Es wird kalt und ungemütlich draußen, die Blätter fallen und auch von der sommerlichen Blumenpracht ist nicht mehr viel übrig. Nun stellt sich die Frage, wie man künstlerisch „über den Winter“ kommt ohne das Malen unterbrechen zu müssen. Vorausschauende Malfreunde haben über den Sommer gesammelt: Schneckenhäuser, Muscheln, Steine, getrocknete Gräser und Blüten, aber auch jede Menge Fotos. Auch ich habe einen ziemlich großen Fundus an Material, so dass mir die Ideen nie ausgehen.

In der letzten Woche fand ich eine ganze Ansammlung leerer Häuser von Weinbergschnecken!

Sehr gerne male und zeichne ich Steine. Hier ein Beispiel, wie es als Aquarell aussehen kann:

"Vier Steine" - Aquarell, 30 x 40 cm, (c) Cordula Kerlikowski

„Vier Steine“ – Aquarell, 30 x 40 cm, (c) Cordula Kerlikowski

Es ist spannend, die Oberflächen der verschiedenen Steine zu erkunden, die markanten Eigenschaften herauszufinden und sich den besten Weg zu überlegen, sie darzustellen. In diesem Bild finden sich grobe, verwitterte Strukturen neben glatten Oberflächen, nahezu monochrome Bereiche, Maserungen oder scharfe Kanten.

Hier ist sehr schön zu üben, was Strukturen und Oberflächen ausmacht. Mit diesen neuen Fertigkeiten macht es dann besonderen Spaß, in den wärmeren Monaten vor Ort Findlinge, Berge, Hauswände und was sonst noch aus Steinen besteht, zu malen oder zu zeichnen…

Nachdem ich gestern berichtet habe, wie vielfältig sich Hauseingänge präsentieren, möchte ich heute zeigen, was sich für morbide Strukturen finden lassen, wenn man nur aufmerksam genug durch die Straßen einer Stadt geht:

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verwitterte Fachwerkbalken mit Holznägeln, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Detail einer alten Tür, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, Putzstrukturen und Sicherungselemente, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Wolgast, verrostetes Hinweisschild, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Aus diesen Aufnahmen ist viel zu lernen: verwitterte Holzmaserungen, die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Rost darstellt, Oberflächen von Putz und Mauersteinen sowie Details, die in sich selbst schon beinahe ein Kunstwerk sind, können wir hier studieren, in ihrer farblichen und strukturellen Eigenart erfassen und als Fundus für künftige Arbeiten verwenden.

Da digitale Fotos inzwischen sehr hohe Auflösungen haben, ist es möglich auch kleinste Besonderheiten zu erkennen und damit das Objekt in seiner Gesamtheit klar zu erkennen und umzusetzen. Die gewählte Technik ist dabei zweitrangig – es ist in jeder Malweise möglich. Hier zwei Beispiele:

Fliederbusch - Kloster Lehnin - Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

Fliederbusch – Kloster Lehnin – Aquabrush-Zeichnung, mit dem Pinsel vermalt, 30 x 40 cm (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

„Tür-Detail“ – Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

es lohnt sich also, hier einiges auszuprobieren …

Bei meinem Spaziergang durch Jandia kam ich u.a. an einem Restaurant vorbei, das einem alten Schiff nachempfunden war: Bullaugen, Holzwände und eine alte Tür mit einem verdrehten Türklopfer-Ring. Solche Motive reizen mich – es finden sich daran interessante Details, die für Skizzen, Gedankenstützen oder kleine Objektstudien geeignet sind. Hier also eine Aquarellskizze, die ich mit Pitt-Stift-Linien konkretisiert habe:

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

"Tür-Detail" - Aquarellskizze und Pitt-Stift, (c) by Cordula Kerlikowski

Eine genauere Ausarbeitung bzw. ein detailliertes Aquarell werde ich sicherlich vornehmen, wenn ich wieder zu Hause bin. Jetzt ist erst einmal das Wichtigste festgehalten…

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