Blumen und Blüten zeichnen – oder: Skizzen machen Sinn…
23. Februar 2012
Ich kann jeden verstehen, der das Thema Skizze und Farbstudie umgehen möchte. Ich habe das am Anfang auch nicht sehr gemocht und mein Skizzenbuch ist ziemlich leer.
Doch sollte sich jeder, der ernsthaft zeichnen lernen möchte, damit beschäftigen. Zum einen ist zu beobachten, dass durch das häufige Skizzieren die Hand locker und der Blick fürs Detail geschult werden. Zum anderen entwickeln sich mit den Übungsblättern Gedankenstützen, die es später ermöglichen, auch ohne das Vorhandensein des zu zeichnenden Objekts ein gutes Bildergebnis zu erreichen. Hier ein Beispiel, Schritt für Schritt:
Zu bevorzugen ist das “lebendige” Objekt, in diesem Falle also die Freesie, vielleicht ein Strauß, den Sie sich kürzlich gekauft haben, aber auch eine Blüte an Ihrem Kaktus oder eine einfache Phalaenopsis.
Sie können so die Blüte drehen und aus unterschiedlichen Ansichten zeichnen, Stiel- und Blattansätze anschauen und das Innenleben wie Samenstände, Stempel oder Staubgefäße genau studieren. Fotos können das nicht bieten.
Beginnen Sie damit, mit einem Bleistift nur die Konturen der Blüte zu zeichnen und vermeiden Sie in diesem Schritt Schraffuren und das Anlegen von Tonwerten. Beobachten Sie genau! Danach können Sie einen kleinen Ausschnitt genauer zeichnen – es genügt, die Tonwerte mit leichten Schraffuren festzuhalten.
Danach geht es ins Detail und in die Farbe: Achten Sie auf die Stielansätze und die Anordnung der Blütenblätter und Knospen und erkennen Sie regeln, die sich daraus ergeben. Sie werden sehen, dass sich vieles wiederholt. es ist also nicht nötig, alles akribisch zu zeichnen, denn: wir wollen eine STUDIE anfertigen!
Die Farbtöne können Sie am Original sehr gut vergleichen. Sie arbeiten am besten mit weichen Aquarellstiften oder Farbstiften – hier ist Qualität wichtig! Das Papier sollte nicht zu dünn sein. Ein guter Zeichenkarton genügt. Grob strukturierte Papiere sind weniger geeignet.
Die genaue Verwendung von Farbstiften, das Mischen der Farben in einer Zeichnung und viele Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden Sie in meinem Buch
“Zeichnen Basics – Blumen und Blüten”
erschienen im OZ-Verlag
Viel Spaß beim Zeichnen !!!
Geschafft! – oder: Gute Dinge brauchen Zeit…
22. Februar 2012
Im ersten Artikel zu meiner neuesten, vierteiligen Arbeit berichtete ich über die ersten Schritte auf ein neues Gebiet: 4 große Keilrahmen, die zusammen ein Bild ergeben sollten, dazu das “Loslassen” von meiner gewohnten geordneten, disziplinierten Malweise und die Verwendung von Strukturpasten, was bei mir eigentlich auch nur selten vorkommt.
Im zweiten Artikel beschrieb ich die Auseinandersetzung mit dieser neuen Aufgabe – erste Schritte auf unbekanntes Terrain…
Nun kann ich das Ergebnis präsentieren:
Hier ist sie also – die neue Leichtigkeit, Unbeschwertheit und eine bisher ungekannte Freude am ungeordneten Fließen der Farben! Natürlich sind wieder zeichnerische Fragmente vorhanden – sonst wäre es ja nicht MEIN Bild – nur verwendete ich dieses Mal ganz bewußt, den unregelmäßigen, kräftigen Strich der Rohrfeder. Die Zeichenfeder kam sparsam zum Einsatz.
Hier einige Details:
Geradlinige Strukturen im Hintergrund wechseln zu verspielten, luftigen Blattformen und plastischen Zweigen und stammartigen Formationen. Die nur schwach sichtbaren, fließenden Strukturen führen den Betrachter weiter in die Tiefe des Bildes, wo seine Fantasie eigene Wege gehen kann…
Fertig ! Am Wochenende werde ich mir die Zeit nehmen, über einen Titel für den Vierteiler nachzudenken, der alles umfasst, was mich bei der Arbeit daran inspiriert, begleitet und bereichert hat…
“Happy People” – oder: was so nebenbei entsteht…
21. Februar 2012
Heute war ein sehr produktiver Ateliertag. Meine Kollegin und Freundin Susanne Haun kam, um einige Radierungen für ihr neues Buch zu drucken. Ich habe meinen Vierteiler mit dem Arbeitstitel “Blätterrauschen” beendet (dazu folgt morgen ein gesonderter Blog) und bereits am Vortag grundierte CDs bemalt:
Solche Bildspiele mag ich. Das Grundieren erledigte ich gestern, als mein “Vierteiler” trocknen musste.
Heute habe ich dann zunächst am großen Gemälde weiter gearbeitet, einen letzten Feinschliff überlegt und auch Susanne nach ihrer Meinung gefragt.
Das Ergebnis ist ein Bild, das in dieser Größe, aber auch in einer neuen Leichtigkeit einen Schritt nach vorne darstellt. Aber davon morgen mehr.
Auf alle Fälle hat diese Zufriedenheit meine Hände geführt, als diese Spaßbilder wie von selbst entstanden. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Einfach nur: Viel Spaß beim Anschauen!
“Fantasia Ministeriale” – oder: Trau dich!
17. Februar 2012
Auf der Fahrt nach Hause hörte ich heute im Radio zufällig den 2. Satz der 5. Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die “Reformationssinfonie” deren Fröhlichkeit und Leichtigkeit mich schon seit langem begeistern. Gleichzeitig versetzte mich die Musik an diesem trüben Tag in eine Stimmung des Resümees und Rückbesinnung. .
So begann ich in meinem Bilderachiv zu stöbern und stieß dabei auf ein Bild, das ich schon beinahe vergessen hatte:
Vor einigen Jahren hatte ich eine Ausstellung im Kultusministerium in Hannover. Das Ministerium verfügt über gute Ausstellungsräume und gibt Künstlerinnen und Künstlern regelmäßig die Möglichkeit ihre Arbeiten zu präsentieren.
Dieses Bild ist eine Gemeinschaftsarbeit. MitarbeiterInnen des Niedersächsischen Kultusministeriums haben es gewagt, unvorbereitet und ungeübt die Leinwand zu erobern. – grafische Formen, eine Schnecke, Schlangenlinien, Symbole – und meine Aufgabe war es, diese Strukturen und Arbeitsspuren zusammenzubringen, zu gestalten und zu einem Ganzen zusammenzufügen, sie dabei aber so unberührt wie möglich zu lassen.
Entstanden ist ein frisches, fröhliches Bild, das natürlich einige Hinweise auf die Arbeit des Kultusministeriums (§2 – Bildungsparagraph) enthält. Was aber hinter jedem einzelnen Symbol stehen kann, möchte ich den UrheberInnen und dem Betrachter selbst überlassen.
Ich fand es toll, dass sich die MitarbeiterInnen des Ministeriums darauf eingelassen haben! Es gehört Mut dazu, unbekanntes Gelände zu betreten und letzten Endes ist jede Linie, jede Form ein Stück Emotion des Einzelnen – großartig, sich so zu öffnen! Danke für dieses Experiment!
Und hier:
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Sinfonie No.5, Op.107 (Reformationssinfonie), 2. Satz
Grün und Rot – oder: wer fliegt mit?
16. Februar 2012
In der Acrylmalerei arbeite ich sehr gern großformatig und mit starken Kontrasten. Natürlich ist auch meine “persönliche Handschrift” – die Zeichnung wieder mit dabei. Man nennt das Mischtechnik, obwohl ich diesen Begriff nicht sehr passend finde. Dann kann sich die Wirkung meiner Arbeit besonders gut aufbauen – und aus verschiedenen Blickwinkeln, Perspektiven oder Abständen findet der Betrachter immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten.
In diesem Bild, auf einer Leinwand der Größe 80 x 100 cm, habe ich bewußt Komplementärfarben eingesetzt:
Es entstand im Sommer vor einigen Jahren, während einer sehr inspirierenden, arbeitsintensiven Zeit voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Gespräche. Diese neuen Impulse für meine malerische Tätigkeit und für meine persönliche Entwicklung spiegeln sich in den “Vögeln”. Ein leuchtendes, anregendes, warmes Grün beherrscht das Bild. Es strahlt Optimismus, Wärme, Energie und Kraft aus, zieht den Betrachter in seinen Kreis und spendet zugleich Ruhe und Geborgenheit. Vor diesem Hintergrund bewegen sich rote Gebilde – für mich Vögel. Sie schweben, ziehen ihre Kreise, scheinen zu zögern, den Augenblick zu genießen, bevor sie ins Grün eintauchen, um es zu erkunden. In der unteren rechten Bildhälfte steht ein Vogel am Rand. Beobachtet er die anderen, ist er aus der Gruppe ausgeschlossen oder hält ihn die Angst vor dem Ungewissen am Boden? Unten links tastet sich ein anderer vorsichtig ins Bild oder ist er auf der Flucht? Ich hoffe, nicht….
Dieses Thema habe ich mehrfach variiert:
Vögel sind frei sich in die Lüfte zu erheben, sie sehen die Welt aus einer Distanz, die wir Menschen nicht wahrnehmen können. Doch sie sind zart und verletzlich. Wenn man ihre Federn stutzt, ihre Flügel bricht, nimmt man ihnen diese Freiheit, die für sie lebenswichtig ist. Auch für uns ist es wichtig, ungebrochen durchs Leben zu gehen. Wir tragen Verantwortung, unseren Kindern die Flügel zu bewahren auf ihrem Weg in ein eigenes Leben. Und oft sind wir es selbst, die uns die Flügel kürzen und Ketten anlegen. Niemand kann uns die Entscheidung abnehmen, dies hinzunehmen oder abzuwehren. Schauen wir also auf unserem Weg durch den Alltag gelegentlich hinauf ins Blaue, beobachten die fliegenden Gesellen und nehmen ein wenig von ihrer Unbeschwertheit mit in unser Leben ……..
Nachdem mein Kurs zum Thema Kaltnadelradierung so interessante Ergebnisse hervorbrachte, freue ich mich schon sehr auf das Thema Stilleben, das ich in folgendem Kurs anbiete:
“Das kleine Stilleben”
24.03.2012
10.-17.00 Uhr
Atelier Behringstraße 27-31
12437 Berlin
Wir werden uns sowohl mit der Erstellung einer Komposition beschäftigen, die Anlage von Aufbauskizzen und Farbproben üben und mit Hilfe verschiedener Maltechniken kleine, besondere Stilleben schaffen.
Sie dürfen klassisch, experimentell, gegenständlich, abstrakt und gern auch ein bißchen verrückt ausfallen – der Spaß und die Freude am Lernen stehen im Vordergrund und sollen dazu beitragen, neue Ideen zu finden und auszuprobieren. Wir beschränken uns dabei bewußt auf kleine Formate – Herausforderung und Inspiration für etwas ganz besonderes…
Weitere Informationen und Anmeldungen zum Kurs unter:
Mail: Cordula.Kerlikowski@gmx.de
Tel.: +49 1636048 793
Intensivkurs “Kaltnadelradierung – oder: neue Wege sind spannend…
12. Februar 2012
Am Samstag, den 11.2. fand mein Intensivkurs “Kaltnadelradierung” statt.

"Versuchung" Cordula Kerlikowski, Kaltnadelradierung, 10 x 15cm auf 20 x 30 cm, Hahnemuehle, Kupferdruckbütten
Voraussetzungen waren nicht mitzubringen, da sich dieser Kurs auch gerade an Anfänger richtete. Der Materialaufwand, insbesondere wegen der erforderlichen Druckpresse, ist groß, deshalb mein Angebot – diese faszinierende Technik in meinem Atelier auszuprobieren.
Wir begannen mit einer kurzen Einführung in der Technik und die Materialien und näherten uns dann Schritt für Schritt den ersten versuchen auf einer Kunststoffplatte. Zunächst versuchten sich die TeilnehmerInnen auf einer Probierplatte, die Radiernadel kennen zu lernen und im Radieren und Schraffieren auf ungewohntem Material Sicherheit zu erlangen. Dass sie alle bereits über gute Kenntnisse im Zeichnen verfügten, fiel es ihnen relativ leicht, Motive zu finden und den Umgang mit der Radiernadel zu erlernen.
Bereits nach kurzer Zeit konnten sie, zuerst auf einer neuen Kunststoffplatte, ein erstes Motiv ausarbeiten und Probedrucke anfertigen:
Spannend war es dann, die Blätter (Kupferdruckbütten) nach dem Druck von der Platte zu lösen und das Ergebnis anzuschauen – jedes Mal ein wenig anders, immer ein Unikat:
Der Hintergrund ist weniger als gewöhnlich ausgewischt, so dass Arbeitsspuren sichtbar bleiben. Dies war von Kursteilnehmer beabsichtigt und erweckt den Eindruck einer diffusen Landschaft oder Vegetation hinter den Insekten.

Libelle - Kaltnadelradierung auf Kunststoffplatte, mit freundlicher Genehmigung von A.S., (c) Foto von C.Kerlikowski

Kirschen - Kaltnadelradierung auf Kunststoffplatte, mit freundlicher Genehmigung von C.H., (c) Foto von C.Kerlikowski
Eine weitere Möglichkeit ist der Druck auf einer Metallplatte (Zink oder Kupfer) – die ebenfalls versucht wurde. Hier ein Ergebnis:

Schnecke - Kaltnadelradierung auf Kupferplatte, mit freundlicher Genehmigung von H.T., (c) Foto von C.Kerlikowski
es ist interessant zu beobachten, wie wachsendem Gefühl für Nadel, Platte und Druck die Ideen und die Experimentierfreude zunehmen. Das Ausprobieren verschiedener Farbeffekte oder der routinierte Umgang mit den Druckfarben führten zu immer spannenderen Ergebnissen.
Der Kurs hat mir sehr viel Spaß gemacht und an den Ergebnissen ist zu sehen, dass auch ohne Vorkenntnisse schöne erste Radierungen machbar sind.
Für den Ausbau dieser Kenntnisse werde ich einen Folgekurs anbieten, den ich rechtzeitig bekannt gebe. Ebenso ist auch ein weiterer Intensivkurs in Planung.
Weiter geht es jedoch am Samstag, den 24.3. mit dem Thema
“Das kleine Stilleben”
(verschiedene Techniken)
….
“Kreisläufe” – oder: auf Papier gehts auch…
8. Februar 2012
Acrylmalerei auf Leinwand/Keilrahmen ist jedem bekannt. Das Bild kann sofort ohne weitere Rahmung aufgehängt werden, die Präsentation ist edel – und so kennt man es halt…
Nun geraten wir, die wir oft und regelmäßig künstlerisch tätig sind, aber doch auch schnell an unsere räumlichen Kapazitätsgrenzen bzw. wollen einfach nur etwas neues ausprobieren und haben dabei nicht sofort den Verkauf des Werkes vor Augen. Da trifft es sich gut, dass es auch ausgezeichnete Papiere für die Acrylmalerei gibt. Die geschaffenen Werke kommen in eine Aufbewahrungsmappe, sind geschützt und können bei Bedarf auf eine präsentable Unterlage aufgezogen werden.
Ich arbeite sehr gern auf dem Öl- und Acryl-Malkarton 230 g/m² von Hahnemühle. Dieser hat eine schöne glatte Oberfläche mit Leinenstruktur, die meiner Art zu arbeiten sehr entgegenkommt. Ich kaufe es immer als Bogenware, dann kann ich mir meine eigenen Formate zurechtschneiden. Da das Papier ausgezeichnet präpariert ist, wirft es beim Malen kaum Wellen und wenn doch einmal (ganz leichte) Verwerfungen auftreten sollten, zieht sich das Blatt beim Trocknen der Farbe wieder hervorragend glatt! Meist fixiere ich das Einzelblatt mit Kreppband auf einer Malplatte oder meinem Arbeitstisch – aber eher, um einen sauberen Abschluss der Malerei zu bekommen…
Hier ein Beispiel:
Hier wirbeln die kühlen Farben kräftig durcheinander: optimistisches Türkis, gedämpftes, zurückhaltendes Blau, hoffnungsvolles, aber zurückgenommenes Grün. Je nach Stimmung scheint die Spirale aufwärts oder abwärts zu führen. Jedoch vermittelt der hohe Weißanteil im Hintergrund Perspektive und Licht. Die schwarzen Linien fangen den Fall auf, ordnen das Chaos in der Bewegung. Und immer wieder ein leuchtender Lichtpunkt in Orangerot im Gewimmel, der für Hoffnung, Antrieb und Kommunikation steht…
Wer lässt sich mitreißen….?
Alltagsangelegenheiten – oder: was die Natur so hergibt…
6. Februar 2012
Es ist Winter, ich habe keine richtige Lust auf große Arbeiten und halte deshalb noch ein bißchen Abstand zu meinem derzeitigen “Großvorhaben” in Acryl.
Beim Durchforsten meiner Dateien fand ich viele kleinere Arbeiten, die ich heute vorstellen möchte – Fundstücke aus dem Alltag bzw. aus dem Urlaub: Paprika, Quitten, Maronen (Eßkastanien), Pilze….
Also, wer meint, keine Zeit zum Zeichnen zu haben, schummelt ein bißchen. Es muss ja nicht immer eine durchgezeichnete Farbstiftzeichnung sein, aber regelmäßiges Üben schult tatsächlich den Blick und die Hand.
Hier einige Beispiele:
Toskana:
Im Urlaub genieße ich es Farben, Formen und neue Eindrücke auf mich wirken zu lassen und auch einen Nachmittag mit Stiften oder Aquarellfarben zu verbringen – von der Terrasse des Ferienhauses z.B. auf die toskanische Landschaft zu blicken und dabei gerade gefundene Maronen zu zeichnen oder ein luftiges abstraktes Aquarell zu malen:
Wunderbarerweise bieten auch der heimische Garten und der Einkaufskorb unzählige Möglichkeiten zum Zeichnen:
Herbst:
Von September bis November liefern bunte Blätter oder Pilze Inspirationen ohne Ende:
Farbenfrohe Laubfärbung, selbst vertrocknete Blätter machen Spaß! Hier kann man viel über Strukturen, Schattierungen und Farbmischungen lernen, wobei es nicht unbedingt notwendig ist, viele Farbstifte zu verwenden – die Farbvielfalt ergibt sich durch Mischungen einiger Farbtöne in immer wieder neuer Zusammensetzung.
Und ab und zu sollte man sich auch einmal fallen lassen in eine bunte Spielerei:
Es geht aber auch akademisch:
Sicherlich genügen diese Beispiele um auch Lust zu machen auf einige winterliche Zeichnungen - zu dieser Jahreszeit finden sich ebenfalls viele Motive: vertrocknete Zweige oder Früchte (Hagebutten, Beeren,…), eine vereiste Fläche, ein Vogelhaus mit seinen gefiederten Besuchern oder nur die eigene Kaffeetasse, ein paar Stückchen Würfelzucker oder Mitbringsel aus dem letzten Urlaub…
Also: ab heute Schluss mit den Ausreden, für das Zeichnen wären keine Zeit oder kein Motiv vorhanden!
In diesem Sinne gutes Gelingen und viel Spaß!
P.S.: Auch Mißerfolge bringen uns weiter, wir lernen hinzu und machen es beim nächsten Mal besser…
Mohnkapseln – oder: die Schönheit liegt im Detail…
5. Februar 2012
Ich zeichne oft und gern, wobei ich immer wieder verschiedene Materialien und Arbeitsmittel ausprobiere: Bleistift, Aquarellstift, Farbstift, Tusche, Zeichenfeder, Rohrfeder, Pinsel…
Dabei kombiniere ich oft verschiedene Techniken miteinander: Aquarellmalerei mit Tuschezeichnung, Bleistiftzeichnung mit einem Farbstiftdetail, nachträgliches Kolorieren einer Zeichnung…. es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Einzelne habe ich bereits in vorangegangenen Artikeln vorgestellt.
Mohnblumen faszinieren uns alle – Zartheit verbunden mit leuchtendem Rot, schlichter Form und detailreichen Innenleben. Aber auch als verblühte Pflanze hat Mohn seinen eigenen Reiz:
Wunderbarerweise bleiben die Samenstände auch getrocknet eine interessante Dekoration und laden zum Zeichnen ein:
Sogar schlicht auf dem Holzboden liegend wirken die Kapseln elegant und farbenfroh…
Ich zeichnete die Kapseln im Spätsommer im Garten meiner Malschülerin Karin. Damals waren die Kapseln noch frisch, prall und saftig grün – und wir zeichneten sie in verschiedenen Techniken und Farben. Es hat viel Spaß gemacht sich auszuprobieren und dabei die Sonne zu genießen.
Ich hatte mir zu der Zeit eine Schreibtinte gekauft, die ich unbedingt ausprobieren wollte, und wählte einen Hahnemühle Aquarellblock 425g/m², Anniversary Edition, wobei ich mich auf kleine Formate und eine abstrahierte Darstellung beschränkte :
Die Beschränkung auf ein kleines Format hilft dabei sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und von allzu vielen Details Abstand zu nehmen. Wenige Linien, Ausformung der Rundungen durch leichtes Lavieren mit dem Pinsel, Aquarellieren des Hintergrundes – alles ausschließlich mit Tusche, Feder, Pinsel und Wasser… Die runde Form der Kapseln habe ich mit der Abrundung der Formatecken noch einmal aufgenommen, so dass auch die Arbeit insgesamt “rund” und stimmig wird.
Nachdem ich das Foto von den vertrockneten Kapseln für diesen Blog hervorgeholt habe, denke ich, dass es auch interessant sein könnte, diese zu zeichnen, wobei ich nun auch die Holzmaserung des Hintergrundes in die Gestaltung einbeziehen könnte…
Also: auch die kleinen, oft unbeachteten Dinge haben ihren Reiz und wir müssen nicht auf die wärmere Jahreszeit warten um Motive zu finden…





























