Wie ich schon mehrfach angemerkt habe, bin ich vielen künstlerischen Techniken zu hause und brauche es einfach, ständig zwischen Materialien, Ausdrucksformen und Formaten zu wechseln. Das macht mich aus und bringt mir immer wieder neue Impulse, Abwechslung und Entspannung.

Nach dem großformatigen, farbintensiven „Aquarius“, über den ich am 8.2. berichtete, war es fast zwangsläufig, auf eine monochrome Übung auf einem einfachen weißen Blatt Papier zurück zu kommen. Manchmal sind es die kleinen, einfachen Dinge, die genauso viel Spaß machen. Ein vergessener, verwelkter Blumenstrauß vom Geburtstag genügt völlig als Inspiration – und auch meine Malschülerin hatte ihren Spaß daran…
Es ist eine Frage des Arbeitstempos, die verwelkenden Blüten zu erfassen. Der Alterungsprozess wartet nicht, bis wir fertig sind, sondern während des Zeichnens bewegen sich die Pflanzenteile, die Blütenblätter verdrehen sich…

Hier einige Bildbeispiele:

Verwelkende Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Verwelkende Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Verwelkende Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Verwelkende Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Verwelkende Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Verwelkende Tulpen, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Bleistiftzeichnungen eignen sich sehr gut, um Tonwerte zu klären, Details genau zu erfassen und sich einen Fundus an Skizzen für spätere farbige Arbeiten aufzubauen.

Für mich war die Rückkehr zu Schwarz und Weiß nötig um Abstand zu bekommen von meiner letzten Arbeit:

Skizzenblatt - welkende Tulpen, (c) Cordula Kerlikowski

Skizzenblatt – welkende Tulpen, (c) Cordula Kerlikowski

Für weitere Skizzen fotografiere ich meist noch einige Details. Diese Fotos zeichne ich dann nicht ab, sondern konstruiere daraus neue Objekte.

Ergebnis solcher Übungen: durch die intensive Erfassung aller Details schärft sich der Blick und sowohl die Objekte als auch die Arbeitsweise festigen sich soweit, dass später Konstruktionen „aus dem Kopf“ möglich sind – ein konkretes Objekt ist dann gar nicht mehr nötig….

Das gilt übrigens für jede Art von Skizze oder Studie…

Als ich nach getaner Arbeit in Dresden am Samstag den Künstlerfachmarkt noch ein wenig durchstöberte, kam ich wieder nicht am Tusche-Regal vorbei. Das passiert mir regelmäßig, denn schöne Tinten und Tuschen haben eine magische Anziehungskraft für mich.

Und so machten sich zwei Fläschchen Schreibtinte (Alt-Bordeaux und Alt-Goldgrün) mit mir auf die Heimreise… Ach ja, ein Gänsekiel wollte auch noch mit.

Als ich heute meine Utensilien vom Samstag und einem Workshop am Montag in die Regale  packte und dabei auch noch die Tische aufräumte, fand ich eine verwelkte Tulpenblüte und damit auch die passende Gelegenheit, die neuen Tinten auszuprobieren:

"Verwelkte Tulpe" - Tinte auf Aquarellpapier 425g/m², (c) by Cordula Kerlikowski

"Verwelkte Tulpe" - Tinte auf Aquarellpapier 425g/m², 20 x 20 cm, (c) by Cordula Kerlikowski

Die Kombination der beiden Farben war spannend – der Komplementärkontrast bringt die Flächen zum Leuchten und in der Mischung sind feine Schattierungen möglich. Es waren nur noch wenige feine Linien nötig um Akzente zu setzen. Und Farbspritzer beleben das Ganze, das kennen wir ja auch aus anderen Mal- und Zeichentechniken – und es macht einfach Spaß, durch die Klekserei wieder etwas „Unordnung“ ins Bild zu bringen.

Leider hat sich die Blüte nach dem Zeichnen in ihre Bestandteile aufgelöst, so dass ich sie nicht mehr fotografieren konnte. Hier also ein Bild mit den sonstigen Protagonisten:

"Verwelkte Tulpe" - Arbeitsmaterial und Ergebnis, Foto (c) Cordula Kerlikowski

"Verwelkte Tulpe" - Arbeitsmaterial und Ergebnis, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Tuschezeichnungen machen mir zur Zeit am meisten Spaß, so dass ich mich über so etwas einfaches wie eine Flasche Tinte und einen Federkiel riesig freuen kann und stundenlang in die Welt des Zeichnens eintauche…

Fazit: neue Tinte macht glücklich…. mich jedenfalls…

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