Heute war ich im Atelier und auf dem Rückweg zum Parkplatz sah ich eine kleine Kolonie Ackerwinden – winzig klein, fast zu übersehen und wirklich unscheinbar. Die Blüten hatten einen Durchmesser von ca. 2 cm und die Blätter waren mit 3-4 cm auch nicht gerade riesig.

Es war gar nicht so einfach, eine etwas davon zu pflücken, denn die Ranken wickeln sich förmlich um alles, was ihnen Halt bietet: Grashalme, Zaunstreben, Baumstämme. Letztlich habe ich es doch geschafft etwas mitzunehmen und hier ist nun der große Auftritt der kleinen Blume:

"Ackerwinde" - Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

„Ackerwinde“ – Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

"Ackerwinde" - Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

„Ackerwinde“ – Detail, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

Die Ranke mit ihren Schwingungen ist eine Herausforderung. Sie dreht sich wie ein gesponnener Bindfaden und dieses Charakteristikum sollte auch im Bild zu sehen sein. Dazu genügen ein paar angedeutete Schatten und wenige Tuschelinien.

Hier nun der Gesamteindruck:

"Ackerwinde" - 23 x 23cm, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

„Ackerwinde“ – 23 x 23cm, Tuschezeichnung (c) by Cordula Kerlikowski

Da an den Spitzen der Ranken nur Knospen oder Blätter zu finden sind, habe ich mich eines kleinen kompositorischen Tricks bedient und die Ranke kurz aus dem Bild laufen lassen. Oben rechts kommt die Spitze wieder zurück. So ist wenigstens eine Blüte in ihrer vollen Pracht zu sehen. Zugleich kommt so noch etwas Bewegung ins Bild…

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Heute blieb nicht ausreichend Zeit, um zwischen meinen Terminen noch ein wenig zu zeichnen. Trotzdem soll der Tag nicht künstlerisch verloren sein. In solchen Fällen schaue ich wenigstens, ob ich mit der Kamera einige interessante Dinge einfangen kann.

Heute war es eine kleine Kolonie Gold-Schafgarbe, die ich an einem Parkplatz in der Nähe von Schwarzenberg (Erzgebirge) vorfand:

Gold-Schafgarbe, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Gold-Schafgarbe, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Gold-Schafgarbe, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Gold-Schafgarbe, Foto (c) Cordula Kerlikowski

Diese aromatisch duftende Pflanze, die auch zu therapeutischen Zwecken verwendet wird, findet man recht oft an Wegrändern und in Wiesen. Ich habe einige Detailfotos aufgenommen, um die wesentlichen Dinge zu erfassen und später eine Gedächtnisstütze für Zeichnungen und Aquarelle zu haben. Eine Zeichnung wäre in diesem Falle sehr aufwändig – die vielen kleinen Blüten stellen schon eine Herausforderung dar.

Als Aquarell ist das einfacher, denke ich… Da kommt es auf lockere Pinselstriche an und es genügen gelbe, flott aufgesetzte Punkte um die Blütenstände zu malen.

Das werde ich mir zu Hause genauer überlegen. Fürs erste habe ich mir alles gespeichert und notiert, und die Fahrt kann weiter gehen…

Nachdem ich in einem meiner vorangegangenen Artikel gezeigt habe, dass es sich auch mit einfachen Materialien gut radieren lässt und nach weiteren Motiven gefragt wurde, habe ich heute ein weiteres „Wiesenstück“ begonnen.

Wieder handelt es sich um eine Kaltnadelradierung auf einer alten  CD. Da der Druck ein Paßstück zum vorigen Motiv werden sollte, habe ich bewußt ähnliche florale Ansatzpunkte und Ausdrucksmittel verwendet.

Hier zunächst die CD:

"Wiesenstueck II" - CD, (c) by Cordula Kerlikowski

"Wiesenstueck II" - CD, (c) by Cordula Kerlikowski

An den Spiegelungen ist zu erkennen, dass das Gravieren der CD die Augen anstrengt – es sind Pausen vonnöten, um Fehler zu vermeiden…

Ein erster Probedruck zeigt, dass ich diesmal die Kontraste kräftig herausgearbeitet habe und die Schraffuren gleichmäßiger erscheinen:

"Wiesenstueck II" - Probedruck, (c) by Cordula Kerlikowski

"Wiesenstueck II" - Probedruck auf Hahnemühle-Kupferdruck-Bütten, (c) by Cordula Kerlikowski

Für die folgenden Drucke gilt es nun, kleine Unregelmäßigkeiten auf der Druckplatte auszugleichen, die passenden Farben auszuwählen und sowohl mit dem Plattenton als auch mit dem Auswischen überschüssiger Druckfarbe zu experimentieren. So wird es möglich, zu harte Kontraste abzumildern, einen anderen Farbeindruck zu gewinnen oder durch Nachkolorierung mittels Aquarellfarben eine stärkere Bunttönung auszuprobieren.

Doch damit geht es am Montag weiter…

Ein Wiesenstück – oder: Platz schaffen im CD-Regal… ??

Ich hatte bereits in vorangegangenen Artikeln darüber geschrieben, dass man auf  Metallplatten interessante Kaltnadelradierungen entwickeln kann. Dies ist auch auf Kunststoffplatten möglich:

Ginkgo - Kaltnadelradierung (c) Cordula Kerlikowski

Ginkgo - Kaltnadelradierung (c) Cordula Kerlikowski

Jedoch hat dieses Medium seine Eigenheiten. Beim Ausarbeiten der Zeichnung auf der Platte ist Vorsicht geboten, da der Kunststoff weniger Widerstand bietet als Metall und deshalb Linien schnell zu tief und damit zu dunkel geraten können. Sehr dunkle Flächen können nur durch Kreuzschraffuren erreicht werden, was wir auch vom Radieren auf Metall kennen, jedoch ist hier weniger Kraftaufwand nötig.

Da Kunststoff sehr weich ist, arbeitet sich der entstehende Grat auch schneller ab, wodurch die Linien schon nach ca. 10 Drucken undeutlich werden können – es ist also nur eine sehr begrenzte Anzahl von Drucken möglich. Die Oberfläche von Kunststoffen ist auch weniger widerstandsfähig, wenn es um das Einreiben der Farben geht. Hier ist darauf zu achten, sanft zu wischen, da Kratzer schnell zu Beeinträchtigungen des Drucks führen.

Alles in allem ist eine Radierung auf Kunststoffplatten einen Versuch wert. Gerade für Anfänger ist es eine Möglichkeit sich an die Technik heranzutasten: der Materialaufwand, bis auf die Druckfarben, ist gering. Auf Kunststoffplatten können die Gravuren und das Aufbringen und Auswischen der Druckfarben ausgiebig geübt werden ohne eine teure Zink- oder Kupferplatte zu „verschwenden“.

Noch günstiger geht es mit ausrangierten CDs oder anderen Kunststoffteilen (Getränkekartons, Kassettenhüllen etc.), wobei bei letzteren sicherlich Abstriche in der Qualität des Drucks zu erwarten sind, aber auch das muss man ausprobieren.

Heute also eine Kaltnadelradierung auf CD:

Interessant sind das runde Format, das Loch in der Mitte und die ringförmigen Vertiefungen in geringem Abstand zum Loch in der Silberscheibe. Eine besondere Schwierigkeit ist die silbrige Oberfläche (Reflexionsschicht), die stark spiegelt und gravierte Linien bei bestimmter Lage doppelt erscheinen lässt. Das geht auf die Augen, weil es hohe Konzentration erfordert, die richtige Linie zu treffen. Hier schützt Pausieren vor Fehlern.

Eine gravierte CD kann so aussehen:

CD "Wiesenstueck", Kaltnadelradierung, (c) Cordula Kerlikowski

CD "Wiesenstück", Kaltnadelradierung, (c) Cordula Kerlikowski

Auch hier sind wieder Probedrucke erforderlich, um die Gravuren zu überprüfen – hier fallen Fehler schnell auf und können nachträglich korrigiert werden:

"Wiesenstück" - 1. Probedruck, Kaltnadelradierung (c) Cordula Kerlikowski

"Wiesenstück" - 1. Probedruck, Kaltnadelradierung (c) Cordula Kerlikowski

Hier ist deutlich zu sehen, dass die Schraffuren links viel zu hell sind und vertieft werden müssen. Auch um die Blüten in der Mitte kann ich die Tonwerte noch dunkler ausarbeiten, damit die hellen Blüten mehr betont werden. Die Distel und der Blütenstand des Grashalmes sollten noch etwas mehr schraffiert werden, damit deren runde Form besser hervorgehoben wird. Zudem erscheint mir der kalte Farbton des Drucks nicht passend – ich versuche es wieder mit meinen Lieblingsfarben:

"Wiesenstück" - Kaltnadelradierung (c) Cordula Kerlikowski

"Wiesenstück" - Kaltnadelradierung (c) Cordula Kerlikowski

Jetzt passt es besser, die Formen wirken räumlicher und der warme Rötelton betont Blüten, Knospen und Distel. Auf dieser Basis experimentere ich weiter mit der Farbgebung, bleibe aber bei Rötel und Preußischblau:

"Wiesenstück" - Druckplatte und die ersten Drucke (c) Cordula Kerlikowski

"Wiesenstück" - Druckplatte und die ersten Drucke (c) Cordula Kerlikowski

Auf dieser Basis werde ich demnächst weitere Drucke anfertigen, wobei ich starkes Kupferdruckbütten verwende, und möglicherweise noch andere Farbzusammenstellungen ausprobieren.

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