. Wo bleibt denn da die Freude am Erfolg etwas gelernt zu haben?

Dabei ist es nicht schwer auch für Anfänger geeignete Motive zu finden:

"Steine" - Aquarell auf Aquarellkarton, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

„Steine“ – Aquarell auf Aquarellkarton, 30 x 40 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Steine sind dankbare Motive: sie halten still, verwelken nicht, sind zu jeder Jahreszeit zu finden und nach der Malerei auch als Dekoration zu verwenden. Sie weisen unterschiedliche Strukturen auf, sind einfarbig oder bunt, groß oder klein. Es fällt im Ergebnis nicht ins Gewicht, ob das gemalte Objekt im Original etwas größer oder kleiner ist, ob die Farbtöne etwas abweichen oder die Struktur noch nicht perfekt gelungen ist – denn der Betrachter des Bildes kennt die Modell-Steine in der Regel nicht. Wichtig ist, dass Licht und Schatten stimmen und der Stein insgesamt schlüssig abgebildet wurde.

Hier nutzte ich zu Beginn die Nass-in-Nass-Technik für das Anlegen der wichtigsten Flächen und Tonwerte. Danach arbeitete ich mit Lasuren weiter. Unter Umständen können auch Maskierstifte und einfaches Speisesalz bei der Ausarbeitung helfen, wenn die Motive es erfordern.

Also – keine Ausreden mehr, wenn es darum geht, mit dem Malen zu beginnen!

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